Fritz Schelzke hat die floralen Ölgemälde seiner Mutter Liselotte Schelzke der Stadt als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. Foto: Marschal

Florale Ölmalereien von Liselotte Schelzke sind derzeit als Dauerausstellung im Rathaus und im Alten Spital zu sehen. Ihr Sohn Fritz Schelzke hatte sie nach dem Tod seiner Mutter 2021 zu sich geholt und will sie der Öffentlichkeit präsentieren.

„In Deutschland gab es nur eine Handvoll Künstler, die so gut filigrane Blumen malen konnten“, sagt der Rosenfelder Fritz Schelzke über seine Mutter Liselotte. Die Bilder der Malerin, die im Jahr 2021 91-jährig gestorben ist, zeigen vor allem florale Motive in leuchtenden Ölfarben. In einer Dauerausstellung zieren Gemälde aus ihrem Nachlass nun die Wände im Treppenhaus des Rathauses und Wände im Alten Spital.

 

Rund 40 Bilder hat Fritz Schelzke nach dem Tod seiner Mutter aus seinem Elternhaus im pfälzischen Spesbach mitgenommen. „Das war einer der größten Kunstraube der Geschichte“, sagte er im Gespräch mit unserer Redaktion scherzhaft. Nun sorgt der Vorstand der Stiftung Helixor dafür, dass die Bilder von Liselotte Schelzke nicht in einem Hinterzimmer verstauben. „Die Bilder sollen Freude machen“, sagt der ehemalige Berufssoldat – und das sei ihm wichtiger, als Geld mit der Kunst zu verdienen. Bei Interesse gebe er auch Bilder seiner Mutter gegen einen Anerkennungsbetrag her. Einige Ölgemälde zieren die Wände seines Zuhauses, doch es sind weit mehr, als er aufhängen kann. Zumal er auch viele Bilder, die sein Vater Gerhard gemalt hat, aufgehängt hat.

Porzellanmalerin bei Rosenthal

Liselotte Schelzke, geborene Martin, kam 1930 in der Pfalz zur Welt. Auch ihr Mann, Gerhard Schelzke war Künstler und arbeitete wie sie als Porzellanmaler in der Firma Rosenthal in Landstuhl. Dabei stammte Liselotte Schelzke aus ärmlichen Verhältnissen. Nach dem Zweiten Weltkrieg sei laut ihrem Sohn nicht an eine akademische Laufbahn zu denken gewesen. Sie absolvierte eine malerische Ausbildung beim Kunstmaler Adolf Paul in Mittelbrunn.

Ihre filigranen Blumenmalereien deuten auf ihren Brotberuf hin: Bei der Porzellanmanufaktur Rosenthal verzierte sie Porzellan mit kleinteiligen floralen Motiven.

Genaue und schnelle Malerin

Die Pfälzerin bevorzugte bis ins hohe Alter leuchtende Ölfarben. Weil damit Fehler schwerer auszubessern sind, malte sie besonders genau, doch gleichzeitig recht schnell. „Manche Bilder sind innerhalb von drei Stunden entstanden, erinnert sich der stolze Sohn. Bis etwa zwei Jahre vor ihrem Tod sei sie noch regelmäßig an der Leinwand gestanden.

Zunächst betrieb sie nebenbei Hobbymalerei in der kleinen Werkswohnung und belieferte später einen Kunsthandel. Die ganze Familie war in den Produktionsprozess einbezogen, der in der Masse gehobene Bauernmalerei auf Teller und über Milchkannen bis hin zu Möbel ermöglichte. Auch Landschaften hat Schelzke gemalt, allerdings vornehmlich auf Bestellung, wegen deren besonderen Beziehung zu den Kunden.

Bilder sollen Freude bereiten

„Meine Mutter wollte mit ihrem Schaffen immer Freude bereiten und darauf aufmerksam machen, dass das Glück und die Wunder der Natur nicht in weiter Ferne liegen“, erklärte Fritz Schelzke.

Ursprünglich wollte der Künstlersohn die floralen Bilder Seniorenheimen als Leihgabe anbieten, doch seine Versuche scheiterten. Umso glücklicher ist er, dass sein Vorstoß bei Bürgermeister Thomas Miller auf offene Ohren gestoßen ist. Eine Vernissage habe es aus gesundheitlichen Gründen nicht gegeben.

Die Gemälde sind zu den üblichen Öffnungszeiten des Rathauses und der Stadtbücherei, die im im Alten Spital unter gebracht ist, zu sehen.