Im Handwerk meldet die Kammer 2025 mehr abgeschlossene Ausbildungsverträge als 2024. Foto: © Atelier 211 – stock.adobe.com

3973 Ausbildungsstellen und 2508 Bewerberinnen und Bewerber waren für die Ausbildungsvermittlung bei der Agentur für Arbeit gemeldet. Eine Bilanz für 2025.

Bei den Bewerbern waren es rund 115 Personen (Minus 4,4 Prozent) weniger und die Unternehmen meldeten rund 442 Ausbildungsangebote (Minus 10 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Die unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen spiegeln sich in der gemischten Bilanz wider – so haben sich die Zahlen der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge bei den Kammern unterschiedlich entwickelt.

 

Die Zahlen für das vergangene Berufsberatungs- und Ausbildungsjahr liefern die Agentur für Arbeit Rottweil-Villingen-Schwenningen, die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg sowie die Handwerkskammer Konstanz.

Die Fachkräftesicherung bleibt eine zentrale Herausforderung für Unternehmen. Die Partner am Ausbildungsmarkt Agentur für Arbeit, Industrie- und Handelskammer (IHK) und die Handwerkskammer (HWK) setzen auf Orientierung, Beratung, Vermittlung und Förderung, um junge Menschen und Ausbildungsbetriebe zusammenzubringen.

Sie betonen, dass ein Einstieg in die duale Ausbildung weiterhin möglich ist: Wer noch auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle ist, sollte sich schnellstmöglich bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit oder bei den Kammern melden.

Ausbildung für Berufsleben langfristig wichtig

Sylvia Scholz, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rottweil-Villingen-Schwenningen: „Die Investition in die Berufsausbildung bleibt der wichtigste Hebel zur Fachkräftesicherung für Unternehmen. Eine gezielte Unterstützung bei der beruflichen Orientierung hilft allen: Jungen Menschen am Beginn ihrer Erwerbskarriere und Unternehmen, die dringend Nachwuchskräfte benötigen. Unabhängig, für welchen Berufsweg sich Jugendliche anhand ihrer Stärken und Neigungen entscheiden: Fakt ist, dass auf das gesamte Arbeitsleben betrachtet, die Arbeitslosigkeit von Menschen mit Berufsabschluss sehr viel geringer ausfällt. Eine Ausbildung ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Erwerbsbiografie, ein höheres Lebenseinkommen und mehr Sicherheit im Job.“

IHK meldet Minus 7,7 Prozent

Miriam Kammerer, stellvertretende Geschäftsbereichsleiterin Bildung und Prüfung bei der IHK ergänzt: „Leider können wir diesmal nicht von einem ausgeglichenen Ergebnis sprechen. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist spürbar zurückgegangen – sowohl in unserer Region als auch landesweit.“ So habe man im Vergleich zum 31. Oktober des Vorjahres 7,7 Prozent weniger Verträge abgeschlossen.

„Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen zeigen viele Betriebe dennoch eindrucksvoll, dass sie an der Ausbildung festhalten. Sie investieren Zeit, Geld und Herzblut in junge Menschen – und sichern damit langfristig ihre Fachkräftebasis. Ausbildung bleibt die beste Antwort auf Unsicherheit. Wer heute ausbildet, stärkt die Wettbewerbsfähigkeit von morgen.“

Im Handwerk ein Plus von 3,6 Prozent

Werner Rottler, Präsident der Handwerkskammer Konstanz kommentiert: „Das Handwerk gestaltet die Zukunft aktiv mit und eröffnet jungen Menschen spannende Perspektiven: Mit 1702 neuen Ausbildungsverträgen und damit einem Plus von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr wächst auch die Nachfrage in Berufen wie Bau, Elektro und Metall – genau dort, wo Digitalisierung, Energiewende und Modernisierung entstehen.“

Das Handwerk biete sichere Karrierewege und die Chance, sichtbare Ergebnisse zu schaffen, Verantwortung zu übernehmen und direkt an den Projekten von morgen mitzuwirken. „Wir hoffen, dass das bei der Generation Z auch künftig ankommt.“