Zehn Ehrungen gibt es für den Tischtennisclub Riedöschingen (von links): Daniel Reichle, Philipp Kastner, Christian Wehrle, Dieter Reichle, Engelbert Zeller, Arthur Effinger, Erwin Keller, Norbert Bumiller, Manfred Schmidt und Andreas Hribar, daneben Bürgermeister Markus Keller. Foto: Thomas Wuttke

Über 80 Teilnehmer aus den 140 Blumberger Vereinen kamen zur Vereinsbesprechung für 2026 im Städtlesaal – ein lebendiges Zeichen für das starke ehrenamtliche Engagement in der Stadt.

Bürgermeister Markus Keller eröffnete den Abend mit einem herzlichen Dank an die Vereine: „Blumberg hat sich nichts in die Wiege legen lassen. Alles, was wir heute gemeinsam auf die Beine stellen, ist hart erarbeitet, getragen von Ehrenamtlichen.“

 

Die Agenda umfasste die Punkte „Blumberg on Ice“, gemeinsamer Veranstaltungskalender aller Vereine und ein neues Veranstaltungsbuchungssystem, das den administrativen Aufwand künftig radikal reduzieren soll. Weiter ging es mit dem Thema Jugendschutz im Verein, der neuen Bürgerbroschüre 2026 sowie Ehrungen verdienter Vereinsmitglieder.

Vereinsaktive leisten viele Stunden

Im Rückblick auf das Projekt „Blumberg on Ice“ wurde deutlich, wie viele Stunden freiwilligen Engagements in einer einzigen Aktion stecken: 1884 Stunden leisteten 26 Vereine im Zeitraum vom 6. Januar bis 2. Februar bei der Schlittschuhbahn ab – ob an der Kasse, bei der Schlittschuhausgabe oder der Aufsicht. Dafür gab es eine symbolische Ausschüttung von 8,09 Euro pro geleisteter Stunde an teilnehmende Vereine.

Die Eisbahn ist laut Bürgermeister Keller ein echtes Aushängeschild für Blumberg: „Wir werden von größeren Städten darum beneidet. Das geht nur, weil der Gemeinderat Mittel bereitstellt, die Wirtschaft sponsert und weil Sie, die Ehrenamtlichen, diese Stunden leisten.“

Die nächste Eisbahn ist bereits geplant: vom 9. Januar bis 8. Februar 2026. Neue Vereine seien ausdrücklich willkommen. Am 20. November um 18.30 Uhr findet dazu eine Infoveranstaltung im Städtlesaal statt.

Bürgermeister Keller (links) ehrt Mitglieder der Narrengesellschaft Blumberg (von links): Elke Bellhäuser, Hofnarr Klaus Hettich, Burgpfeifer Markus Fischer und Martina Selig. Foto: Thomas Wuttke

Zum Thema Jugendschutz wurde nochmals betont, dass Vereine gesetzlich verpflichtet sind, etwas genauer hinzusehen und das Thema nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Ein Teilnehmer gab zu bedenken, diese Vorgaben würden die Motivation der Ehrenamtlichen nicht gerade beflügeln. Keller entgegnete, dass diese Maßnahmen keine Gängelung, sondern ein Schutzschild für die Ehrenamtlichen seien. „Wenn ein Fall passiert, schreit jeder nach dem Staat und die Vorstände stehen im Feuer“, betonte er. Deshalb müsse bereits im Vorfeld gehandelt werden. Dabei unterstützt die Stadtverwaltung die Vereine. „Wenn gewünscht, übernehmen wir die Einsichtnahme der Führungszeugnisse“, so Keller. „Nicht wir treten, sondern wir drücken und helfen den Vereinen, wo wir nur können“.

Über 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus insgesamt 140 Vereinen nehmen an der diesjährigen Vereinsbesprechung im Blumberger Städtlesaal teil. Foto: Thomas Wuttke

Ein weiterer Höhepunkt war die Ehrung langjähriger und besonders engagierter Vereinsmitglieder, bevor der Abend schließlich bei einem gemütlichen Empfang mit Getränken und Snacks ausklang. Der Bürgermeister nutzte die Gelegenheit für eine kleine Liebeserklärung an seine Stadt: „Was mir an Blumberg am meisten gefällt? Nicht der Blick vom Eichberg. Nicht das Panoramabad. Es ist der Zusammenhalt und das Ehrenamt.“

Einheitliches Stadtbild wichtig

Zum Abschluss rief er dazu auf, bei der Planung künftiger Veranstaltungen verstärkt auf ein einheitliches Stadtbild zu achten: „Was draußen wahrgenommen wird, ist eine Veranstaltung von Blumberg, unabhängig davon, ob sie vom Musikverein oder dem Tischtennisclub organisiert wurde.“ Einheitliches Design sei kein Zwang, sondern lediglich eine Einladung zur gemeinsamen Identität.

Der Abend endete in geselliger Atmosphäre, begleitet von der Gewissheit, dass Blumbergs Vereine nicht nur kulturelle und sportliche Vielfalt garantieren, sondern auch Verantwortung übernehmen.

Kinderschutz im Verein

Der Paragraf 72a
des achten Sozialgesetzbuches (SGB VIII) regelt den Schutz von Kindern und Jugendlichen in der Arbeit mit freien Trägern, dazu gehören auch Vereine. Ziel ist es, einschlägig vorbestrafte Personen von Tätigkeiten mit Minderjährigen auszuschließen. Vereine sind dazu verpflichtet, sich über erweiterte Führungszeugnisse ein Bild von der Eignung ihrer Ehrenamtlichen zu verschaffen. Zudem empfiehlt das Jugendamt den Vereinen auch Sicherstellungsvereinbarungen, Präventionskonzepte und die Benennung von Kinderschutzbeauftragten.