Farbe, Weite, Kontinente – Oberndorf würdigt das Schaffen und Wirken von Sigrid Vogt-Ladner mit einer besonderen Ausstellung.
Farbe, Weite und der„Tanz des Lebens“ – Ausstellung zum 90. Geburtstag von Sigrid Vogt-Ladner in der Klosterbaugalerie
Anlässlich ihres 90. Geburtstags widmet die Klosterbaugalerie einer außergewöhnlichen Künstlerpersönlichkeit eine besondere Ausstellung: In Kooperation mit der Stadt Oberndorf und dem Landkreis Rottweil werden Werke aus den prägenden Schaffensphasen von Sigrid Vogt-Ladner gezeigt. Die Eröffnung ist am Samstag, am 7. März, ab 16 Uhr. Die Eröffnungsrede hält Bürgermeister Winter.
Bürgermeister Matthias Winter betont seine Freude darüber, die in Oberndorf lebende Künstlerin in der Klosterbaugalerie präsentieren zu dürfen. Es sei ihm ein persönliches Anliegen, lokale Kunstschaffende sichtbar zu machen und kulturelles Engagement in der Kommune aktiv zu fördern.
Besondere Bedeutung
„Man wird mit Kunst konfrontiert – und genau das ist wichtig. Sie fordert uns auf, uns auseinanderzusetzen“, so Winter. Dass sich in dieser Ausstellung gleich mehrere Jubiläen bündeln – der 90. Geburtstag der Künstlerin, zahlreiche künstlerische Wegmarken und nicht zuletzt 65 Jahre Eheschließung – unterstreiche die besondere Bedeutung dieses Moments.
Auch Anna-Maria Altmann, Kulturbeauftragte der Stadt, freut sich über die Ausstellung: „Es tut gut, wenn wieder Farbe in die Klosterbaugalerie einzieht. In den Bildern steckt unglaublich viel Leben, Neugier und Unterwegssein – geografisch wie innerlich.“
Drei Werkgruppen – ein bewegtes Leben
Kuratiert wurde die Ausstellung von Johannes Waldschütz und Rainer Pohler in enger Abstimmung mit der Künstlerin. Waldschütz, Stabsbereichsleiter Archiv, Kultur und Tourismus des Landkreises Rottweil, erklärt: „Uns war es ein Anliegen, anhand von drei Werkgruppen exemplarisch das jahrzehntelange Schaffen von Sigrid Vogt-Ladner darzustellen.“
Die erste Werkgruppe, „Tanz des Lebens“, greift Menschen, ihre Interaktionen und ihr „In-der-Welt-Sein“ auf. Bewegung, Entwicklung und Evolution werden hier zu Sinnbildern verdichtet.
„Tanz des Lebens“
Die zweite Werkgruppe, „Vegetation“, widmet sich der Natur – einem Herzstück ihres künstlerischen Arbeitens. Von der Schlichemklamm bis zu Urwaldbildern aus fernen Ländern verarbeitet Vogt-Ladner Naturerfahrungen, Jahreszeiten und elementare Kräfte in intensiven Farbkompositionen.
Den dritten Schwerpunkt bildet seit mehr als drei Jahrzehnten Afrika, insbesondere Namibia. Die Reduktion und Stille der Wüste faszinierten die Künstlerin zutiefst. Aus Basalt entstanden, vom Wind geformt – diese Landschaft wurde für sie Sinnbild von Ursprung, Wandlung und dem „Tanz des Lebens“.
Das Sichtbare und das Unsichtbare
„Ich möchte das Sichtbare und das Unsichtbare gleichermaßen zum Ausdruck bringen“, beschreibt Vogt-Ladner ihr Credo. Ihre Arbeiten entstehen aus Erfahrung, Erinnerung, Inspiration und Intuition. Sie malt meist in Acryl-Mischtechnik, häufig in Zyklen.
Zu sehen sind eindrucksvolle Tierdarstellungen – etwa ein Elefant, der durch Farbgebung als sanftmütiges Wesen erscheint, oder eine Gepardin, die zugleich Wildheit und Fürsorge ausstrahlt. Auch großformatige Vegetationsbilder sowie Werke, die mythologische Motive aufgreifen, sind Teil der Ausstellung.
Reisen, Umwege und Ankommen in Oberndorf
Das Leben von Sigrid Vogt-Ladner war stets in Bewegung. Viele Umzüge und Wohnorte prägten ihren Lebensweg, bevor sie schließlich in Oberndorf eine Heimat fand – ein Ort, mit dem sie sich heute eng verbunden fühlt. Seit 35 Jahren unterrichtet sie unter anderem an der Volkshochschule und hat Generationen von Menschen für die Malerei begeistert.
Ihre künstlerische Entwicklung nahm in den Alpen Fahrt auf – dort wurde ihr einst prophezeit, sie müsse entweder Künstlerin werden oder in die Politik gehen. Später führten sie Reisen durch Europa, Asien und schließlich nach Afrika. Der Zugang zu Afrika entstand auch über ihre Tochter, die nach dem Abitur zunächst nach Israel und später weiter nach Afrika ging. Die Besuche dort öffneten neue künstlerische Horizonte.
Namibia wurde zu einem zentralen Ort – auch zur Verarbeitung eines schweren persönlichen Verlustes. Immer wieder reiste das Ehepaar mit Geländewagen und Kompass durch die Wüste, oft fernab jeglicher Zivilisation. Begegnungen mit der Natur – etwa das stille, intensive Aufeinandertreffen mit einem Elefanten in freier Wildbahn – fanden später ihren Weg auf die Leinwand.
Ein weit verzweigtes künstlerisches Wirken
Sigrid Vogt-Ladner ist Mitglied in mehreren Kunstvereinen. Sie nahm an zahlreichen Symposien im In- und Ausland teil, ihre Werke sind in öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten.
Musikalisch umrahmt wird die Eröffnung von einem Mitglied der Familie Goritzki, deren Verbindung zur Region und zur Künstlerin bis in die Schulzeit zurückreicht.
Die Ausstellung
Ausstellungsdauer
8. März bis 11. Juli 2026
Öffnungszeiten
Montag, Mittwoch, Freitag: 8 bis 12 Uhr; Dienstag 8 bis 12 Uhr und 14 bis 16.30 Uhr; Donnerstag 8 bis 12 Uhr und 14 bis 17.30 Uhr. Feiertags geschlossen
Sonderöffnungen
an den Sonntagen 29. März, 26. April, 14. Mai und 23. Juni von 11 bis 17 Uhr