Der Marktplatz in Triberg mit Bogenlampe (vorne), fotografiert bei einem Markttag um 1905. Foto: Foto Carle

Jubiläum: EGT zeigt zum 125-jährigen Bestehen die Ausstellung "Energie der Veränderung" im Kurhaus

Unter dem Motto ­"Energie der Veränderung" begibt sich eine ­Jubiläumsausstellung von Freitag, 17. September, bis Sonntag, 3. Oktober, im Kurhaus Triberg auf eine Reise durch die ­125-jährige Geschichte des Energieunternehmens.

Triberg. Eigentlich wollte die Unternehmensgruppe im September groß feiern. Die aktuelle Lage lässt ein ungezwungenes Zusammensein zum Bedauern der Firmenleitung derzeit allerdings nicht zu. Trotzdem können sich Interessierte in der großen Jubiläumsausstellung über die Geschichte informieren.

Sie beginnt eigentlich nicht erst 1896, sondern bereits viel früher. Am 15. Mai 1884 nimmt die Stadt Triberg die erste elektrische Straßenbeleuchtung im Großherzogtum Baden in Betrieb, die erste in Deutschland überhaupt, deren Strom mit Wasserkraft erzeugt wird. Der dicht mit Menschen angefüllte und mit Bogenlampen tageshell beleuchtete Marktplatz war wohl ein unglaublich beeindruckender Anblick.

Bogenlampe als Wegweiser

Es war der Beginn der "Energie der Veränderung", so der Slogan der EGT, der Aufbruch in die Zukunft der Elektrizität, wie sie heute alle als selbstverständlich betrachten und die immer weiterentwickelt wird. "Energie der Veränderung" lautet deshalb der Titel der Jubiläumsausstellung. Die Bogenlampe der ersten Stunde begleitet die Besucher durch die Ausstellungsräume – im Original und auch als Wegweiser. Auch der Wasserfall als erste Energiequelle der Region hat seinen Platz gefunden. "Unsere Jubiläumsausstellung möchte die Besucher mit auf eine Reise durch die Geschichte der EGT nehmen. Von damals bis heute", erklärt Jens Buchholz, Vorstand der EGT AG.

Gemeinsam mit Wilfried Dold von der Firma Dold­Media plant die EGT bereits seit Anfang 2019 die Herausgabe einer großen EGT-Firmenchronik. Im Laufe der Recherche ist unglaublich spannendes und oft überraschendes Material aufgetaucht, das jetzt den Menschen der Region und allen Interessierten präsentiert werden soll. Die Jubiläumsausstellung zeigt einige Ausschnitte der großen Chronik, die Ende des Jahres erscheinen wird.

Sammelbox für alte Handys

"Die größte Herausforderung des Projektes war und ist, dass sich im Verlauf der Recherche eine scheinbar bekannte Firmengeschichte als immer vielschichtiger und spannender herausstellte", erläutert Dold, der seit fast zwei Jahren in der EGT-Geschichte gräbt. Deutschlandweite Recherchen zeigen, dass die EGT zu den Pionieren der Stromerzeugung mit Wasserkraft und der Elektromobilität zählt. Die EGT-Gründung war ein klassisches StartUp: Eine Gruppe von Münchner Investoren stellte rund 5,5 Millionen Euro bereit, um im Schwarzwald eine regionale Energieversorgung aufzubauen und Batterien für die Elektromobilität zu entwickeln und zu fertigen – Akkus, die Eisenbahnen, Kutschen, Autos und Schiffe antreiben sollten. Das alles ermöglichte in letzter Konsequenz die Kraft des Triberger Wasserfalls.

Aufgrund der derzeitigen Lage erfolgt die offizielle Eröffnung der Ausstellung nur im kleinen Kreis. Sie ist an drei Wochenenden geöffnet. Zwischendurch gibt es Sonderführungen für Schulklassen der Bildungspartner der EGT, auf Anfrage auch für andere Gruppen.

Und auch das Thema Umweltschutz hat seinen Platz bei der Ausstellung: Eine Handy-Sammelbox, die vom 17. bis 19. September während der Ausstellung beim EGT-Informationsstand aufgestellt wird, bietet den Besuchern die Möglichkeit, alte Handys, die voller Rohstoffe sind und ungenutzt zu Hause herumliegen, sachgerecht entsorgen zu lassen und damit Gutes zu tun.

Aline Rotter-Focken zu Gast

Der Höhepunkt der Ausstellung aber ist eine Autogrammstunde mit Aline Rotter-Focken, der frisch gebackenen Gewinnerin der Goldmedaille im Ringen am Sonntag, 3. Oktober, von 11 bis 12 Uhr. Die EGT unterstützt regelmäßig Vereine und Sportler der Region und hat auch Aline Rotter-Focken auf ihrem Weg zu Olympia begleitet. "Wir sind stolz und freuen uns sehr, dass sie sich die Zeit nimmt, bei unserer Ausstellung dabei zu sein" freut sich Jens Buchholz.

Es steht noch nicht fest, wie es mit der Ausstellung weitergeht. Teile davon sind auf jeden Fall im EGT-Haupthaus in Triberg aber auch in und um den EGT-Neubau in St. Georgen zu sehen. Geplant ist, dass einiges im Schwarzwaldmuseum Triberg einen Platz findet – ist die Geschichte der EGT doch eng mit der Geschichte der Stadt und ihrem Wasserfall verbunden.