Zwei Künstlerinnen aus Freiburg präsentieren ihre Arbeiten erstmals in der Lörracher Galerie Regardez. „Licht trifft Farbe“ – so der Titel. Die Kreativität der beiden fasziniert.
Die Farbe lebt. Ungewöhnliches hat die Freiburger Künstlerin Christa Kleemann mit ihren leuchtenden Glasobjekten mit LED geschaffen. Sie stellt in der Galerie in der Humboldtstraße 8 bei Walter Schmitt und Antje Gärtner aus. Zusammengeführt wurde sie mit der ebenso aus Freiburg stammenden Malerin Andrea Dürr.
Die Werke der beiden Künstlerinnen ergänzen sich auf geradezu wunderbare Weise: Tatsächlich viel „Licht und Farbe“, wie der passende Ausstellungstitel suggeriert - dazu unbestimmte Weite, verschwindende Horizonte, verwischte Formen, magische Zeichen, Traumwelten.
Aufwendige Glaskunst
Glaskunst ist aufwendig, das Material anspruchsvoll. Besonders, wenn Farbpigmente eingefügt werden und sich die Farben überlappen. So bei Christa Kleemann, deren ausladende Schale mit farbigen, sich überschneidenden Linien ein Blickfang ist. Besonders verblüfft sie mit ihren Leuchtkästen. Darin führt sie ihre zuvor gemalten, abstrakt reduzierten Farbstriche und -Formen weiter, indem sie diese bei wechselndem Licht ausleuchtet.
Dabei hat sich die Künstlerin dem komplizierten Thema Glas ganz ohne Scheu angenähert. Sie betrat in Karlsruhe eine Glaswerkstatt und sagte: Ich will meine Papierarbeiten in Glas umsetzen. Geklappt hat das tatsächlich. Nach einem vorher angefertigten Muster werden Gläser ausgeschnitten und das farbige Glas in Trägerplatten eingesenkt. Im Schmelzverfahren werden sie dann geformt und teilweise als letzte Arbeitsstufe satiniert.Und so strahlen intensive Farbkombinationen aus Bilderrahmen.
Intuitiv hat Kleemann unter anderem abstrakte Zeichen geschaffen, die ein chinesischer Besucher als Schriftzeichen las – von der Künstlerin unbeabsichtigt. So bedeutet die Striche und Halbrunden eines Werks im Chinesischen „Quelle“ und „Brunnen“. Wie passend.
Auch Fotografie
Neben der Glaskunst widmet sich die vielseitige Künstlerin auch der Fotografie. Gezeigt werden Ausschnitte digitaler Fotografien von Pflanzen, Landschaften, Himmel, Lichtern, die verfremdet bearbeitet werden. Reflexionen auf Wasser, Leuchtstreifen, ein dramatischer Feuerhimmel, organische Formen.
Mit Pigmenten
Andrea Dürr arbeitet mit Pigmenten, die sie schichtweise aufsetzt. Zudem verwendet sie eine Bienenwachslasur, die es ermöglicht, Farbe wieder zu reduzieren oder zu übermalen. Damit sorgt sie für Transparenz und Haptik auf ihren Bildern, die auf Leinwand, aber auch auf T-Shirt-Stoff gemalt werden. Durch die jeweilige Mischung des Pigmentpulvers kann sie die Dichte der Farbe selbst bestimmen. So entstehen dicke, strukturierte Aufträge genauso wie feinste, hauchzarte durchscheinende Schichten, die das Bild wie von innen leuchten lassen. Ein schöner Verweis auf die leuchtenden Glasbilder von Christa Kleemann.
Der Blick des Betrachters verliert sich in ihren abstrakten Landschaften. Dürrs Werke sind von der Natur, den wechselnden Jahreszeiten, dem wechselnden Licht und Emotionalität geleitet. Horizonte verschwimmen ins Grenzenlose, Erinnerungen an nordische Küsten, an rotgefärbte Himmel, an Wasser werden geweckt. Sie malt Bilder, die transparent und ohne Türen sind, wie sie es selbst formuliert.
Adam Matysik
Zusätzlich stellt demnächst der Lörracher Porträt- und Kunstfotograf Adam Matysik aus, der in seinen Schwarz-weiß-Arbeiten Bildserien mit einer abstrakten Symbiose zwischen Mensch und Architektur komponiert. Durch das Spiel mit Schatten und urbaner Geometrie entsteht so eine elegante Ästhetik des Alltags. Vernissage ist am 12. Juli um 18 Uhr.
Info
Die Ausstellung
„Licht trifft Farbe“ ist in der Galerie Regardez, Humboldtstraße 8, bis 9. August zu sehen; Öffnungszeiten: Fr und Sa, 15 bis 18 Uhr und ab 25. Juli nach Absprache