Ein tödlicher Unfall ereignete sich kürzlich an der L 177 in der Nähe der Aldi-Einfahrt. Foto: Markus Reutter

Vor Kurzem kam ein Motorradfahrer auf der L 177 bei Königsfeld auf Höhe der Aldi-Einfahrt ums Leben. Wie die Situation dort sicherer gemacht werden kann, wurde in der jüngsten Ausschusssitzung diskutiert.

Die Medizinerin Barbara Hoss bezog sich in der Bürgerfragestunde auf den Verkehrsunfall, bei dem ein Motorradfahrer zu Tode gekommen war. Ihrer Meinung nach sähen Ausfahrende das „Vorfahrt achten“-Schild kaum.

 

Laut Simon Weisser, Sachbearbeiter im Bauamt, handelt es sich aber noch nicht um die endgültige Beschilderung, da die Witterung eine Fundamentierung noch nicht zuließ.

Laut Hoss forderten Anwohner von Beginn an eine Geschwindigkeitsreduktion für die Landesstraße. Verkehrsteilnehmer hätten nach dem Kreisverkehr schon immer Gas gegeben. Sie sehe bisher keine Maßnahmen zur Entschärfung der Situation. Es gebe Vorschläge, die der Bauhof schon morgen umsetzen könne. Ein Menschenleben sei mehr Wert als irgendwelche Vorschriften.

Verkehrsgutachten bescheinigt Ausfahrt gut Qualität

Man bedauere den tragischen Unfall ausdrücklich, so Bürgermeister Fritz Link. Es sei nicht die Zeit, um im Ton eines Staatsanwalts Anklage gegen Volksvertreter zu erheben. Die Gemeinde habe alles getan, um die Verkehrssicherheit sicherzustellen. Ein 30-seitiges Verkehrsgutachten bescheinige der Ausfahrt gute bis sehr gute Qualität.

„Ich brauche keinen Nachhilfeunterricht, dass es eine gefährliche Straße ist“, so Link auf eine Anmerkung von Hoss zu einem früheren, auch tödlich verlaufenen Unfall, bei dem er selbst persönlich betroffen war. Die Gemeinde habe schon im Oktober 2021 den Antrag auf Tempo 50 auf der L 177 gestellt, zuständig sei aber nur das Land. Dessen Straßenverkehrsbehörde habe keine Gefahrenpunkte gesehen und die Reduzierung abgelehnt. Die Gemeinde sehe weiterhin die Vergleichbarkeit mit einer innerörtlichen Situation, so Link mit Hinweis auf Einfahrten zu Kliniken und Kurpark sowie die Bushaltestelle. Ob die Geschwindigkeitsreduktion den Unfall verhindert hätte, stehe aber auf einem anderen Blatt. Man tue gut daran, nicht vorschnell ein Urteil zu fällen.

Link wies darauf hin, dass die Gemeinde direkt nach dem Unfall den Antrag gestellt hatte, die Geschwindigkeitsreduzierung in der nächsten Verkehrsschau zu prüfen, die aber erst für Herbst geplant ist.

Mit Anwohnern der Jahnstraße gesprochen

Hoss verwies auch auf Gespräche mit Anwohnern der Jahnstraße, die anerkennend neue Parkzonen und Halteverbot zur Kenntnis nähmen, was zur Übersichtlichkeit beitrage. Das führe aber zu höherer Geschwindigkeit. Da viele Marktbesucher zu Fuß von der Innenstadt kämen, Ältere mit Rollator oft mitten auf der Straße, schlug sie zur Entschärfung einen Zebrastreifen, Blumenkübel oder die Ausweisung als Spielstraße vor.

Die Gemeinde habe sich verpflichtet, sicherzustellen, dass kein weiterer Parkverkehr entstehe, so Link. Eine Erhöhung der Geschwindigkeit könne er ungeprüft nicht bestätigen, Tempo 30 sei angemessen. Jedoch könne man die Spielstraße in der Verkehrsschau diskutieren.

Einen Gehweg aus der Ortsmitte heraus halte er wegen des geringen Verkehrsaufkommens für nicht aussichtsreich. Auch eine Querung sei sicher nicht nötig. Fußgänger seien nicht bevorrechtigt.

Die Verhinderung von Dauerparkern sei ein großes Anliegen gewesen, so Fiehn. Jetzt dürfe man nur noch kurz parken, deswegen solle der Verkehr zu schnell sein. Zudem habe man eine Schallschutzwand errichtet, die die Sicht der Anwohner behindere. Irgendwann sei auch mal gut. Er halte eine Gefährdung der Fußgänger in der Jahnstraße für sehr an den Haaren herbeigezogen, kommentierte Link.