„Knapp 10,3 Grad Celsius – so warm wie im Durchschnitt des Jahres 2023 war es in der Gemeinde seit Aufzeichnungsbeginn noch nie“, berichtet Klimaanpassungsmanagerin Josephine Stemmer. Wie geht man am besten mit der zunehmenden Erderwärmung um?
Beim Klimawandel und seinen Folgen will man in Althengstett bekanntermaßen gegensteuern. Eine Strategie dafür arbeitet Josephine Stemmer innerhalb von zwei Jahren aus. Der Klimawandel äußert sich in der Gäugemeinde bereits in all seinen Facetten: Die Lufttemperaturen steigen laut Stemmer kontinuierlich an, seit den 1970er-Jahren schneller als noch zuvor. Auch bei den Niederschlägen gebe es Veränderungen. Der Trend: Vor allem die Sommer in Althengstett werden immer trockener. Der Regen konzentriert sich auf wenige Tage, wobei das Risiko für heftige Starkregen und mit ihnen die Gefahr volllaufender Keller steigt.
Ausstellung im Neuhengstetter Rathaus
Unter dem Motto „Klimafit und nachhaltig“ wollen die Klimaanpassungsmanagerin und die Mitarbeiter des Fachbüros Bosch & Partner GmbH in einer Informationsveranstaltung am Freitag, 8. März, ab 15.30 Uhr und in der offenen „Klima-Ausstellung“ am Samstag, 9. März, von 9 bis 13 Uhr Uhr im Sitzungssaal des Neuhengstetter Rathauses Wissenswertes zur Entwicklung des Klimas und den Folgen in Althengstett unter die Bevölkerung bringen.
Gutes Netzwerk ist das A und O
Das Vernetzen sei das A und O ihrer Arbeit. „Wir wollen die drei Althengstetter Ortsteile künftig lebenswert halten“, sagt Stemmer. „So partizipativ wie möglich“ gehe man das Thema Klimaanpassung an, die Alt- und Neuhengstetter sowie die Ottenbronner sollen also bei der Anpassungsstrategie mitwirken.
„Jetzt kommt der spannende Teil meiner Arbeit“, sagt Stemmer im Gespräch mit unserer Redaktion. Sie komme mit der Bevölkerung in Kontakt, und gemeinsam gelange man zum Kern des Projekts – der Strategie zur Klimaanpassung. Dieser Teil ihrer Tätigkeit macht ihr sehr viel Spaß. Ansprechpartnerin für die Bevölkerung ist Stemmer inzwischen auch bei regelmäßigen Sprechstunden – zwei Mal die Woche in Althengstett sowie jeweils ein Mal im Monat in Neuhengstett und Ottenbronn.
Lokale Wetterdaten geben Aufschluss
In der Ausstellung am 9. März, die sich explizit auch für Schulklassen eignet, werden Klimaplakate mit lokalen Wetterdaten zu sehen sein. Letztlich geht es um eine Betroffenheitsanalyse, also festzustellen, wo die Einwohner der Gäugemeinde bereits welche Folgen des Klimawandels spüren. Um das Thema Klimawandel nahbar zu machen, wird zum Beispiel der Einfluss der Erderwärmung auf die Gesundheit thematisiert. Ebenso wird ein Landwirt berichten, mit welchen Klimafolgen sein Berufsstand bereits zu kämpfen hat. Auch der Förster, Feuerwehrangehörige oder Mitarbeiter des Bauamts wissen laut Stemmer anschaulich von den Auswirkungen des Klimawandels zu berichten.
Fortlaufender Prozess mit Begleitung
Im Mai 2022 war die Stelle des Althengstetter Klimaschutzmanagers ausgelaufen, eine Fortführung selbiger aber keine Frage, weil Klimaschutz ein fortlaufender Prozess ist, für den es weiterhin einen zentralen Ansprechpartner bei der Gemeinde geben soll. Deshalb hatte sich der Gemeinderat dazu entschlossen, der Stelle eines Klimaanpassungsmanagers zuzustimmen, wenn es dafür eine Förderung aus Bundesmitteln gibt. Stemmers Stelle wird gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz. Aktivitäten der Kommune in diesem Bereich werden mit der Nachhaltigkeitsstrategie des Bundes sowie der Klimaanpassungsstrategie des Bundes und des Landes Baden-Württemberg in Einklang gebracht. Kooperiert wird dabei auch mit dem Landratsamt und dem Regionalverband Nordschwarzwald.