Das dürfte den Hüfingern bekannt vorkommen: Monika Burkart zeigt bei der am Freitagabend eröffneten Sonderausstellung „Stromschnellen“ einen 18 Meter langen diagonal durch die Räume verlegten Textil-Blumenteppich. Foto: Roland Sigwart

Zwei Künstlerpaare setzen sich mit Hüfingens Geschichte und ihren Erinnerungen an die Stadt auseinander.

So „nah dran“ am Hüfinger Brauchtum, an Hüfinger Jugenderinnerungen und an dem was Hüfingen so typisch und einzigartig macht, war wohl noch keine Stadtmuseum-Sonderausstellung wie die derzeit laufende, die unter großem Publikumsandrang am Freitagabend mit einer „familiären“ Vernissage eröffnet wurde.

 

Noch bis zum 13. April ist die Sonderausstellung „Stromschnellen – eine Jugend“ zu sehen: Die beiden Künstlerpaare Peter Gramming und Monika Burkart (Ulm) und Walter Gramming und „ushi f“ (Neustadt an der Aisch) haben sich mit den gezeigten Exponaten künstlerisch mit ihrer Jugend auseinandergesetzt, die zumindest die beiden Gramming-Brüder von 1963 bis 1969 tatsächlich im Hüfinger Städtle verbracht haben.

Obwohl am Hochrhein aufgewachsen, hat auch Peter Grammings Partnerin Monika Burkart persönliche Erinnerungen an Hüfingen – nämlich an Hüfingens Blumenteppichtradition an Fronleichnam: In den frühen sechziger Jahren besuchte sie mit ihrer Mutter eigens das Hüfinger Fronleichnamsfest, um Anregungen für das auch zu Hause gepflegte Blumenteppichlegen zu holen. Entsprechend zeigt Burkart im Stadtmuseum einen 18 Meter langen Textil-Blumenteppich, den sie diagonal durch die Räume verlegt hat.

Jugenderlebnisse sind Thema

Ihr Mann Peter Gramming hat das Werk geschaffen, das Namensgeber für die Sonderausstellung ist: Aus blauer transparent-reflektierender Kunststofffolie der Breg nachempfundene Wellen, die im Vortragsraum des Stadtmuseums „plätschern“. Bruder Peter Gramming hat sich mit Hüfinger Jugendfotos auseinandergesetzt, die er neu interpretierte.

Die in Berlin geborene ursprüngliche „Städterin“ Uschi Frank oder „ushi f“ zeigt ihre in einem Dorf bei Bad Kissingen gemachte Jugenderlebnisse. Alle vier Aussteller plauderten im Rahmen des von Kuratorin Ariane Faller moderierten Künstlergesprächs aus dem Nähkästchen ihres Kunstschaffens. Begeistert zeigten sich die Besucher von Jan Friese, der die Vernissage mit Gitarre und Gesang musikalisch umrahmte.