Im Atrium der Vivida-BKK in Schwenningen wurde jetzt die Fotoausstellung des Jahresprojekts „Ohne Wenn und Aber“ des „Geschwisterchlups“ eröffnet. Gruppenleiterin Andrea Chlup (vorne, Zweite von rechts) ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Hier ist sie mit den Geschwisterkindern sowie weiteren Helferinnen und Helfern zu sehen. Foto: Jochen Schwillo

Es sind 14 individuelle Träume, die für Geschwisterkinder wahr geworden sind und die auf großen Fotopostern im Atrium der Vivida-BKK am Vorderen See in Schwenningen präsentiert werden. Sie werden bis zum 21. November gezeigt.

Geschwister von pflegebedürftigen Kindern müssen ihre Bedürfnisse oft zurückstellen und werden seltener noch als die Eltern gefragt, wie es ihnen geht und was sie brauchen.

 

Seit sechs Jahren treffen sich deshalb 14 Kinder regelmäßig im „Geschwisterchlup“ des Bunten Kreises Villingen-Schwenningen-Singen, zu erlebnisreichen Auszeiten. Der ist benannt nach Andrea Chlup, die das Angebot leitet.

Alle Kinder, die daran teilnehmen, eint, dass sie einen Bruder oder eine Schwester mit Behinderung oder Krankheit haben. Unter dem Motto „Ohne Wenn und Aber“, konnte man den Geschwisterkindern nun einen Erlebniswunsch erfüllen.

Dank des Entenrennens

Die 14 Kinder durften sich durch eine großzügige Spende aus dem Entenrennen des Round Table 76 Villingen-Schwenningen über 15 000 Euro individuelle Erlebnisswünsche erfüllen und sich mutig und abenteuerlustig an Aktionen herantrauen.

Von Eiskunstlauftraining in der Schwenninger Helios-Arena oder Tanzen im Theater am Ring in Villingen über Fliegen im Windkanal, ein exklusives Trainingstreffen mit dem Ballfreestyler Patrick Bäurer in seinem Wohnzimmer in Hondingen, Bungee-fit-Training in St. Georgen, Schokoladenherstellung in Villingen über eine Zoonacht in Karlsruhe, Survivaltraining in Hubertshofen bis zu einer eine Reise alleine nur mit Mama nach London war alles dabei.

Was die Kinder erlebt und empfunden haben, wo sie sich überwinden mussten, erzählen sie selbst in Zitaten unter den Fotopostern. Bei diesen besonderen Erlebnissen entstanden dokumentarische Fotos. Zum Teil wurden diese von der Villinger Fotografin Joanna Haag professionell angefertigt, zum anderen Teil haben die Kinder ihre Ausflüge selbst festgehalten. Es kamen hierbei eine ganze Reihe von Fotos zusammen, die Andrea Chlup in einem ersten Schritt sichtete und eine Vorauswahl traf. Anschließend wurden die 14 Geschwisterkinder ins Boot geholt, deren Meinung auch noch wichtig war, bevor schließlich die Fotoposter entstanden sind. Das große Ziel der Ausstellung ist es Sichtbarkeit für Geschwisterkinder zu erreichen. Oft nehmen sie sich sehr zurück und sind es nicht mehr gewohnt, Wünsche zu äußern oder etwas für sich alleine einzufordern.

Überall offene Ohren

Das Jahresprojekt war für alle eine absolute Krönung eines langjährigen gemeinsamen Weges im „Geschwisterchlup“. Man konnte problemlos auf die gewachsenen regionalen Netzwerke mit Vereinen oder Einzelpersonen zurückgreifen und ist bei allen Anfragen um eine Mitwirkung auf offene Ohren gestoßen. Bei der Vernissage in den Räumen der Krankenkasse berichtete Andrea Chlup, dass es nicht einfach gewesen sei, geeignete Räumlichkeiten für die Fotoausstellung zu finden. Nachdem es etliche Absagen gegeben hatte, freute man sich umso mehr, dass es in der Vivida-BKK klappte.

Krankenkassen-Vorstand Siegfried Gänsler betonte, dass dieses Projekt den größten Respekt mehr als verdient habe und lobte das Engagement der Kinder. „Hut ab vor dem Mut“, stellte Gänsler im Krankenkassen-Atrium fest und hob die Wertigkeit des „Geschwisterchlups“ hervor.

Raum für Freundschaften

Denn hier finden Geschwisterkinder den nötigen Raum, um auch neue Freundschaften schließen zu können. Die Vivida-BKK habe ihre Räumlichkeiten gerne zur Verfügung gestellt, so Gänsler, für den das soziale Miteinander des Bunten Kreises auch eine bedeutende Säule für ein gesundes und erfülltes Leben ist.

Matthias Henschen, Leiter des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin am Schwarzwald-Baar-Klinikum stellte fest, dass betroffene Geschwisterkinder für die Familien eine Bereicherung darstellen können.