Die Tafel-Ausgabestelle zieht in die ehemaligen Geschäftsräume im Haslacher Bahnhof. Foto: Kleinberger

Das soziale Angebot in Haslach erweitert sich um eine Ausgabestelle der Tafel. Losgehen soll es im Dezember. Am Donnerstagabend fand der erste Infoabend für die Helfer im DRK-Heim statt.

Haslach - Rund 35 interessierte Helfer sahen sich am Donnerstag erst die zukünftigen Räume des Tafelladens in Haslach an und erhielten anschließend erste Informationen zum Thema. Seitens der Offenburger Tafel informierten Wolfhart von Zabiensky und Waltraud Gutperle, Ladenleitung in Offenburg. Sie wird die Haslacher Ladenleiterinnen Ingrid Schmid und Monika Kinast in der Anfangszeit auch unterstützen.

Seitens des DRK begrüßte zunächst dessen Vorsitzender Klaus Kinast die bunt gemischte Runde von Haslachern, die sich in der Ausgabe von Lebensmitteln für Bedürftige engagieren möchten. Es sei gut, dass offenbar viele Menschen mithelfen wollten – "so kann die Tafel sich in Haslach auch langfristig tragen", war Kinast sicher. Auch Heinz Winkler, ehemaliger Bürgermeister und stellvertretender Vorsitzender des DRK, war sichtlich gerührt, dass die Tafel auf so großes Interesse stieß. Er fasste kurz die Rahmenbedingungen zusammen. Das Anwesen Wagner sei für eine Tafel nicht geeignet (wir berichteten), aber bei der Stadt sei die Idee auf offene Ohren gestoßen und mit dem Ladengeschäft im Bahnhof eine tolle Lösung gefunden.

Außerdem wird es in Haslach keine eigenständige Tafel geben, sondern eine Ausgabestelle der Tafel Offenburg. Das Spendenvolumen für die Tafeln sei begrenzt und in diesem Jahr ohnehin um 30 bis 50 Prozent zurückgegangen, sagte Wolfhart von Zabiensky. Mit Blick auf die Tafeln Offenburg und Hornberg in unmittelbarer Umgebung von Haslach befand er: "Die Kuchenstücke können nicht noch kleiner werden."

Bedarf in der Region drastisch gestiegen

Da allerdings die Tafel-Ausgabestelle der Offenburger in Gengenbach geschlossen werden musste, kam die Anfrage aus Haslach in diesem Jahr gerade richtig. Zumal sich der Bedarf drastisch erhöht hat: Allein in diesem Jahr sind für die Tafel Offenburg 800 Kunden – wobei ein "Kunde" einer Familie entspricht – dazu gekommen.

Als Ausgabetag in Haslach ist der Donnerstag geplant, los gehen soll’s am 8. Dezember. Zunächst sollen an die 50 Kunden über die Haslacher Ausgabestelle versorgt werden, die entsprechende Zuordnung zu Ausgabestellen läuft über die Offenburger. Der hiesige Standort soll Kunden aus den Raumschaften Haslach, Zell und Gengenbach versorgen.

Frische Ware wie Obst, Gemüse, Molkereiprodukte oder Brot muss am Vormittag in Offenburg abgeholt und dann in Haslach sortiert werden. Vorteil des Ladengeschäfts: Nicht leicht verderbliche Waren – Nudeln oder Konserven – können einfach vor Ort bleiben. Waltraud Gutperle gab bereits erste Ratschläge zur Organisation der Lebensmittelabholung und -ausgabe, berichtete über die Organisation der Einschränkungen bei den Mitnahmemengen und befand: "Man weiß eigentlich nie, was auf einen zukommt. Die Arbeit ist vielfältig."

Förderverein

Um die Tafel-Arbeit in Haslach zu verankern, soll ein Förderverein gegründet werden. Heinz Winkler informierte auf Nachfrage unserer Redaktion darüber, dass dieser zum Einen eine "Heimat" für die Ehrenamtlichen sein solle, zum anderen aber auch zur Unterstützung der Tafel-Arbeit in der Region diene. Der Satzungsentwurf sei erstellt, die Gründungsversammlung soll voraussichtlich am Montag, 12. Dezember, stattfinden. "Wir hoffen gerade in der Adventszeit auf Unterstützung aus der Bevölkerung", so Winkler – in Form vieler Mitglieder, aber gern auch in Form von Unternehmen, die den Verein mit Spenden unterstützen.