Eine äußerst interessante und informative Ausstellung über historische Furtwanger Uhrmacherei bis zur Gegenwart gibt es in der „Arche“. Für die Präsentation zeichnen neben Matthias Hüttlin verantwortlich: Harry Kunte (von links), Andreas Farsang, Gerhard Buchmann und Eva Renz, zu sehen vor einer „Trompeteruhr“ der Firma Emilian Wehrle. Foto: Siegfried Kouba

Spannende Einblick, seltene Exponate und 200 Jahre Geschichte. Die Sommerausstellung im Museumsgasthaus beleuchtet bis 1. November die Furtwanger Uhrenproduktion.

Die Sommerausstellung „Aus dem Schwarzwald in die Welt – Furtwanger Uhrenproduktion“ ist eröffnet. Sie ist bis 1. November im Museumsgasthaus „Arche“ zu sehen – und auf jeden Fall einen Besuch wert.

 

Bei der Eröffnungsrede am Donnerstag freute sich Gerhard Buchmann über die Leihgaben „aus allen Himmelsrichtungen“. Besonderer Dank galt dem in der Schweiz lebenden Reinhard Ketterer und froh war man, dass sich das Deutsche Uhrenmuseum einbrachte, dem sich eine neue Gelegenheit der Präsentation bot. Kommunikationsbeauftragte Eva Renz unterstrich, dass die Wurzeln der Uhrmacherei und der industriellen Entwicklung bei der Uhrmacherschule lagen und die Uhrenfertigung sich in Furtwangen gut nachvollziehen lasse.

Bei ihren Recherchen zur Deutschen Uhrenstraße, zu der Orte im Quadrat von Waldkirch, Lauterbach, Trossingen bis Lenzkirch gehören, fiel ihr ein Haus auf, das sie am Gütenbacher Gaisberg fand. Das Haus der Familie Löffler wurde 1830 von Benedikt Faller gebaut und war Heimat generationenübergreifender, hausgewerklicher Uhrmacherei. Hoch war der prozentuale Anteil der Gütenbacher Uhrmacher. 1808 zählte man 96 der 833 Seelen. Ein Artikel von 1896 bezeugt, dass „Kirchgang zugleich Geschäftsgang“ war. Teilefertigung zuhause entwickelte sich zur Arbeit in Fabriken und 1885 wurde die Badische Uhrenfabrik in Furtwangen (BADUF) gegründet.

Das sind die Macher

Gerhard Buchmann, der zusammen mit dem federführenden Harry Kunte sowie Andreas Farsang, dem Restaurator Matthias Hüttlin und Eva Renz die Ausstellung in drei Räumen der Arche konzipierte, verwies auf die Uhrmachergeschichte des Gebäudes Katzensteigstraße 1.

Uhrmachermeister Gerd Vollprecht brachte einen weiteren Aspekt ein: Hatte man früher Uhren exportiert, so würden heutzutage komplex ausgebildete Uhrmacher in die weite Welt gesandt.

Die Grüße von Bürgermeister Florian Merz überbrachte dessen Vertreter Manfred Kühne, der seit 1986 die handwerkliche und industrielle Entwicklung beobachtete.

Er erinnerte an die Diskussion zur Übernahme der Arche durch die Stadt und stellte fest: „Hier läuft weiter alles, was mit Uhren zu tun hat.“ Beim Rundgang mit Matthias Hüttlin und Harry Kunte wurde die detaillierte Präsentation der Uhrmacherei von wertvollen, über 200 Jahre alten Schilderuhren bis hin zu Produkten der Robert-Gerwig-Schule des Jahres 2025 verdeutlicht.