Die Ausstellung „501 Jahre Bauernkrieg zwischen Schwarzwald und Neckar“ wird bis Ende Juli im Dornstetter Heimatmuseum gezeigt. Schon die Vernissage stieß auf großes Interesse.
Der Vorsitzende des Heimat- und Museumsverein Dornstetten, Glatten, Schopfloch und Waldachtal, Andreas Ammer, begrüßte neben zahlreich an der Geschichte interessierten Bürgern auch Bürgermeister Bernhard Haas sowie den Leiter des Kreisarchivs, Louis-David Finkeldey und dessen Kollegin Margarete Nübel – sie hatte Buchexemplare zur Vertiefung des Themas mitgebracht – zur Vernissage.
Die Ausstellung basiert auf einer größeren Präsentation, die zuvor im Wasserschloss Glatt gezeigt und vom Kreisarchiv in Kooperation mit dem Heimat- und Museumsverein für Dornstetten in kompakter Form neu aufgearbeitet wurde.
Die Schau widmet sich mit verschiedenen bebilderten und beschriebenen Exponaten, Dokumenten und Waffen der damaligen Zeit dem Bauernkrieg im Jahr 1525, bei dem sich die Bauern gegen die feudale Herrschaft erhoben und für Freiheitsrechte und bessere Lebensbedingungen gekämpft haben.
Haas: Freiheit keine Selbstverständlichkeit
Vor diesem Hintergrund sollte man sich auch in Europa und Deutschland immer wieder den Stellenwert einer Demokratie vor Augen führen, betonte Bürgermeister Bernhard Haas in seinem Grußwort. Freiheit und Demokratie seien keine Selbstverständlichkeit. Das Ziel der Ausstellung sei es deshalb auch, nicht nur historische Ereignisse aufzuzeigen, sondern deren Bedeutung auch für die heutigen Entwicklungen und gesellschaftlichen Fragen verständlich darzustellen.
Haas dankte Finkeldey, der die Ausstellung maßgeblich konzipiert und dazu auch eine Abhandlung mit dem Titel „Aufruhr zwischen Amtsstadt und Waldgeding“ geschrieben hat. Die zentrale Rolle des Nordschwarzwalds werde in der Abhandlung und in der Ausstellung deutlich vor Augen geführt, so der Bürgermeister. Tagesgenau 501 Jahre vor der Vernissage war die damalige Oberamtsstadt Dornstetten in die Hände der Aufständischen gefallen. Finkeldey schilderte bildhaft die Situation der damals mit Abgaben belasteten Menschen, die in Alpirsbach gestarteten Proteste sowie die Rolle der Amtsstadt Dornstetten bei dieser Auseinandersetzung, und er beschrieb den „Schwarzwälder Haufen“ der Aufständischen, die sich damals gewehrt haben – und am Ende blutig niedergeschlagen wurden. Vorfahren der heutigen Dornstetter seien garantiert auch darunter gewesen.
Erdrückende Abgaben und Priestermangel
Maßgeblich am „Memminger Artikel“, der Kampfschrift der Bauern, hatte seinerzeit auch der in Horb geborene Sebastian Lotzer mitgewirkt. Die Forderungen bezogen sich auf die Waldnutzung, den bestehenden Priestermangel, der teilweise wichtige Trauungen verhinderte, und vor allem die erdrückenden Abgaben. Wenn die Dornstetter schon solche Abgaben bezahlen müssten, dann sollten diese auch den Dornstettern zugute kommen, lautete eine der Forderungen.
Bereichert wurde die Vernissage durch den Film „Von der Freiheit eines Christenmenschen“, den der Hobbyfilmer Waldemar Friese von den Schwarzwald Film- und Videoamateuren Pfalzgrafenweiler über den Bauernkrieg gedreht hatte. Der von ihm besprochene und musikalisch umrahmte Film mit zahlreichen – auch bewegten – Bildern entführt die Zuhörer eindrucksvoll in die damalige Zeit und die Rahmenbedingungen, unter denen der Krieg seinerzeit entstanden ist.