Der Heimat- und Geschichtsverein Aichhalden-Rötenberg beschäftigt sich bei seiner neuen Ausstellung im Rathaus mit dem Fußballverein Aichhalden und Athletenbund Aichhalden.
Wenn die zahlreichen Pokale, Medaillen, Urkunden und Wimpel in der Ausstellungsvitrine sprechen könnten, sie würden manche kuriosen Geschichten und Anekdoten ans Licht bringen. So aber muss der Betrachter sich mit Zeitungsberichten und Festschriften begnügen, um über die sportlichen Errungenschaften des AB Aichhalden und FV Aichhalden Bescheid zu wissen.
Den Vorstands- und Ausschussmitgliedern Eugen Ginter, German Auber, Walter Schwab und Engelbert Kimmich ist es erneut gelungen, mit viel zeitlichem Aufwand historische Utensilien für eine sehenswerte Ausstellung zusammen zu tragen, die einen Zeitraum von rund 100 Jahren umspannt.
Beim Blick in die Vitrine fällt sofort ein Trinkhorn der Ringer aus dem Jahre 1924 auf. Wie die Inschrift verrät, wurde sie einst von den Festdamen gestiftet. Ein ehemaliger Aktiver erinnert sich, dass diese Trophäe immer dann aus dem Trophäenschrank des ABA herausgeholt wurde, wenn ein wichtiger Sieg im Mannschaftsringen gelang. Dann wurde es mit Bier gefüllt und unter den Ringern herumgereicht. Dabei musste es mit einer Hand gehalten werden, um die andere zum rituellen Abklatschen auf Tisch und Horn frei zu haben. Aufgrund der besonderen Krümmung des Horns brauchte es ein kleines Kunststück beim Trinken, um zu verhindern, dass man den Gerstensaft nicht ins Gesicht geschüttet bekam.
Würdigung von „Fußballmutter“ Maria Schmider
Aus den vielen Pokalen sticht noch eine Holzkanone hervor, die es beim Turnier der Stadt Hornberg zu gewinnen gibt. Dies gelang den Ringern 2023. Aber auch beim 1946 gegründeten FV Aichhalden gibt es viel zu entdecken. So zum Beispiel die legendäre und 1982 verstorbene „Fußballmutter“ Maria Schmider, die weit über die Gemarkung Aichhalden bekannt war. Sie wird in Lebensgröße mit Schürze, originalem Waschkessel und Waschbrett von einem Fußballer und Ringer flankiert. Jahrelang wusch sie von Hand uneigennützig die Trikots der Kicker und hatte für sie immer ein offenes Ohr, obwohl sie genug andere Arbeit hatte.
Die Fußballer wissen nicht nur mit dem Ball umzugehen. Alljährlich erfreut die Theatergruppe, erstmals schon 1949, mit ihren Aufführungen mehrere hundert Besucher.
Die Ringer und Kicker verbindet vor allem die Zeit direkt nach dem Ende des zweiten Weltkriegs, als Sport in kleineren Gemeinden nur in einem Großverein erlaubt war. Auch wenn die SG Aichhalden 1953 wieder aufgelöst wurde und die Ringer und Fußballer bis heute eigene Wege gehen, profitieren sie durch gemeinsames Trainieren weiterhin voneinander.
Näheres zur Ausstellung
Die Schau
ist während der Öffnungszeiten des Rathauses zu besichtigen und dauert voraussichtlich bis Ende des Jahres.