Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Ausstellung Der lange Weg

Von
In Böblingen zu sehen: Lily Hildebrandts „Kubistischer Kopf“ (1914 – 16, Ausschnitt). Foto: Galerie

Böblingen - Punktgenau seit dem Weltfrauentag lenkt Corinna Steimel, seit 2013 Leiterin der Städtischen Galerie Böblingen, die Aufmerksamkeit auf „Die Klasse der Damen – Künstlerinnen erobern sich die Moderne“. Mit listigem Doppelsinn spielt der Ausstellungstitel auf die „Damenklassen“ an, in denen die „Malweiber“ unter sich blieben, als vor rund 100 Jahren erstmals Studentinnen Einlass in Kunsthochschulen gewährt wurde.

Zugleich reklamiert „Klasse“ das Potenzial, das mit der „Gleichstellung“ des unterschätzten Geschlechts eine Chance bekommt. Als Selbstläufer erwies sich die musische Nische der Emanzipation bis heute nicht, obwohl auf die Fächergruppe Kunst und Kunstwissenschaft derzeit ein fast doppelt so großer Anteil auf junge Frauen fällt als auf junge Männer.

Dabei war man in Württemberg der Zeit voraus. An der Königlichen Kunstschule in Stuttgart wurden im Wintersemester 1864/65 immerhin acht Studentinnen gezählt. Als mit wachsendem weiblichem Zustrom die Duldung vonseiten der Männer nachließ, wurden „Damenklassen“ ausgelagert und obendrein benachteiligt. Der dadurch ausgelöste Trend zur Selbstorganisation von Künstlerinnen konkretisierte sich, initiiert von Anna Peters und Sally Wiest, hier im 1893 gegründeten Württembergischen Malerinnen-Verein.

"Frauen haben reichlich nachzuholen"

Aber selbst für Adolf Hölzel, der von 1911 bis 1914 in seiner Damen-Malklasse 27 Künstlerinnen unter seine Fittiche nahm, war ausgemacht, dass Frauen gegenüber Männern, was Kunst angeht, reichlich nachzuholen hätten, weshalb „die besten Lehrer gerade gut genug“ für sie seien. Einer wie er.

Dass seine Lehre von den bildnerischen Mitteln der Nachwelt überliefert wurde, verdankt sich aber gewissenhaften Mitschrieben seiner Schülerinnen. Für Frauen blieb der Weg zu durchschlagendem Erfolg jedenfalls steinig. Der Kunsthistoriker Hans Hildebrandt, der mit seiner Frau Lily zusammen im Stuttgarter „Haus Hildebrandt“ der Moderne Wege ebnete, verglich das Schaffen seiner Partnerin, die es bei Hölzel noch vor 1914 zur Meisterschülerin gebracht hatte, 1928 mit dem Tun eines „großen Kindes“. Jetzt hat ihr „Kubistischer Kopf“, ein Glanzstück der Böblinger Sammlung, den Anstoß zum Ausstellungsprojekt gegeben.

Flirts & Singles

 
 
0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.