Modezeitschriften mit Seltenheitswert können im Kunstraum ebenfalls bestaunt werden. Foto: Hübner

Einen Einblick in glamouröse Mode, in Farben und Formen, in Stoffe und Textilien gewinnen Besucher der neuen Ausstellung im Kunstraum Königsfeld. Die Auswahl reicht von Badekleidung bis hin zu einem mit Glasperlen besetzten Kleid.

Königsfeld - Am Wochenende eröffnete der Verein Kunstkultur Königsfeld die Ausstellung "Mode – Die zweite Haut". Bernadette Grässlin präsentiert aus ihrer Sammlung unter anderem Kleider, Accessoires und Modezeitschriften aus der Zeit von 1900 bis 1970.

Werke mit Fransen und Pailletten

Entfacht wurde Bernadette Grässlins Interesse an Mode nach eigenem Bekunden durch ihre Mutter, die sehr viel geschneidert hatte. Schon als Schülerin sei sie gern auf Flohmärkte gegangen; das habe sich dann immer weiter entwickelt. Mit dem Sammeln begonnen habe sie während ihrer Studienzeit. Dabei sei es ihr nicht darum gegangen, eine komplette Sammlung aufzubauen, sondern nur darum, das zu kaufen, was sie fasziniere. So finden sich in der Sammlung zwar Kreationen bekannter Designer, allerdings handelt es sich nicht immer um Modellkleider, betont sie.

Die gezeigten Stücke stammen aus der Zeit von 1900 bis 1970. Bernadette Grässlin hat diese jedoch nicht chronologisch angeordnet, sondern darauf geachtet, die Ausstellung interessant aufzubauen. So kam es dazu, dass zum Beispiel ein Kleid von 1910 neben einem aus den 1950er- Jahren steht. Zu sehen sind unter anderem Ball-, Tüll-, Fransen- oder Paillettenkleider, auch eines der frühesten von Bernadette Grässlin erworbenen Kleider aus den 1960er-Jahren. Das ist bedruckt mit einem Muster, das an die berühmten Pril-Blumen erinnert. Mit manchen anderen Stücken verbindet Bernadette Grässlin persönliche Erinnerungen, weil sie sie schon selbst trug, beispielsweise beim Besuch des Züricher Seidehändlers Andi Stutz oder bei einem Opern-Jubiläum, bei dem die Modedesignerin Vivienne Westwood zugegen war.

Stücke im Grace-Kelly- oder Jacky-Kennedy-Stil

Neben Stücken im Grace-Kelly- oder Jacky-Kennedy-Stil finden sich auch Kuriositäten wie ein Hut, der aussieht, als wäre er aus Lockenwicklern gefertigt, oder eine Federhandtasche mit passendem Fächer. Zu sehen gibt es außerdem Accessoires wie Handtaschen, Kopfbedeckungen oder Schuhe, Parfüm­Flakons oder Modezeitschriften – die frühesten aus den 1920er- und 1930er-Jahren, und manche davon mit Seltenheitswert, wie die zweite erschienene Ausgabe von ­"Burda-Moden".

Komplettiert wird die Ausstellung durch Fotografien vor allem von F. C. Gundlach, laut Bernadette Grässlin der erste Modefotograf, der für seine Aufnahmen das Studio verließ, um Models im Freien abzulichten. Ein künstlerisches Anliegen war es ihr schließlich, im ­Schaufenster des Ausstellungsraums Mode-Accessoires passend zu Märchen wie Aschenputtel oder Rotkäppchen zu drapieren.

Bernadette Grässlin lädt zudem zur Teilnahme an einem Wettbewerb ein, bei dem es darum geht, von ihr zur Verfügung gestellte Kleider kreativ zu etwas Neuem zu verarbeiten. Bedingung sei, etwas komplett anderes daraus zu machen, erklärte sie am Sonntag.

Info: Öffnungszeiten

Die Ausstellung im Kunstraum, Gartenstraße 1, öffnet bis 20. Februar jeweils samstags und sonntags von 15 bis 17 Uhr. Bernadette Grässlin selbst wird aller Voraussicht nach immer vor Ort sein.