Zum zehnjährigen Bestehen zeigt die Galerie in Aldingen eine Gesamtschau über die letzten Ausstellungen.
Die Aldinger Galerie im Altbau feiert ihren zehnten Geburtstag und das mit einer Gesamtschau über die Ausstellungen in dieser Dekade. Teil zwei wurde von Gerhard Liehner und spontan auch Bürgermeister Ralf Fahrländer eröffnet. Zu sehen sind die Werke von 19 Künstlern und Künstlerinnen aus der Region, von Angela M. Flaig über Dorothee Pfeiffer und Brigitte Teufel bis Helm Zirkelbach.
Etwas Besonderes
„Wenn unsere Welt einen Ticken besser werden soll, dann braucht`s solche Leute wie Sie“, sagte Fahrländer, der spontan zum Mikro gegriffen hatte – so spontan, dass er auf die, die er ehren wollte, erst einmal warten musste. Denn Heide Streitberger, die die Galerie vor zehn Jahren in den ehemaligen Räumen ihrer Firma ins Leben gerufen und entwickelt hat, war gerade im Nebenraum verschwunden.
„Sie haben mit der Galerie etwas Besonderes nach Aldingen gebracht“, und damit habe sie gezeigt, dass Kunst auch hier und nicht nur in Großstädten lebt. Gerhard Liehner blickte als ganz offizieller Redner auf die zehn Jahre zurück, auf die erste Ausstellung mit Werken von Thomas Finkbeiner, auf den Aufbau der ziemlich gewichtigen Werke von Maria Magel, für die glücklicherweise der Lastenaufzug zur Verfügung stand. Und in den er selbst trotz des Verbots einmal heimlich hineingeklettert und mit nach oben gefahren war.
„Ein toller Dreiklang“
Mit Blick auf die großen Ausstellungen von Wassily Kandinsky bis Caspar David Friedrich und Käthe Kollwitz in diesem Jahr betonte Liehner, wie wichtig das Erleben auch in unmittelbarer Nähe sei, das die Galerie von Heide Streitberger biete, mit dem nostalgischen Café Waltraut im Erdgeschoss, den Arbeitsräumen oben und den Ausstellungsräumen als Herzstück in der Mitte. Ein toller Dreiklang, so Liehner, „und die Idee einer Schau mit allen zeugt von Ihrem Unternehmerinnengeist.“ Klar, was sind schon zehn Jahre, wenn das Kloster Reichenau 1300 Jahre und Franz Kafka immerhin seinen 100. Todestag feiern kann. Doch im Rückblick auf eben diese zehn Jahre und die gewaltigen Veränderungen vom Ukraine-Krieg über den Klimawandel bis hin zur deutlich kälter gewordenen Gesellschaft sei hier die die Konzentration auf das Schöne möglich, und durch die vielen Künstler könne die Ausstellung unterschiedlicher und vielfältiger nicht sein. „Es tut gut, mal Abstand zu haben.“ Die Geschenke, die hätten die Künstler schon alle mitgebracht, und er selbst sorgte mit seinem Kollegen Reinhold Schädler an Akkordeon und Gitarre für die musikalische Umarmung zum Galerie-Geburtstag.
Und nach dem Motto, das er sich bei Maupassant auslieh, gab er die Devise aus für den restlichen Abend: „Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen.“ Bei Sekt, Häppchen und Gesprächen mit den Künstlern.
Die Ausstellung ist ebenso wie der kleine Skulpturengarten hinter der Galerie noch bis zum 10. November zu sehen. Galerie und Café sind von Donnerstag bis Sonntag jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet.