Klaus Wickersheimer ölt seinen "Suchenden" im letzten Arbeitsschritt ein, um die Skulptur etwas wetterfester zu machen. Foto: Sum

Nachdem der Taucher verschwunden bleibt, hat der Suchende die Ausstellung "Kunst taucht auf" auf dem Schiltacher Vorland ab jetzt fest im Blick.

Schiltach - "Die Idee zum Suchenden ist aus der Not heraus geboren", sagt Klaus Wickersheimer. Schließlich ist die Taucher-Skulptur, die er extra für die Aktion der Künstlergruppe Forelle Blau kreiert hat, seit einer Woche weg – vermutlich aus dem Bach gestohlen. "Unsere Ausstellung dauert noch sechs Wochen. Und ich wollte nicht, dass jetzt kein Werk mehr von mir dabei ist", erklärt er.

Täter lassen nur die Dübel da

Nur wenige Tage nach der Vernissage war der Taucher verschwunden, eines Morgens einfach weg. Wickersheimer hat daraufhin Anzeige erstattet. Hinweise auf die Diebe gebe es bislang nicht. "Die haben sogar die Schrauben mitgenommen. Nur noch die Dübel waren da", erzählt er. Der Künstler hat seine Hoffnung aufgegeben, dass die Skulptur aus Tannenholz noch mal auftaucht.

Figur bewacht Ausstellung

Unterkriegen lassen will er sich von dem fiesen Klau aber nicht. "Übers Wochenende ist in mir die Idee gereift, eine neue Skulptur zu schaffen", schildert er. Aus ersten Überlegungen, mit dem neuen Werk nach Hinweisen auf den Taucher zu fragen, sei die Idee entstanden, eine Figur mit Fernglas zu schaffen: "Sie sucht den Taucher. Gleichzeitig hat sie die Ausstellung im Blick und bewacht sie", erklärt Wickersheimer die schöne Doppeldeutigkeit seiner Skulptur.

Werk erzählt Geschichte weiter

Ihm sei von Anfang an klar gewesen, dass "ich keine Figur aus meinem Bestand hinstelle, sondern etwas mache, das Bezug zu der ganzen Geschichte hat". Sie wird sozusagen weitererzählt: Statt durch eine Taucherbrille blickt die neue Figur jetzt eben durchs ebenfalls schwarze Fernglas. Auch das Rot der Badehose greift Wickersheimer in der neuen Skulptur auf.

An einem Tag entstanden

Fest stand für Wickersheimer auch, dass er nicht allzu viel Zeit investieren kann: "Das Ding muss in einem Tag fertig sein" – schließlich laufe die Aktion ja schon. Dieses Ziel hat er erreicht: Aus einem Stück Kiefer hat er mit der Kettensäge den "Suchenden" am Dienstag geschaffen und bemalt. Am Mittwoch wurde das Holz eingeölt, um es etwas wetter-resistenter zu machen. Am Donnerstagvormittag möchte Wickersheimer die Skulptur im Bach aufstellen. "Er kommt an die gleiche Stelle wie der Taucher", sagt der Künstler.

Kunstraub sorgt für Wirbel im Städtle

Der Kunstraub indes hat im Städtle für Wirbel gesorgt. "Viele sprechen mich an, jeder fragt nach", erzählt Wickersheimer. Die Leute könnten nicht verstehen, wieso jemand die Figur einfach mitnimmt. "Und zuhause aufstellen kann sie ja niemand. Der Taucher ist inzwischen bekannt und würde von anderen sofort erkannt", ist sich der Künstler sicher.

Er freut sich, dass die vielen Touristen und Einheimischen ab Donnerstag wieder einen Hingucker in der Schiltach entdecken können – einen, der zurückguckt.