José Oliver (von links), Wolfram Paul, Gerlinde Hirschbühl, José Schloss, Siegfried Eckert, Uwe Baumann, Silke Gerfen und Juliane Wende freuten sich über die gelungene Eröffnung der Winterausstellung im Hasemann-Liebich-Museum. Foto: Störr

Die Vernissage zur Winter-Ausstellung im Gutacher Hasemann-Liebich-Museum war ausgesprochen gut besucht. In Verbindung mit dem "Kosmos Schwarzwald" sind Werke von zehn Künstlern zum Thema "Raum-Gefühl" zu sehen.

Gutach - Gerlinde Hirschbühl, Vorsitzende des Kunstvereins, begrüßte die Gäste und dankte ihrem Mit-Vorstand José Schloss sowie Vize-Vorstand Martin Moser für die unverzichtbare Hilfe bei der Vorbereitung und Auswahl der Werke.

Im Jahr 2017 sei der Kosmos Schwarzwald schon einmal zu Gast im Museum gewesen, der Bogen zu den Namensgebern Hasemann und Liebich sei schnell gespannt. Denn auch sie seien gekommen, um zu bleiben und sich mit dem Schwarzwald künstlerisch auseinanderzusetzen. "Nichts lag da näher, als eine Auswahl von Künstlern einzuladen und ihnen eine Plattform zur Präsentation zu geben", erklärte Gerlinde Hirschbühl.

Ausflug in die Farbpsychologie

Bürgermeister Siegfried Eckert sprach über die Frage des Kosmos als Raum und die Basis-Zustände des Gefühls, die in einem Ausflug in die Farbpsychologie mündete. "Beim Thema Raum-Gefühl bleibt viel Raum für die eigenen Interpretation", endete der Bürgermeister.

Als Projektleiter des "Kosmos Schwarzwald" blickte Uwe Baumann kurz auf dessen Entstehung vor sieben Jahren, aus sechs Künstlern wurden mittlerweile 33. Kunst werde manchmal als Sahnehäubchen des gesellschaftlichen Lebens gesehen, dabei sei es vielmehr ein elementares Lebensmittel, um in Resonanz zu gehen. "Kunst ist ein Standpunkt, sie zeigt sich und regt zur Auseinandersetzung an", betonte der Projektleiter. Im weiteren Verlauf unterhielt er sich mit jedem der anwesenden Künstler kurz über dessen Motivation.

Für José Schloss war die Intention für die Ausstellung, den Schwarzwald zu zeigen, ohne die üblichen Klischees zu bemühen. "Der eigentliche Aspekt ist doch der Künstler, der im Schwarzwald lebt und hier arbeitet", betonte Schloss.

Karin Hirschle sieht den Schwarzwald nicht verträumt, für Bauern habe er eine Realität. Sie genieße einerseits die Stille im Wald, andererseits aber auch die Anspannung bei der Jagd – was sich am Ende auch in ihren Bildern zeigt.

José Oliver aus Hausach schafft durch seinen Doppelpunkt ein Raumgefühl in den Wörtern. Irgendwann habe er angefangen, Worte wie Bilder zu sehen und darin neue Worte zu entdecken. "Nehmen Sie beispielsweise das Wort st:erben – da haben Sie das ganze Dilemma doch schon mit inbegriffen", erklärte er augenzwinkernd. Natürlich sei der Doppelpunkt im Wort etymologisch falsch, aber poetisch einfach wunderbar.

Silke Gerfen verbreitete mit ihrer Darstellung von "Omas Küche" ein Raumgefühl der 1970er-Jahre, in denen die Pril-Blumen auf kleinen Küchenfliesen klebten und Vanillepudding auf dem Fensterbrett stand.

Für Schwarzwaldmaler Wolfram Paul hat die Malerei im Wald absolut nichts mit dem modernen Waldbaden zu tun. Der Schwarzwald unterscheide sich landschaftlich vom Norden bis in den Süden total, seit fünf Jahren male er auch immer wieder im Gutacher Freilichtmuseum Vogtsbauernhof.

Fotografin Juliane Wende war mit der Kamera in einem verlassenen Hotel in Freudenstadt unterwegs und hat dort ihre Impressionen festgehalten. Selbst aus einem Hotel stammend, sei das eine autobiografische Arbeit für sie, erklärte die Künstlerin.

Öffnungszeiten

Bis zum 22. Januar ist die Ausstellung an Sonn- und Feiertagen von 14 bis 17 Uhr geöffnet. An Heiligabend, den beiden Weihnachtsfeiertagen und Silvester ist geschlossen.