Im Zollernalbkreis gibt es für Ausbildungsbeginn Herbst 2026 noch offene Stellen. Deshalb veranstaltet die Agentur für Arbeit in Albstadt ein Speed-Dating.
Ein Speed-Dating folgt eigentlich ganz einfachen Regeln. Wie der englische Name schon zum Ausdruck bringt, dauert es nicht lange (speed: englisch für Geschwindigkeit) und man trifft sich (date: englisch für Verabredung). Man kennt es im Allgemeinen, um jemanden kennenzulernen und auszuloten, ob sich ein zweites Treffen lohnt. Nicht nur bei der Suche nach einem Partner für das Leben, sondern am Mittwoch auch im übertragenen Sinn. Auf der Suche nach einer geschäftlichen Partnerschaft sozusagen. Eben in Form einer Ausbildungsstelle.
Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit veranstaltet am Mittwoch, 20. Mai, von 15 bis 17.30 Uhr zum zweiten Mal ein Azubi-Speed-Dating in den Räumen der Agentur für Arbeit in der Zieglerstraße 7 in Albstadt-Ebingen. Laut Arbeitsvermittlerin Sandra Rock-Wiench, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Verena Kayacan das Format organisiert, sind alle Schulabgänger, die bei der Arbeitsagentur gemeldet sind, weil sie für Herbst 2026 noch einen Ausbildungsplatz suchen, eingeladen worden und hatten die Möglichkeit, sich einen Zeitslot zu reservieren. Aus diesem Grund wurde auch die Liste der anwesenden Arbeitgeber und der möglichen Ausbildungsberufe mitversandt. „Leider sind es dieses Mal nur acht“, bedauert Sandra Rock-Wiench, die bei der Agentur für Arbeit Ansprechpartnerin für die Firmen ist. Die Firma Gebrüder Frei hat zurückgezogen.
Das Ganze läuft recht unkompliziert ab
Woran das liegt? Die Mitarbeiterin der Agentur für Arbeit liefert eine ganz einfache Erklärung. Viele Ausbildungsplätze sind bereits vergeben. Vor Ort sind ja nur Firmen, die noch offene Stellen anzubieten haben. Wer von den Jugendlichen versäumt hat, sich einen Zeitslot zu buchen, kann trotzdem zum Speed-Dating kommen. Denn es werden sich auch immer mal zeitliche „Lücken“ ergeben, die von spontan Entschlossenen genutzt werden können. Schließlich kommen auch nur die Schülerinnen und Schüler, die sich für einen der angebotenen Ausbildungsplätze bei den aufgelisteten Unternehmen interessieren. Alles andere würde auch keinen Sinn machen.
„Wir haben nach dem Speed-Dating meist Vermittlungen“, freut sich Sandra Rock-Wiench schon auf die diesjährige Veranstaltung. Die Gespräche dauern in der Regel zehn Minuten und in dieser Zeit sollte man sich einigermaßen gut präsentieren. Schließlich zählt meist der erste Eindruck, wie auch die Arbeitsvermittlerin weiß. Also sollte möglichst niemand in kurzen Hosen, einem T-Shirt mit fragwürdigem Aufdruck, dem Cap auf dem Kopf und dem Kaugummi im Mund nach einem Job fragen, der die gesamte berufliche Karriere beeinflussen kann. Der künftige Lehrling muss allerdings auch nicht im Anzug oder in Rock und Bluse erscheinen. „Beim Speed-Dating herrscht eine lockere, zwanglose Atmosphäre“, erklärt Sandra Rock-Wiench.
Ein Lebenslauf schadet nicht
Deshalb muss auch niemand zum „schnellen Treffen“ ein Zeugnis mitnehmen, wenn er es nicht will. „Die Bewerber sollen nicht auf ein Zeugnis reduziert werden“, bestätigt die Fachfrau. Sie weist allerdings auch darauf hin, dass ein Lebenslauf nicht schaden kann. Und eben ein gepflegtes Erscheinungsbild. Wenn dann die Chemie zwischen dem Personaler der Firma und dem oder der Jugendlichen stimmt, dann steht in der Regel einem zweiten, ausführlicheren Gespräch beim Unternehmen oder einem Praktikum zum Schnuppern nichts mehr im Weg. Die Mitarbeiter der Arbeitsagentur stellen in Albstadt für die Veranstaltung ihre Beraterzimmer zur Verfügung, so dass jeder Firmenvertreter quasi ein eigenes Büro hat, in welchem ein Bewerber nach dem anderen ungestört sein zehnminütiges Gespräch führen kann.
„Das Azubi-Speed-Dating ist zwar keine Garantie auf einen Ausbildungsplatz, aber wir haben gute Erfahrungen damit gemacht“, versichert Sandra Rock-Wiench, die erinnert, dass es dieses Format auch in Balingen gibt. „Wir müssen aufeinander zugehen, denn wir brauchen Fachkräfte“, fordert sie dazu auf, dass manche Firmen ihre Anforderungsprofile und Bewerber ihre Ansprüche überdenken, damit sie am Ende zusammenkommen. Und auch wenn es Jugendliche gibt, die ohne Ausbildung direkt zu arbeiten beginnen, kann sie nur jedem eine Lehre ans Herz legen.