Seit die Stadt das Zeller Wildgehege selbst betreiben muss, sind auch die Kosten gestiegen. Wie und ob es hier weitergeht, erarbeitet aktuell eine Arbeitsgruppe.
Fast genau vor einem Jahr war klar: Das Zeller Wildgehege braucht einen neuen Betreiber. D enn die Markus-Pflüger-Zentren hatten damals die Betreuung des Wildgeheges Zell auf Ende 2025 gekündigt. Daraufhin suchte die Stadt nach einer Möglichkeiten zur Weiterführung – ihr gehört das Gehege, bisher hatte sie es verpachtet. Zumindest eine Übergangslösung wurde dann gefunden.
Arbeitsgruppe hat noch keine Lösung
Nun tagte am Mittwochabend das erste Mal die neu gebildete Arbeitsgruppe aus Mitgliedern des Gemeinderats, um über die Zukunft des Geheges zu beraten. „Die Arbeitsgruppe hat noch kein Ergebnis. Es wird sowohl die Schließung als auch der Weiterbetrieb unter anderen Voraussetzungen geprüft“, sagt Bürgermeisterin Marion Isele auf Nachfrage unserer Redaktion. Zunächst habe man in der Sitzung alle bisherigen Informationen ausgetauscht.
Im Gespräch mit unserer Redaktion hatte Isele betont, dass sich zunächst die Fragen stelle, ob die Stadt das Gehege finanziell halten kann und auch, ob der Weiterbetrieb überhaupt organisiert werden könne. Ein kürzlich gestartet Aufruf der Verwaltung an die Bürger, ob jemand bereit wäre, jeden Tag den Tieren Futter zu geben, sei ins Leere gelaufen: Niemand meldete sich. „Da war ich schwer enttäuscht“, sagt Isele.
Viele Schultern stemmen Aufgaben
Aktuell habe man die vielen Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt, auch der Werkhof der Stadt sei mit im Boot. Und auch der bisherige Leiter des Geheges Andreas Mikat unterstützt die Stadt bis auf Weiteres.
Einige Schwierigkeiten beim Betrieb
„Klar ist das Gehege für Zell ein Alleinstellungsmerkmal, das man erhalten sollte“, sagt Isele. Aber: „Ich weiß nicht, ob wir uns das leisten können.“ Die Stadt müsste, anders als früher, das Gehege nicht nur selbst betreiben, sondern auch das Futter für die Tiere selbst bezahlen. Auch am Tierbestand müsste man etwas ändern. Die Wildschweine seine problematisch, da sie das Gelände umgraben. Eine weitere Problematik sei das Fremdfutter. Immer wieder würden die Besucher die Tiere füttern, doch das dürfe einfach nicht sein, betont die Bürgermeisterin. Sie macht aber auch noch mal klar: „Es gibt noch keine Entscheidung für oder gegen das Wildgehege.“
Das Zeller Wildgehege
Das wird geboten:
Das Wildtiergehege entstand 1971 durch eine Privatinitiative. Es erstreckt sich über eine Fläche von rund 3,6 Hektar oberhalb des Ortsteils Schwarznau und bietet Dam-, Rot- und Schwarzwild eine Heimat. Das ganze Jahr über können die rund 40 Tiere bei kostenlosem Eintritt beobachtet werden.