Seit 1982 kauft die Stadt Schramberg zeitgenössische Kunst an. Die Auswahl übernimmt dabei die Kunstauswahlkommission, in der sich interessierte Bürger einbringen können. Mittlerweile befinden sich 70 Werke in der Sammlung, die nun als Sonderausstellung im Stadtmuseum gezeigt werden.
Die angekauften Werke werden dabei in der neuen Sonderausstellung grundsätzlich in der Reihenfolge des Erwerbs präsentiert, erläutert Kuratorin Lara Inge Kiolbassa im Gespräch. Als Kunst- Literatur und Medienwissenschaftlerin und Mitglied der Kunstauswahlkommission gehe es ihr darum mit der kreierten Ausstellung einem möglichst breiten Kreis an Menschen einen Zugang zu Kunst zu verschaffen.
Kunst hat in Schramberg einen hohen Stellenwert. Der Verein „Podium Kunst“ organisiert jedes Jahr wieder drei Ausstellungen zur Gegenwartskunst. Die Kunstauswahlkommission wiederum wählt zum Jahresende hin vor allem aus den dort präsentierten Werken welche zum Erwerb aus.
Alle 70 Werke, die von 53 Künstlern stammen würden, würden nun gezeigt, erläutert Museumsleiter Carsten Kohlmann. Die Sonderausstellung sei auch als Schritt zu begreifen, das 40-jährige Bestehen der Sammlung 2022 aufgrund der Coronapandemie im Nachhinein feierlich zu begehen.
Perspektivisch bleibe das weitere Vorgehen und der Umgang mit der Sammlung ebenfalls spannend – so stelle sich die Frage nach den Räumlichkeiten für eine Ausstellung der Kunst neu, wenn, die Sammlung in den kommenden Jahrzehnten weiter anwachse, führte Kohlmann aus. Das Stadtmuseum habe dieses Jahr gerade noch so alle Werke zeigen können. Außerdem sei von Einzelnen auch bereits gefordert worden die Kunstwerke permanent der Öffentlichkeit zu zeigen, was ebenfalls ein interessanter Gedanke sei.
Mehrere Mitmachstationen
„Kunst ist für alle da“, sagt Kiolbassa. Partizipationsmöglichkeiten der Besucher sind Kiolbassa deshalb auch in der Sonderausstellung wichtig. Sie hat mehrere Mitmachstationen aufgebaut. An einer können etwa verschiedene Pinsel kennen gelernt werden, an einer anderen können passende Gerüche zu einem Gemälde ausgewählt werden. Auf diesem Wege will sie zeigen wie facettenreich die städtische Sammlung der zeitgenössischen Kunst ist. Passend zur Sonderausstellung erscheint in der Schriftenreihe des Stadtarchivs und Stadtmuseums zudem ein Ausstellungskatalog, der den Gesamtbestand mit Hochglanzfotos dokumentiert und zahlreiche hintergründige Essays enthält.
Eröffnung am Sonntag
Die Eröffnung der Sonderausstellung findet am Sonntag, 12. Mai, um 11.30 Uhr statt. Die Sonderausstellung ist vom 13. Mai bis 20. Oktober im Stadtmuseum zu den regulären Öffnungszeiten zu sehen. Das Museum ist dienstags und samstags von 13 bis 17 Uhr sowie sonn- und feiertags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.
Zur Sonderausstellung gibt es auch ein umfangreiches Begleitprogramm. So bietet Kuratorin Kiolbassa am 28. September um 13 Uhr etwa eine Führung zum Thema „Worte, Gedichte, Emotionen“ an. Annette Hehr wird als stellvertretende Museumsleiterin am 23. Juli über „Konservatorische Maßnahmen für Kunstgegenstände in Museen und Privathaushalten“ sprechen.