Die Rotensoler Spielwiese verfällt. Doch obwohl Geld und Helfer bereitstehen, kommt die Sanierung des Basketballplatzes nicht voran. Der Grund: ein Naturschutzgebiet.
Die Fläche befindet sich derzeit in einem sehr schlechten Zustand. Früher war die Wiese deutlich besser ausgestattet, berichtet der Rotensoler Ortsvorsteher Sven Feuchter.
Ein Zaun begrenzte das Gelände zum Wald hin, zudem gab es eine Torwand mit Netz. Neben einem Fußballfeld fanden auch ein Volleyball- und ein Basketballfeld Platz. Im Zuge der Ausweisung von FFH-Gebieten wurde jedoch 2019 die gesamte Fläche, einschließlich der Spielwiese, unter Schutz gestellt. Diese sogenannten Flora-Fauna-Habitate dienen dem Erhalt bedrohter Tier- und Pflanzenarten in der Europäischen Union. Nach Angaben des Ortsvorstehers ist auf der Spielwiese in Rotensol unter anderem ein gefährdeter Schmetterling ausschlaggebend für die Ausweisung des Gebiets gewesen. Feuchter suchte daraufhin mehrfach das Gespräch mit der Unteren Naturschutzbehörde in Calw. „Wie kann es sein, dass auf der Spielwiese ein FFH-Gebiet ausgewiesen wird, obwohl es ein Spielplatz ist?“, fragt Feuchter. Aus seiner Sicht ist schwer nachvollziehbar, warum ein bestehender Spielplatz Teil eines Schutzgebiets geworden ist.
Die Behörde verweist hingegen auf gesetzliche Vorgaben: Eingriffe in FFH-Gebiete sind nur unter strengen Voraussetzungen möglich. Eine nachträgliche Herausnahme der Fläche erwies sich als nicht möglich. Für Feuchter ist eine Kompromissfindung wichtig: „Für die Schmetterlinge gibt es genug Wiese drumherum – und wenn nicht, sind wir bereit, eine Blumenwiese zu erweitern.“
Antrag liegt seit Monaten vor Dennoch treibt man die Pläne für die Sanierung voran. Ziel sei es, den Basketballplatz zu erneuern und zu vergrößern. Die finanziellen Mittel sowie ehrenamtliche Unterstützung stehen laut Feuchter bereit. „Wir versuchen den Basketballplatz seit Längerem auf Vordermann zu bringen“, sagt Feuchter. Geplant sei ein größeres 3-gegen-3-Feld. Die vorhandene Fläche von etwa 42 Quadratmetern soll dafür auf 192 Quadratmeter vervierfacht werden. Für die Sanierung stehen bereits Mittel bereit: Die Kullenbeck-Stiftung steuert 2500 Euro bei, zwei Firmen zusammen 3000 Euro.
Auch der Ortschaftsrat hat rund 4400 Euro zugesagt. Insgesamt belaufen sich die Kosten laut der Beschlussvorlage des Ortschaftsrats auf etwa 10.000 Euro. Ein entsprechender Plan wurde bereits bei der Unteren Naturschutzbehörde eingereicht. Allerdings erfordert das Vorhaben eine sogenannte Verträglichkeitsprüfung. Nach längerer Abstimmung wurde im Oktober vergangenen Jahres ein offizieller Antrag gestellt. Seitdem warten die Verantwortlichen auf eine Rückmeldung aus Calw. Feuchter erklärt: „Man versucht, mit Ehrenamt und Stiftungen den Platz aufzubauen.“
Schrittweiser Ausbau in Planung Unabhängig davon verfolgt Rotensol weitere Pläne: Nach und nach soll die Spielwiese zu einem umfassenden Sport- und Freizeitgelände ausgebaut werden. Nach dem Basketballplatz ist auch die Erneuerung des Volleyballfelds vorgesehen. „Wir wollen hier Schritt für Schritt vorangehen“, sagt Feuchter. „Es ist eine kleine Vision, dass man das Gebiet hier als Sport- und Freizeitgelände weiter ausbaut.
Weitere Alternativen Parallel wurden alternative Standorte für das Basketballfeld geprüft.
Eine Fläche nahe dem Vereinsheim käme grundsätzlich infrage, „allerdings müsste man hier den Boden erstmal eben machen und die ganze Fläche angreifen“, erklärt Feuchter.
Zudem stehen dort mehrere Bäume und das Gelände wird regelmäßig für Veranstaltungen genutzt.
Auch ein Parkplatz wurde als mögliche Ausweichoption diskutiert. Letztlich gab es jedoch nur wenige geeignete Alternativen zum Areal der bestehenden Spielwiese.
Ob das Projekt umgesetzt werden kann, hängt nun maßgeblich von der Entscheidung der Naturschutzbehörde ab.