In diesem Jahr investiert Nagold viel in die Feuerwehren. Unter anderem werden drei neue Fahrzeuge beschafft. Bei der Suche nach günstigen Angeboten geht man ungewöhnliche Wege.
Nein, zum Schnäppchenpreis gibt es eine schlagkräftige Freiwillige Feuerwehr nicht. Das weiß man auch in Nagold. Und so wird nicht etwa an der Qualität oder der Sicherheit gespart.
Doch bei der Suche nach den besten Angeboten für die neuen Feuerwehrfahrzeuge beschreitet die Stadt Nagold Neuland. Nun gilt auch hier das Motto: „Gemeinsam sind wir stark“.
In der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses standen gleich drei Feuerwehrthemen auf der Tagesordnung. Und in allen drei Punkten ging es um größere Investitionen in die Wehr.
Der neue Einsatzleitwagen kostet knapp fast 300 000 Euro
Fast 300 000 Euro kostet ein neuer Einsatzleitwagen, den das Gremium einstimmig absegnete. Bei der Ausschreibung hatte man in Nagold mit der Stadt Bad Wildbad zusammengearbeitet, die ebenfalls ein neues Feuerwehrfahrzeug benötigte. Damit wollte man der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit Rechnung tragen.
Der bisherige Einsatzwagen stammt aus dem Jahr 2009 und hat nach 17 Dienstjahren nicht nur das Ende der wirtschaftlichen Dienstzeit erreicht, sondern weist laut Verwaltungsangaben auch „erhebliche Defizite im Bereich der Kommunikations- und Informationstechnik“ auf.
Die Stadt schließt sich einer Ausschreibung des Landes an
Während die Stadt Nagold bereits bei der Anschaffung dieses Fahrzeugs bei der Ausschreibung den Schulterschluss mit einer anderen Kommune gesucht hatte, geht sie bei zwei weiteren Fahrzeugen noch einen deutlichen Schritt weiter.
Geplant ist für die neun „Tragkraftspritzenfahrzeuge Wasser“ (TSF-W) sich einer landesweiten Ausschreibung anzuschließen. Diese bietet das Innenministerium des Landes an. Kurzfristig bat Nagolds Oberbürgermeister Jürgen Großmann in der Ausschusssitzung um Zustimmung – nicht nur für die zwei neuen Fahrzeuge, sondern auch darum, dass diese über die einheitliche Ausschreibung des Landes beschafft werden dürfen.
Der OB hofft: „Wir erwarten uns davon bessere Ergebnisse“
Der Grund ist simpel: „Wir erwarten uns davon bessere Ergebnisse“, sagte Großmann. Das bestätigte auch Nagolds Ordnungsamtsleiter Achim Gräschus, der verdeutlichte, dass man sich auf jeden Fall schon einmal das Ausschreibungsprozedere erspare.
Im Haushalt sind die zwei Feuerwehrautos jeweils mit 440.000 Euro eingeplant. Die neuen Tragkraftspritzenfahrzeuge Wasser sollen die altersbedingt zu ersetzenden Fahrzeuge in Pfrondorf und in Mindersbach ablösen.
Bis 2028 gibt es eine neue Schutzausrüstung
Und noch eine weitere größere Investition für die Ausstattung der Feuerwehr segnete der Technische Ausschuss ab. Demnach sollen bis 2028 für knapp 100 000 Euro in drei Blöcken die persönliche Schutzausrüstung der ehrenamtlichen Helfer umgestellt werden.
Um diese Komplettumstellung vorzubereiten, hatte sich eine Arbeitsgruppe gebildet, in der haupt- und ehrenamtliche Feuerwehrangehörige saßen. Unterschiedliche Modelle seien umfassend getestet worden. Die Bewertung erfolgte mit einem Punktesystem.
Dabei spielten Aspekte wie der Tragekomfort, die Schutzwirkung, Funktionalität und Praxistauglichkeit eine Rolle. Doch auch Themen wie Lieferzeiten, die Preise, die Verfügbarkeit und Referenzen flossen mit ein.
Letztlich fiel die Auswahl auf ein Modell namens „Swissgard 2.0“ der Firma S-Gard. Im Rahmen der regulären Ersatzbeschaffungen wurde im vergangenen Jahr ebenfalls auf dieses Modell zurückgegriffen.