Vielfalt, Identität und Zusammenhalt und lebendige Gemeinschaft sind es, was Lauterbach ausmacht. Da waren sich Bürgermeister Jürgen Leichtle und Dekan Rüdiger Kocholl sowie Sprecher für die Vereine und Ehrenvorstand des Musikvereins „Eintracht“ Thomas Glück am Freitagabend in der Kimmich-Galerie einig.
Sie eröffneten die Ausstellung „Lauterbacher Vereine – Damals wie heute – verbunden durch Tradition, gestärkt für die Zukunft“ mit einem Grußwort.
Sowohl die bürgerliche als auch die kirchliche Gemeinde feiert in diesem Jahr ihr 750. Jubiläum. „Lauterbach lebt nicht in zwei Hälften – kirchlich hier, bürgerlich dort – sondern in einem Miteinander, das unsere Gemeinschaft seit jeher prägt“, betonte Leichtle die Gemeinsamkeiten beider Gemeinden. Und das wird durch die aktive Vereinslandschaft in Lauterbach sowie starke Institutionen wie die Teams in Rathaus und Kirche geprägt.
Dahinter stecken Gesichter und auch ihnen ist die Ausstellung gewidmet. Das zeigen beide Gemeinden und die Lauterbacher Vereine, die jeweils Bereiche über zwei Stockwerke der Kimmich-Galerie hinweg, individuell, informativ, kreativ und manchmal mit einem Augenzwinkern, gestalteten.
Umfangreiches Angebot
„Eine reiche Geschichte“, verbinde sowohl Kirche als auch politische Gemeinde und Vereine miteinander, so Kocholl. Er freute sich, dass sich „unglaublich viele Vereine“ bereit erklärt hatten, die Ausstellung und das vielfältige Programm des Jubiläumsjahrs mitzugestalten. Der Flyer dazu zeige, wie umfangreich das Angebot in diesem Rahmen sei und dass es sich nicht hinter anderen Gemeinden der Region im selben Jubiläumsjahr verstecken brauche. Die gemeinsame Gestaltung des Festjahres von Kirche, Gemeinde und Vereinen zeige das harmonische Miteinander in Lauterbach so Kocholl.
Dass 36 Lauterbacher Vereine mit ihren rund 7400 Mitgliedern nicht nur den Gemeinschaftssinn in Lauterbach stärken, sondern auch ein Wirtschaftsfaktor dort sind, zeigte Glück auf: Alle Vereine bieten neben ehrenamtlichem Engagement auch insgesamt 18 Arbeitsplätze und 1,8 zusätzliche in der Gastronomie. Das Management und der Jahresumsatz mit circa 1,8 Millionen Euro entspricht dem eines Kleinunternehmens, hatte er ausgerechnet. Und wenn die Gemeinde die Vereine unterstütze, investiere sie dementsprechend in Wirtschaftsförderung, Werbung für Lauterbach und in die Zukunft, so Glück. „Vereinsmeierei ist längst vorbei. Wir entwickeln uns stetig weiter, sind modern und können Mitglieder begeistern“, so Glück.
Individuell gestaltet
Der kurzweilige Ausstellungsrundgang zeigte dem großen Publikum, was die Redner zuvor beschrieben hatten sowie eine historische und aktuelle Aufgabenschau. Gerne blieben die Besucher an jedem Vereinsbereich stehen, interessierten sich für die individuelle Gestaltung der Vorstellung der Vereine sowie ihrer Geschichte und deren Vereinsleben in Fotos.
Es gab viel zu entdecken bei den jeweiligen Präsentationen, wie beispielsweise die Nachbildung einer übergroßen, hölzernen Handharmonika mit Auszügen für Fotos vom Vereinsleben beim Handharmonika-Orchester, einen Hydrantenwagen der Feuerwehr von 1940, Nester mit Eiern unterschiedlicher Vögel beim Geflügelzuchtverein, „Gesichter der Kirche“, die als Mosaik die katholische Kirche St. Michael bildeten, lebensgroße Fasnachtsfiguren, Naturschutz- und Wanderthemen beim Schwarzwaldverein, Blumen, Milchkannen und Melkmaschine, die bei den Landfrauen Informationstafeln rahmten, Auszeichnungen, alte Instrumente und Uniformen bei gleich mehreren Musikvereinen der Gemeinde und vieles mehr.
Ute Haas Wölke am Klavier und Sabrina Michelfeit mit der Klarinette gaben der Eröffnung der Vernissage nicht nur einen wunderbaren musikalischen, sondern auch einen festlichen Anstrich.
Info
Die Ausstellung
ist noch bis Sonntag, 26. Oktober, in der Kimmich-Galerie, Hauptstraße 17, in Lauterbach, samstags sowie sonn- und feiertags von 14 bis 17 Uhr, zu sehen.