100 Jahre „Alter Benz“: Eine neue Sonderausstellung im Wolfacher Schloss erzählt die bewegte Geschichte des Feuerwehr-Oldtimers.
Wolfachs Feuerwehrund ihr Vorzeige-Oldtimer, der Alte Benz, haben eine spannende wie bewegte Geschichte. Der widmet das Team des Vereins Kultur im Schloss unter dem Titel „100 Jahre Alter Benz“ seine neue Sonderausstellung. Die Vernissage am Sonntag ist geladenen Gästen vorbehalten, ab Dienstag aber ist der Streifzug durch Technikliebe und Wolfacher Katastrophen für alle zugänglich – samt ganz besonderen Hinguckern.
Fürs Offenburger Tageblatt öffneten die stellvertretende Vorsitzende Sylvia Reiser und Museums-Baumeister Martin Seger am Donnerstag schon vorab die Schlosstür zu einem Rundgang. „Zweimal gekauft, zweimal restauriert“, lässt sich d e Geschichte der 1926 für 27.960,50 Euro von den Benz-Werken Gaggenau ausgelieferten Motorspritze knapp zusammenfassen. Doch in den 100 Jahren Alter Benz stecken auch etliche Katastrophen, zu denen die Wehr ausrückte, schöne Erinnerungen an Oldtimer- Ausfahrten bis nach Wien und Tausende Arbeitsstunden, in denen der Benz nach dem verheerenden Brand von 2011 in akribischer Detailarbeit neu aufgebaut wurde.
All das zeichnet die Schau im langen Gang nach. Neben Fotos auch mit verkohlten Originalteilen des Benz. Und mit Erinnerungen der Feuerwehrkameraden, denen die Besucher an mehreren Audio- und Videostationen lauschen können. Heraus sticht ein Wackelbild, das je nach Blickwinkel das verkohlte Benz-Wrack oder den wie neu wirkenden Oldtimer zeigt.
Beim Hungerturm bietet auch diese Sonderschau wieder einen ganz besonderen Blickfang. Dort dürfen die Besucher auf der stilecht nachgebauten Benz-Fahrerbank vor einem Schlosstor-Bogen für eine virtuelle Video-Rundfahrt durch die Innenstadt Platz nehmen.
Daneben stehen sogar noch Helme, Uniform-Jacken und Stiefel als Outfit fürs perfekte Erinnerungsfoto parat. Eine weitere Multimedia-Installation bietet Einblick in die Technik des Alten Benz: Auf Knopfdruck starten Videos, in denen etwa der 40 PS starke Motor und andere Details thematisiert werden. Gussformen und Teile-Zeichnungen erinnern an den immensen Aufwand, den die Benz-Gruppe für die Restauration betrieb.
Doch das Museums-Team zieht den Fokus weiter: Im großen Saal verschmelzen das Thema Feuerwehr und die unter diesem Aspekt neu angeordnete stadtgeschichtliche Ausstellung. Eisgänge, Brände und Hochwasser werden mit Fotos, Videos und Zeitungsartikeln in Erinnerung gerufen. An einer Audiostation erzählen Feuerwehrkameraden über ihr besonderes Ehrenamt.
Diesmal gebe es bewusst auch längere Texte als in früheren Ausstellungen, erklärten Seger und Reiser. Damit lassen sich einerseits mehr Information vermitteln, andererseits gebe es Anreiz, die Ausstellung mehrfach zu besuchen. Im Oktober 2025 starteten die Vorbereitungen zur Schau mit einer ersten Besprechung. Von Anfang an habe die Feuerwehr das Museumsteam nicht nur mit reichhaltigen digitalen Materialquellen, sondern auch mit konkreten Gestaltungsideen versorgt. „Das hat uns die Arbeit schon sehr erleichtert“, sagt Reiser. Den Entwurf für die fertige Ausstellung plante Seger am CAD-Programm. Ab März ging’s im Team an die Umsetzung.
Öffnungszeiten
Ab 12. Mai ist das Museum aber Ende Oktober wieder dienstags, donnerstags, samstags, sonntags und feiertags von 14 bis 17 Uhr für alle geöffnet. Der Eintritt ist frei.