Bei der neuen Ausstellung des Vereins Bildende Kunst Lörrach dreht sich alles um „Zeich(n)en“.
Die Werke aller Künstler erforschen das Wesen des Zeichnens und seine tiefere,symbolische Bedeutung. Der Kunstverein und seine vier Kuratoren, Hanna Benndorf, Beate Fahrnländer, Gabriele Menzer und Jürgen Unseld gaben das Thema vor, nach diesem dann auch die vier Künstler ausgewählt wurden.
Wie die Künstler ausgewählt wurden
Der Entscheidungsprozess ginge meist schnell vonstatten, erzählt die Vorsitzende des Kunstvereins, Marga Golz, hinsichtlich der Konzeption einer Ausstellung sei man sich meist relativ schnell einig.
Dieses Jahr orientiert sich die Themenstellung an den Werken Emmanuel Henningers. Seine Zeichnungen sind sehr realistisch, detailgetreu und aufwendig. Der französische Künstler war früher Sozialarbeiter, bevor sich dem künstlerischen Schaffen verschrieb. Vor allem die Angst vor der Zukunft und die Zerstörung der Natur allerorts weckten in ihm den Drang, sich dem Thema künstlerisch zu widmen und so seine Ängste zum Ausdruck zu bringen und gleichzeitig auf die einzigartige Schönheit der Natur hinzuweisen. Um sich ein genaues Bild vor Ort zu machen, besuchte er anderem auch Camps von Naturschützer oder demnächst auch indigene Völker in Quebec, Kanada, was ihm durch ein Stipendium ermöglicht wird.
Mitgestaltet wurde die Ausstellung von dem Architekt und Künstler Günter Pfeifer. Er zeichne schon seiner Kindheit, erzählt der anwesende Künstler, er sei immer „am kritzeln“ gewesen. Bei den Eltern sei dann irgendwann die Frage entstanden, was die Zeichnungen ihres Kindes eigentlich ausdrücken wollten oder wie man sie interpretieren könnte. Für ihn fließen die Dinge oder Gedanken aus ihm selbst auf das Papier, es habe viel mit Traumata und dem Unterbewusstsein zu tun, er wisse meist selbst erst einmal nicht, was anfangs aus seinen Zeichnungen entstehen würde, und lasse es einfach fließen.
Die Zeichnungen sind eher abstrakt, gleichen Gedankenfäden, die sich aus vielen einzelnen Strichen zusammenballen, oder manchmal auch Gebäuden, wie dem Turm zu Babel. Die Kunst von Heike Jeschonnek ist wiederum eine Mischung aus Realismus und Surrealismus. Ihre Bilder sind mit Wachsfarben in verschiedenartigen Techniken gestaltet. Ein Fuchs beobachtet neugierig eine Eule im Flug mitten im Wald, die Stimmung ist friedvoll und realistisch gemalt. Auf einem anderen Bild steht eine Frau, eventuell sie selbst, vor einem Berg, auf dem wiederum ein Schiff steht. Vielleicht die Arche Noah? Da darf der Betrachter selbst seine Gedanken spielen lassen.
Grafische Elemente in Form von Collagen
Genauso wie bei den Werken von Elisabeth Endres. Diese wirken auf den ersten Blick etwas verstörend, bei längerem Hinschauen erkennt man aber die Perfektion der Komposition, sowohl in der Farbgebung als auch in zeichnerischer Hinsicht. Die Künstlerin aus der Nähe von Freiburg benutzt auch Wachsstifte, manchmal in Kombination mit grafischen Elementen, gestaltet als Collage. Sie höre sehr schlecht, erklärt Unseld im Gespräch, diese Krankheit würde natürlich auch in die Gestaltung ihrer Bilder mit einfließen und mache diese zu einem nicht unbedingt schönen, aber dafür umso faszinierenderen Einblick in die Gedanken der Künstlerin und deren künstlerische Umsetzung.
Die Ausstellung im Dreiländermuseum, Basler Straße 143, läuft bis zum 11. Januar 2026.