Wie im richtigen Leben: ein Einblick in die Obere Straße während eines Fastnachtsumzuges. Im Vordergrund der neu geschaffene Landauer Foto: Birgit Heinig

So groß und vielseitig war sie noch nie: Die Fastnachtsausstellung der Jaag-Puppen lockt bis einschließlich 22. Februar wieder ins Franziskanermuseum.

Wie immer am Dreikönigstag – und das seit über 20 Jahren – wurde die Ausstellung unter dem diesjährigen Motto „Hei, des isch e herrliche Pracht“ gerade mit großem Hallo eröffnet.

 

Erneut hat sich das große Team der Macher rund um die Puppenmacherin Ingeborg Jaag aus Hüfingen dabei übertroffen. Dargestellt wird im Refektorium eine Umzugsszene, die noch nie so umfangreich war, spielt sie sich doch, von blau-weißen Fähnchen überspannt, sowohl in der Oberen als auch der Rietstraße ab.

Eingerahmt von gedruckten Fotografien der Hausfassaden und der beiden Stadttore drängen sich Maschgere und Zuschauer wie im richtigen Fasnetsleben. Und die Museumsbesucher können sich an beiden Straßenrändern quasi „einreihen“.

Wunschtraum geht in Erfüllung

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht eine von zwei Kaltblütlern gezogene Kutsche, noch nie gesehen, weil samt Kutscher und Fahrgästen nagelneu. Auch der begleitende Ehrenzunftmeister Karl-Heinz Fischer ist erstmals en miniature zu sehen. Die Idee zur maßstabsgetreuen Nachbildung des Maschgerewagens hatte Ingeborg Jaag schon vor vielen Jahren. Mit Unterstützung ihres künstlerischen Helfers Dominik Schaaf ging ihr Wunschtraum für die 22. Ausstellung an ihrem 84. Geburtstag in Erfüllung.

Ingeborg Jaag und Dominik Schaaf kreieren die Puppen. Foto: Birgit Heinig

Kuratorin Ina Sahl ließ hinter die Kulissen blicken und gab einen Eindruck vom immensen Aufwand. Dabei liefen die Zahnräder zwischen den beiden Puppenmachern, dem Museumsteam und der Narrozunft reibungslos ineinander.

Modellbauer und 3-D-Druck

Mit den beiden Modellbauern Michael Knappe und Ralf Grünsteidl wirkten diesmal auch zwei Auswärtige mit und machten den Bau der Kutsche überhaupt erst möglich. Und Dank 3-D-Druck konnte das Ross von Manfred Riegger, einst Kommandant der Bürgerwehr- und Trachtengruppe, zweifach „geklont“ und der Kutsche vorgespannt werden.

Alle Anstrengungen haben sich gelohnt: Bei einem von der Narrozunft spendiertem Glas Sekt nahmen am Dienstag die ersten Besucher die neue Ausstellung in Augenschein und waren hin und weg.

In einem zweiten Raum öffnen sich weitere Einsichten in das Jaag’sche Figurenuniversum auch außerhalb Villingens sowie in das neu aufgelegte Begleitheft.

Öffnungszeiten

Die Jaag’sche-Puppenausstellung kann im Franziskanermuseum jeweils von Dienstag bis Samstag von 13 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr besucht werden. Führungen durch Mitglieder der Narrozunft finden immer sonntags um 15 Uhr statt.