Philipp Wichmann (links) und Johann Schwab haben mit dem Ebinger Waldheim große Pläne. Auf dem Areal sollen künftig vor allem Familien mit Kindern im Biergarten, beim Minigolf und auf einer Spielwiese auf ihre Kosten kommen. Foto: Benjamin Roth

Neustart auf dem Waldheim: Johann Schwab und Philipp Wichmann wollen das Freizeitgelände mit Biergarten, Minigolf und Co. wieder zum Ausflugsziel für Familien machen.

Wie das volle Potenzial des Ebinger Waldheim-Areals ausgeschöpft werden kann, darüber hat sich Philipp Wichmann im vergangenen Jahr intensive Gedanken gemacht. Bereits damals stand fest, dass es mit dem ehemaligen Pächter Tim Heilig keine Zukunft für eine Gastronomie unter dem Schlossfelsenturm geben wird. Mitte Januar fand die Übergabe von Heilig an die Waldheimbesitzer um Familie Wichmann und Jürgen Jans statt.​

 

Mit Johann Schwab, bekannt von der Ebinger Bar „Schiller“, hat Wichmann einen Vertrauten in seinem Bekanntenkreis gefunden, mit dem er seit längerem Pläne für das Freizeitgelände rund um Biergarten und Minigolfanlage schmiedete – und nun in die Tat umsetzt. „Die Grundsatzentscheidung war zunächst, ob wir das Waldheim erneut verpachten oder selbst etwas machen“, berichtet Wichmann unserer Redaktion. Die Entscheidung sei schließlich auf Letzteres gefallen.

Spielwiese soll angelegt werden

Gesagt getan: Die beiden haben jüngst eine Firma für den Betrieb des Ebinger Waldheims gegründet, wobei Johann Schwab die Rolle des Geschäftsführers einnehmen wird. Auch deshalb, weil Philipp Wichmann aufgrund weiterer Tätigkeiten in seiner Firma AF-Reisen sowie seiner Mountainbike-Schule Albbike eingebunden ist.

Geplant ist, dass das Waldheim-Areal insbesondere im Sommer wieder erste Anlaufstelle für Familien aus der Region wird. „Wir wollen das Waldheim so kinderfreundlich wie möglich gestalten“, betonen Johann Schwab und Philipp Wichmann, bei denen der eigene Nachwuchs privat auch eine große Rolle spielt. Unter anderem soll eine Spielwiese angelegt, dazu die Minigolfanlage reaktiviert und wieder ansprechend hergerichtet werden. Für die Refinanzierung dieser Maßnahmen wollen es Schwab und Wichmann Firmen ermöglichen, gegen einen Obolus einzelne Bahnen mit ihrer Werbung zu versehen. Bahn 1 könnte so zur „Groz-Beckert-Bahn“ werden. Unternehmen, die Interesse haben, dürfen sich melden.

Besonders interessant für Eltern: Johann Schwab und Philipp Wichmann planen, für die Kinderbetreuung an den Wochenenden Erzieherinnen auf Minijob-Basis anzustellen, damit Papa und Mama entspannen können, während der Nachwuchs beim Kinderschminken oder Malen beschäftigt ist. Perspektivisch sollen in der Sommerzeit auch Attraktionen, wie eine Hüpfburg oder ein Karussell, zur Belustigung der Jüngsten beitragen.

Klassische Biergartenkost

Zentrales Element wird der Biergarten, in dem sich Ausflügler mit klassischer Biergartenkost um Currywurst, Schnitzel, Pommes und Maultaschen aber auch leckerer vegetarischer Küche stärken können. Geplant ist im Sommer ein Sieben-Tages-Betrieb. „Wir streben den Spagat zwischen Systemgastronomie und gutem Kochen an“, erläutert Schwab, der möglichst viele regionale Zutaten beziehen möchte. Los geht es offiziell am Samstag, 2. Mai, gepaart mit dem Bikezone-Opening von Albbike. Ein „Soft-Opening“ soll es bereits in der letzten April-Woche geben.

Doch das Waldheim-Konzept von Wichmann und Schwab sieht perspektivisch viel mehr als einen reinen Biergartenbetrieb vor. „Wir sehen das Waldheim, verbunden mit dem Aussichtsturm, den Traufgängen, dem MTB-Trail ‚Wadenbeißer‘ und dem Kletterpark als Gesamtpaket an.“ Ergänzt werden soll dieses um verschiedene Veranstaltungsformate – seien es Konzerte externer Veranstalter auf der hauseigenen Bühne, Public Viewing, Minigolf-Stadtmeisterschaften oder Weißwurstfrühstücke mit Umrahmung von lokalen Musikvereinen.

Für Veranstaltungen

Dazu steht das Waldheimgebäude mit zwei Sälen, einer etwas größer für 120 bis 140 Personen, der andere etwas kleiner für 40 bis 60 Personen als Eventlocation zur Verfügung. Ob Tagungen, Yogaworkshops, Geburtstags- und Firmenfeiern, Hochzeiten oder Elterntreffs – das neue Waldheim-Team sprudelt nur so vor Ideen. Anfragen seien jederzeit erwünscht. Wichtig zu ergänzen ist, dass bei Events das Gebäude sowie Getränke vom Waldheim-Team gestellt werden, die Speisen jedoch über externe Caterer. Mit fünf solcher Dienstleister arbeiten Schwab und Wichmann zusammen.

Konzept auf lange Sicht

Die beiden bitten jedoch auch um etwas Geduld: Nicht von heute auf Morgen könnten alle Ideen umgesetzt werden. Oder wie es Schwab sagt. „Wir haben einen Krug voller Ideen, aber nur ein Schnapsglas an Möglichkeiten.“ Die beiden betonen daher, dass ihr Waldheim-Konzept auf lange Sicht ausgelegt ist. Feedback der Gäste sei daher ausdrücklich erwünscht. Zu Beginn könne naturgemäß noch nicht alles rund laufen. Heißt: „Wir wollen unser großes Projekt in kleinen Schritten aufbauen.“ In die Köpfe der Albstädter müsse wieder rein: „Am Sonntag gehen wir aufs Waldheim. Da ist was geboten.“

Auch für Schlechtwetter – das Stammtisch-Stüble bietet knapp 30 Gästen Platz – und den Winter wollen die beiden das Waldheim rüsten. Im Herbst sei beispielsweise ein Weinfest, zum Jahresausklang ein Weihnachtsdorf oder im Winter eine Après-Ski-Party mit Schirmbar vorstellbar. Kurzum: Das Waldheim soll wieder für Feste bekannt werden. Für eines steht schon ein konkreter Termin fest. Am 4. Juli wird eine Neue-Deutsche-Welle-Party steigen.