Eine ganz besondere Ausstellung wird am Sonntag, 18. Januar, im Sulzer Bauernfeind-Museum eröffnet.
Anlässlich 50 Jahren Gesamtstadt wird die Stadt Sulz aus vielen verschiedenen Perspektiven und in unterschiedlichen Stilrichtungen gezeigt.
Die Idee, im Bauernfeind-Museum Gemälde, Aquarelle und Stiche zu präsentieren, die Motive der Gesamtstadt Sulz zeigen, sei Anfang Oktober 2025 entstanden, berichtet Richard Weinzierl, Leiter des Bauernfeind-Museums und Vorsitzender des Fördervereins Gustav Bauernfeind Kulturhaus Sulz am Neckar.
50. Jubiläum der Kreis- und Gemeindeform
Hauptamtsleiter Hartmut Walter habe ihm mit den Worten „Das passt gut zu 50 Jahren Gesamtstadt Sulz“ eine positive Antwort gegeben und Unterstützung angeboten. Als Zugezogener sei ihm dieses 50. Jubiläum der Kreis- und Gemeindeform im Raum Sulz nicht geläufig gewesen, so Weinzierl in einer Pressemitteilung.
Bernhard Rüth, Kreisarchivdirektor a.D., habe mit dem Titel „Aus zehn mach eins“ auf kommunalpolitischer Ebene einen Vortrag gehalten, der jetzt in Form einer Broschüre kostenlos bei der Stadt und auch im Bauernfeind-Museum erhältlich ist. Darin werde ausführlich dargestellt, wie tiefgreifend die Zäsur in der Verwaltungsgeschichte war, deren Auswirkungen noch bis heute in Stadt und Land spürbar sind.
Viele ausstellungswerte Darstellungen
Die Schwierigkeiten bei der politischen Durchsetzung der Verwaltungsreform sind laut Pressemitteilung auch sehr gut ablesbar an den zeitlich unterschiedlichen Daten des Inkrafttretens, bis die heutige Gesamtstadt Sulz aus ihren zehn Teilorten gegründet werden konnte.
Aus Gesprächen mit Paul T. Müller im Sulzer Stadtarchiv wusste Weinzierl, dass in den Archiven der Teilorte viele ausstellungswerte Darstellungen schlummern. Im Kontakt und bei den Besuchen in den Ortsverwaltungen musste Weinzierl aber feststellen, dass nur von Dürrenmettstetten und Hopfau bildliche Objekte für diese Ausstellung ausgeliehen werden konnten.
Der erste gemeinsame Nenner
Den ersten gemeinsamen Nenner für die grafischen Darstellungen aller Teilorte fand er in dem Illustrator Erwin Eberhardt, der alle Zeichnungen für den „Sulzer Bilderbogen“ angefertigt hat. Dieses Buch mit 538 Seiten und einem Gewicht von 1340 Gramm ist 1990 erschienen und wurde vom damaligen Bürgermeister Peter Vosseler anlässlich des 1200. Stadtjubiläums von Sulz in Auftrag gegeben.
Die frühere Sulzer Stadträtin Heidi Kuhring habe ihm den entscheidenden Tipp gegeben. So kam Weinzierl auf der Suche nach dem Erbe von Erwin Eberhardt mit dessen Tochter in Verbindung, die einen ganzen Koffer voller Zeichnungen ihres Vaters ins Museum brachte.
Lithografierte Postkarten
Der zweite gemeinsame Nenner ist Frank Börnard, der unter #Sulz365 als künstlerisches Projekt in einem Jahr 365 aquarellierte Zeichnungen (Urban Sketchings) zu Sulz und allen Ortsteilen zu Papier brachte.
Peter Vosseler gebe mit einer Auswahl von überwiegend lithografierten Postkarten zu allen Teilorten einen historischen Überblick von mehr als 100 Jahren. Damit sei dies der dritte gemeinsame Nenner über alle Teilorte von Sulz.
Glatt vielfach dargestellt
Glatt sei neben der Kernstadt ein Ort, der auch durch den dort ansässigen Künstler Norbert Stockhus mehrfach dargestellt worden sei. „Sein großformatiges Gemälde von Glatt können wir den Besuchern aus Platzgründen leider nicht zeigen. Dafür ist das Schloss als Hauptmotiv mehrfach in der Ausstellung vertreten“, erklärt Richard Weinzierl.
Der Platzfrage seien auch Glatter Ortsansichten von Paul Kälberer zum Opfer gefallen, da dieser Künstler im Raum der Kernstadt bereits mit drei Sulzer Ölgemälden ausgestellt werde. Aquarelle und Zeichnungen zum Kloster Kirchberg befänden sich zusätzlich im Gang.
Die jüngste und die älteste Ansicht
Für die Kernstadt Sulz sei aufgrund der Vielzahl von Ausstellungsobjekten ein eigener Raum und ein Teil des Ganges gewidmet.
„Mit den Maßen 1,5 mal 1,15 Metern ist am Ende des Ganges ein großes Bild mit Puzzle-Fotos aus allen Ortsteilen ausgestellt. Es wurde unter Leitung der Jugendreferentin Gertrud Teller für das Kinderfest Mitte 2025 von Kindern und Jugendlichen erstellt und dort erstmals präsentiert. Es ist das jüngste Kunstwerk der Ausstellung“, gibt Weinzierl einen Einblick. Der Kupferstich von Merian von 1643 mit der alten Schreibweise „Sultz“ stelle die älteste Ansicht von Sulz dar.
Zum Wohl der Gesamtstadt
Zu den Künstlern, die die Kernstadtmotive geschaffen haben, zählen unter anderem Christa Abt-Gysling, Paul Kälberer, Maria Kopp-Gössele, Anton Munding, Hugo Schmid, Norbert Stockhus und weitere.
„Diese Ausstellung ist all jenen gewidmet, die dazu beitragen, dass bei all ihren Entscheidungen und all ihrem Tun stets das Wohl der Gesamtstadt im Vordergrund steht“, meint Richard Weinzierl abschließend und lädt zur Ausstellungseröffnung am 18. Januar um 11 Uhr ein. Gezeigt wird die Ausstellung bis Sonntag, 17. Mai.