Imker in Steinen haben sich ausbilden lassen, um Nester der Asiatischen Hornisse zu entfernen. Eine spezielle Lanze kam dafür schon mehrfach zum Einsatz.
Wenn in Steinen die Asiatische Hornisse gesichtet wird, stehen Rainer Eiche, seine Ehefrau Verena Christen, Martin Weber, Giovanni Turturo und Jeanette Rogowski parat. Die Imker haben nach Angaben von Eiche eine Ausbildung zum Nestbekämpfer absolviert. In Online-Schulungen der Universität Hohenheim haben sie gelernt, woran man Asiatische Hornissen und ihre Nester erkennt und entfernt.
Die Männer und Frauen haben sich dazu eine Lanze gekauft, die bis zu 30 Meter lang ist und 6500 Euro gekostet hat, wovon die Gemeinde die Hälfte trägt. Nester müssen nicht entfernt werden, aber eine Kommune kann verfügen, dass ein Nest in kritischer Lage, wie nahe einer Kita, entfernt wird. Die Imker engagieren sich in der Bekämpfung, weil die eingewanderte Hornissenart die heimischen Bienen frisst.
Zum Jahresende 2025 haben die Männer und Frauen in Steinen und Hägelberg bei mehreren Nestern den Umgang mit der Lanze gelernt. Damit wird über einen Kompressor Aktivkohlestaub in das Nest gepustet. Dadurch ersticken die Hornissen. Das Nest wird anschließend verbrannt. Es gibt aber auch die Methode, es mit Heißwasserdampf zu benässen, was das Nest so schwer macht, dass es herunterfällt. Diese Methode kostet aber 10 000 bis 12 000 Euro und wird in Steinen laut Rainer Eiche nicht eingesetzt.
Eiche hofft, dass die Hornissenbekämpfer von der Gemeinde eine Aufwandsentschädigung für ihre Arbeit bekommen, ein Betrag X pro Nestentfernung. „Eine Nestentfernung auf Privatgelände kostet zwischen 300 und 500 Euro“, betont der SPD-Gemeinderat. Im Jahr 2024 hat das Land Baden-Württemberg die Entfernung der Nester bezahlt, im Vorjahr lag der Betrag bei 100 000 Euro für 500 Nester zu je 200 Euro. Inzwischen übernehmen Behörden die Kosten nicht mehr, wenn Nester beseitigt werden.
Eiche: „Asiatische Hornissen werden bleiben“
Im Jahr 2024 wurden in Steinen laut Eiche an zwei Orten Nester der Asiatischen Hornissennester entfernt: eines davon lag an der Bahnlinie. Dort kam ein Hubsteiger von Energiedienst zum Einsatz. Mehrere Nester wurden zudem am Waldrand von Hägelberg gesichtet. Im Vorjahr hatten die Bienenfreunde fünf Nester entfernt: darunter eins in Hofen, eins zwischen Weitenau und Schlächtenhaus und zwei in Hägelberg.
Nester entfernen sei Teamarbeit: einer bedient die Lanze, der andere guckt durch ein Fernglas und dirigiert den Mann mit dem Werkzeug.
Eiche findet es gut, dass sich in Steinen fünf Personen um das Problem kümmerten, aber er weiß auch, dass es ihnen nicht gelingen wird, die eingewanderte Hornissen-Art zu eliminieren.