Der Mäzen hält die Ertüchtigung des Gebäudes für dringend notwendig. Doch sein Angebot gilt nur für die abgespeckte Version der Sanierung.
Die Gemeinde Schömberg muss sparen. Deshalb wurden bei den Haushaltsberatungen für 2025 einige Investitionen gestrichen oder verschoben. Das sollte zunächst auch für die Sanierung der Aussegnungshalle in Bieselsberg gelten.
In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates wurde der Haushalt für 2025 einstimmig verabschiedet.
Doch vor der Verabschiedung stellte die Fraktion der UWV den Antrag, die Aussegnungshalle in Bieselsberg doch zu einem Multifunktionsgebäude auszubauen.
UWV-Sprecher Udo Bertsch argumentierte, dass für das Projekt aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum bereits ein Zuschuss in Höhe von 114 750 Euro bewilligt worden sei. Der Dorfverein „Bieselsberg packt’s an“ würde weitere 60 000 Euro an Spendengeldern zur Verfügung stellen. Zudem möchte der Verein für rund 80 000 Euro Eigenleistungen zur Verfügung stellen.
Es gab zunächst eine Beratungspause. Dann lehnte der Gemeinderat mit zehn zu acht Stimmen den UWV-Vorschlag ab. Gemeinderat Jörg Krax von der MUZ-Fraktion meinte, dass das Risiko zu groß sei. Es gebe Unsicherheiten bei den Baukosten. Und wenn bei der Gewährleistung Probleme auftreten würden, sei die Gemeinde in der Pflicht.
Stattdessen billigte das Gremium einen von der MUZ-Fraktion vorgeschlagenen Kompromiss.
So sollen für die Aussegnungshalle in diesem und im nächsten Jahr jeweils 40 000 Euro ausgegeben werden, um die nötigsten Arbeiten zu erledigen.
Diesen Kompromiss findet auch der Schömberger Mäzen Wolfgang Obert richtig. In einem Brief an die Gemeindeverwaltung machte er deutlich, dass er für eine Ertüchtigung der Aussegnungshalle 20 000 Euro zur Verfügung stellen würde. „Diese Zusage gilt aber nur für die abgespeckte Version“, schrieb Obert in dem Brief, welcher der Redaktion vorliegt.
Schon drei Räumlichkeiten für Veranstaltungen
Eine Multifunktionshalle lehnt Obert ab. „Einen zusätzlichen Raum für Veranstaltungen in Bieselsberg halte ich für völlig unnötig“, schrieb er in seinem Brief. Es gebe schon jetzt drei Gebäude für Konzerte und Veranstaltungen: die evangelische Kirche, das Vereinsheim und die Dorfscheune. Er sei überzeugt, dass ein großer Teil der bisher eingegangenen Spenden für die kleinere Lösung verwendet werden könnten. „Man sollte auch nie vergessen, dass diese Gebäude unterhalten werden müssen“, schrieb er an die Gemeinde. Auch das koste Geld.
Schömbergs Bürgermeister Matthias Leyn lobte Oberts Bereitschaft zur Spende in Höhe von 20 000 Euro: „Es ist ermutigend zu wissen, dass es Menschen wie Herrn Obert gibt, die sich auch in dieser Weise für das Gemeinwohl engagieren.“ Er bedankte sich bei Obert im Namen der Verwaltung, des Gemeinde- und des Ortschaftsrates.