Der Ringsheimer Bahnhof soll im Zuge des Rheintalbahnausbaus ein Stück nach Norden verlegt werden. Foto: Piskadlo

Im Zuge des Rheintalbahnausbaus wird der Halt in Ringsheim verlegt. Zwar dauert es noch Jahre, bis die Bagger rollen, aber die Gemeinde hat schon klare Forderungen.

Der Ausbau der Rheintalbahn wird die Gemeinde verändern. Auch wenn der Baustart noch in der Ferne liegt, wirft das Projekt seine Schatten voraus. Zentral für die Ringsheimer: der künftige Standort des Bahnhofs. Er wird den Plänen nach ein Stück nach Norden verlegt, jenseits der Brücke auf der die Hauptstraße über die Gleise führt.

 

Bei einer Sitzung Mitte Dezember stellte die Deutsche Bahn drei mögliche Bahnhofsvarianten vor (wir berichteten). Schon damals bekräftigte der Gemeinderat, aber auch die Bürgerinitiative Bahn Ringsheim, den Wunsch nach einer ganz bestimmten Variante. Nun hat der Gemeinderat dem Nachdruck verliehen und konkrete Wünsche an die DB formuliert.

Als möglicher neuen Bahnhofsstandort komme für die Gemeinde nur der Bereich „Hinter der Kahlenberghalle“ in Frage, bekräftigte Bürgermeister Pascal Weber bei der Sitzung. Die Lage des Bahnsteigs nördlich der Brücke haben alle drei der von der Bahn präsentierten Pläne gemeinsam. Dennoch gibt es teils erhebliche Unterschiede, etwa mit Blick auf die Busschleife, der angesichts der Verbindung zum Europa-Park eine besondere Bedeutung zukommt.

Wunsch der Gemeinde ist teuer

Bei der gewünschten „Variante Zwei“ können die Parkplätze am jetzigen Bahnhofsstandort erhalten bleiben, der Bushalt würde jedoch verlegt. Die bei dieser Variante etwas größere Busschleife läge dann gen Westen hinter der Hauptstraße und wäre näher am Bahnsteig als bei einer alternativen Variante.

Das wird aber seinen Preis haben. „Das ist sicherlich die für die Gemeinde teuerste – und zwar mit Abstand“, stellte Weber klar. Denn die Bahn übernimmt lediglich ein Teil der Kosten. Wenn die Gemeinde konkrete Verlangen gegenüber der Bahn äußert, habe die Gemeinde einen Großteil oder auch alle der dadurch entstehenden Kosten zu tragen.

Das beträfe hier große Teile des Bahnhofsvorplatzes, der Parkplätze, den Bereich „Busbahnhof“ sowie die Verbindungsstraße zur Bundesstraße, heißt es in den Unterlagen. „Aber es ist ganz sicher ein Projekt, dass die nächsten 50, 70, 80, 100 Jahre bestehen bleibt“, begründete Weber die Inkaufnahme der höheren Kosten – die noch nicht bekannt sind. Es sei unverantwortlich, jetzt nicht auf die optimale Variante zu setzen. Und das wolle man nun so frühzeitig der Bahn schildern.

Im Zuge der Arbeiten an den neuen Gleisen müssen wohl auch alle querenden Leitungen verlegt werden. Das betreffe insbesondere Wasser- und Abwasserleitungen. Diese kleinräumigen Verlegungen habe die Bahn zu bezahlen. Allerdings will Ringsheim die Gelegenheit nutzen und weitere Leitungen unter den Gleisen verlegen. Insbesondere Leerrohre sollen verlegt werden. Denn sollte im Nachgang eine Leitung unter den Schienen verlegt werden müssen, sei das mit hohem Aufwand und Kosten verbunden. An mindestens zwei, möglichst drei Punkten solle es solche Mitverlegungen geben, heißt es in den Verwaltungsunterlagen.

Während bei dem favorisierten Plan für den neuen Bahnhof grundsätzlich Einigkeit bestand, gab es in Sachen ICE-Halt erhitzte Gemüter. Vertreter der BI Bahn Ringsheim waren als „sachkundige Bürger“ eingeladen und durften sich äußern. Ihre Forderung: Dass ein Fernhalt in Ringsheim schon jetzt geplant wird. „Und nicht erst nach 2042“, so BI-Vertreter Benno Heitzmann.

Bürgerinitiative bleibtbei ICE-Halt skeptisch

Die Abwicklung der Anreise der vielen Europa-Park-Besucher kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Die BI forderte, die Gemeinde solle den Bauplänen nur zustimmen, wenn der ICE-Halt fest zugesichert werde. Daraufhin erklärte Weber, dass er das nicht alles unkommentiert stehen lasse könne. Sein Stand sei, dass manche ICEs an der Gemeinde auf der Innenspur vorbeifahren werden, die Schnellzüge, die im Ort halten, ausgeleitet werden.

BI-Vertreter Heitzmann zweifelte jedoch an den Absichten der Bahn mit Blick auf den Halt von Schnellzügen. Dabei hinterfragte er auch die geplante Geschwindigkeit der Züge hinsichtlich des sogenannten Deutschlandtakts. „Müssen sie wirklich 250 fahren?“, bezweifelte Heitzmann.

„Ich habe es schon X-mal gesagt: Nicht wir planen! Das ist nicht unser Projekt, entgegnete Weber energisch“ Die Gemeinde könne Forderungen stellen – und tue das. Die Geschwindigkeit von 250 Stundenkilometer sei in einem Bundestagsbeschluss festgelegt – und Grundlage für alle Pläne.

Der Zeitplan

Von 2036 bis 2042 an sollen die Gleise der Rheintalbahn grundsätzlich saniert werden. Was den Zeitplan mit Blick auf den Ringsheimer Bahnhof angeht, zeigte sich Bürgermeister Pascal Weber zurückhaltend. Er gehe nicht davon aus, dass hier die Bauarbeiten vor 2042 beginnen.