Sascha Falk (Kreisvolkshochschule), der Künstler Wali Soroush sowie Ruth Maurer und Martin Dietz vom Freundeskreis Asyl Freudenstadt bei der Ausstellungseröffnung (von links) Foto: Waltraud Günther

Fotokünstler Wali Soroush gibt bei Ausstellung im Kreishaus beeindruckende Einblicke in unterschiedliche Facetten seines Heimatlandes.

Eine große Besucherschar war der Einladung des Freundeskreis Asyl Freudenstadt, ein eingetragener Verein, zur Vernissage der Fotoausstellung „Gesichter Afghanistans“ in das Freudenstädter Kreishaus gefolgt.

 

Dort präsentierte der vor zwei Jahren aus Afghanistan geflohene Fotograf Wali Soroush ausdrucksstarke Bilder seines Heimatlands. Mit seinen beeindruckenden großformatigen Fotos gelang es Soroush vom ersten Augenblick an, der derzeit düsteren Realität Afghanistans andere Klangfarben – jung, bunt und voller Energie – entgegenzusetzen. Auf seinen großformatigen, auf Acryl gedruckten Fotos hatte der 24-jährige Soroush Menschen und Landschaften abgelichtet, die die ehemals große Bandbreite seines an Geschichte und Kulturschätzen reichen Heimatlandes erahnen ließen.

„Afghanistan hat viele Gesichter, einige davon möchte ich Ihnen heute zeigen“, so der Fotokünstler. Ausgewählt dafür hatte er Szenen, in denen Mädchen in einem Hinterzimmer konzentriert dem Unterricht folgen, oder Eindrücke von einem traditionellen Getreidemarkt. Zu den Motiven gehören auch ein Blick auf einen Slum im Westen Kabuls, auf die Felswand ohne die Jahrhunderte alten Statuen, die 2001 zerstört wurden, aber auch auf friedliche Passanten, die sich im Fluss spiegeln.

Von Lebensfreude durchdrungen

Seine auf Deutsch gehaltene Eröffnungsrede beendete Soroush mit einigen an seine Landsleute gerichteten Sätze in Farsi. Sichtlich zufrieden zeigte sich auch der Leiter der Kreisvolkshochschule, Sascha Falk. Er sei beeindruckt von dieser sehr gelungenen Ausstellung, begeistert von den Fotos, die von Lebensfreude durchdrungen seien.

Zufriedene Gesichter gab es auch bei den Aktiven des Freundeskreises Asyl. Wurde doch, wie Vorsitzender Martin Dietz erläuterte, mit dieser Ausstellung ein Ziel des Vereins erreicht: Räume schaffen, in denen sich Geflüchtete darstellen können. „In denen nicht irgendjemand über sie spricht, sondern in denen sie selbst zu Wort kommen“, präzisierte Dietz. Er freue sich, dass die hier bis Ende Januar gezeigten Bilder ein guter Anlass dazu seien. Die Bilder würden, so Dietz, eine starke Resonanz auslösen und „wunderbar die Ernsthaftigkeit und die Wärme dieser Menschen widerspiegeln“.

Ausdrucksstark und farbenfroh

Dass die ausdrucksstarken und farbenfrohen Bilder die Besucher begeisterten, zeigte sich an den regen Gesprächen, die entstanden. Dabei verriet Soroush, der in Kabul Wirtschaftswissenschaft studierte, dass er inzwischen eine Ausbildung als Kurierfahrer absolviert hat. Die dargebotenen typisch afghanischen Snacks sorgten zusätzlich für Wohlfühlatmosphäre.

Info

Der Freundeskreis Asyl
begleitet und unterstützt seit 2013 Geflüchtete in Freudenstadt. Ziel des Vereins ist es, Menschen bei ihrem Ankommen zur Seite zu stehen und damit zu einem gelingenden Miteinander beizutragen. Neben dem Begegnungscafé und der Einzelfallhilfe werden Sprachkurse angeboten, die nachmittags in den Räumen der Friedenskirche von Ehrenamtlichen organisiert werden.