Der Nussknacker, ein Symbol und Glücksbringer“ ist der Titel der neuen Sonderausstellung im Museum Auberlehaus. Manch skurriles ist zu sehen.
„Die Idee hierzu sei schon länger gereift, erzählt Frieder Witte, der stellvertretende Vorsitzende des Arbeits- und Förderkreis Trossinger Heimatmuseum, mit Blick auf die vor sechs Jahren präsentierte Sonderausstellung „Das Weihnachtswunderland - Holzkunst aus dem Erzgebirge“, die er schon damals kuratierte.
„Jetzt wollte ich ein Thema aus der Holzkunst im Erzgebirge rausgreifen, nämlich den Nussknacker“. Die jetzt ausgestellte Sammlung mit einer bunten Vielfalt aus neun verschiedenen Ländern kommt aus der Heimat von Frieder Witte, das ist Neuhausen im Erzgebirge.
„Hier hat mein ehemaliger Klassenkamerad Uwe Löscher im Jahr 1994 das erste Nussknackermuseum Europas gegründet“. In seiner Ausstellung seien mehr als 7000 Nussknacker zu sehen. 349 Exponate durften jetzt nach Trossingen ins Auberlehaus reisen.
Aus der Not geboren
Die Holzkunst im Erzgebirge sei eigentlich aus der Not heraus geboren worden „nach dem Ende des Erzabbaus suchten die Bergleute eine Beschäftigung“, weiß Frieder Witte, so habe man etwa um 1780 herum mit der Herstellung begonnen. Auf einer Schautafel ist Kurt Füchter zu sehen, der als Urvater des Nussknackers aus dem Erzgebirge gilt.
Seine Nachfahren produzieren noch heute unter dem Namen Fichter. Der größte Nussknacker im Auberlehaus hat eine stattliche Größe von 1,80 Meter und ist ein Nachtwächter. Der daneben platzierte kleinere hat eine besondere Funktion, denn er ist eigentlich ein Barhocker „den dürfen die Besucher gerne nutzen für ihre Handy-Foto-Shootings“, informiert er.
Der kleinste der Ausstellung ist kaum zu sehen, ist er nur zwei Zentimeter groß „aber wie fast alle in der Ausstellung voll funktionstüchtig“, erklärt Witte. Man könne mit diesem Erdbeernüsse knacken, also die winzigen gelben Nüsse, die jede Erdbeere hat.
Ein besonderes Stück ist auch der Kopf von Bismarck, der Nüsse knacken kann. Auch eine Nachbildung von Hillary Clinton funktioniere, doch „die knackt die Nüsse mit ihren Schenkeln“, erläutert Frieder Witte schmunzelnd, auch mit Blick auf weitere eher nicht ganz so jugendfreie Figuren und Zangen. Nusszangen seien früher oft ein Hochzeitsgeschenk gewesen seien „die Nuss gilt als Fruchtbarkeitssymbol“. Hauptmotive sind Soldaten und König. „Das waren die Obrigkeiten und gelten als Schutzsymbol.“
Eichhörnchen aus Gusseisen
Der älteste Nussknacker in der Ausstellung ist ein Eichhörnchen aus Gusseisen und stammt aus England von etwa 1900. Beliebt als Nussknacker sind vor allem auch Berufe wie Jäger oder Nachtwächter. Selbst Disneyfiguren dürfen nicht fehlen. „Es wurden auch jede Menge Geschichten geschrieben, wie beispielsweise König Nussknacker und der arme Reinhold“, auch diese Bücher bereichern die Ausstellung. „Außerdem haben wir wieder eine Ecke mit einer Reifendreherei aus dem Erzgebirge eingerichtet“, erklärt Frieder Witte. Hier können Besucher unter Anleitung ihren eigen Reifentiere vom Schaf bis zum einem Glücksschweinchen selbst drehen.
Die Sonderausstellung „Der Nussknacker, ein Symbol und Glücksbringer“ ist bis einschließlich Montag 2. Februar 2026 (Maria Lichtmess und zugleich das Ende der Weihnachtszeit) zu sehen, jeden Sonntag von 13.30 bis 17 Uhr. Sonderführungen sind nach Voranmeldung unter 07425/ 2 77 03 jederzeit möglich.