Mit dem Spatenstich wurde am Mittwoch der Startschuss für den Bau der Radwegeverbindung zwischen Mötzingen und Öschelbronn gegeben. Sie gilt als wichtiger Lückenschluss.
Der Spatenstich sende das wichtige Signal aus, dass es jetzt losgehe mit dem Bau der Radwegverbindung zwischen Mötzingen und Öschelbronn, sagte Gäufeldens Bürgermeister Benjamin Schmid beim Termin mit seinem Mötzinger Amtskollegen Benjamin Finis, Vertretern des Landratsamtes Böblingen und der Gemeinden sowie der ausführenden Firma Strohäker.
Warum das Signal so wichtig ist, hängt mit dem langen Anlauf zur Umsetzung des Vorhabens zusammen. Schmids Spurensuche im Archiv brachte erste Unterlagen aus dem Jahr 2008 hervor.
Weg ist durchgehend befestigt
Auch jetzt fänden Radfahrer einen Weg zwischen den beiden Kommunen. Doch die Bedingungen mit durchgehend befestigtem, 2,50 Meter breitem Weg (im Waldstück sind es 3,5 Meter) würden sich deutlich verbessern. Das konnte man auch an den Schuhen und Beinen anwesender Radfahrer des Mötzinger Radtreffs sehen. Da es kurz vor dem Spatenstich angefangen hatte zu regnen, konnte man deutliche Spritzer von feuchter Erde erkennen.
Der Radweg verläuft parallel zur Kreisstraße 1076. Die Gesamtstrecke umfasst 1,9 Kilometer. Die Fertigstellung ist für Dezember dieses Jahres vorgesehen.
Schmid stellte anhand dieses Projekts auch die gute Zusammenarbeit der Verwaltungen heraus. Beiden Gemeinderäten sei dieses Vorhaben wichtig gewesen. Mötzingen habe mit der Planung die Federführung übernommen.
Der Radweg wird rund 1,3 Millionen Euro kosten. Wobei Schmid eine mögliche Unterschreitung dieses Ansatzes in Aussicht stellte. Bei der Finanzierung wird die Hauptlast, rund 1,2 Millionen (90 Prozent der Gesamtkosten), über mehrere Förderprogramme abgedeckt.
Kreis übernimmt Anteil der Kommunen
Die verbleibenden 110.000 Euro hätten eigentlich die beiden Kommunen zusammen tragen müssen. Doch hier sei der Landkreis Böblingen eingesprungen und habe diesen Teil übernommen.
Warum dies so ist, beleuchtetet Gernot Kämmerer, Dezernent Verkehr und Ordnung beim Landratsamt. Landrat Roland Bernhard, der kurzfristig verhindert war, liege der Radverkehr am Herzen. Die Verbindung Mötzingen - Öschelbronn sei Ausfluss des ersten Radwegekonzepts des Landkreises. Kämmerer verwies dabei auf die Veränderung beim Radfahren. So sei insbesondere durch die weite Verbreitung des E-Bikes die mit dem Rad zurückgelegte Strecken gewachsen. Das Radwegenetz im Kreis Böblingen umfasse 1000 Kilometer Radwege.
Weitere 72 Millionen Euro für Radwege
Der Landkreis habe zudem sein Radwegekonzept fortgeschrieben. So seien Investitionen von 72 Millionen Euro geplant, von denen 18 Millionen durch den Landkreis selbst getragen würden.
Der Radweg Mötzingen - Öschelbronn sei ein Radweg zweiter Ordnung, keine Luxusverbindung, wie Kämmerer betonte. Er biete so unter anderem eine Anbindung an den Bahnhof Nebringen und stelle somit eine wichtige Verbindung für Pendler dar.