Die Deutschen Bahn hat über den Ausbau der Rheintalbahn auf Höhe Friesenheim informiert. Einige Veränderungen stehen auf 6,1 Kilometern Länge bevor.
Offengelegt haben die 20 Mitarbeiter der Deutschen Bahn die Pläne zum Ausbau der Rheintalbahn und zum Neubau der zweispurigen Trasse entlang der Autobahn. Informationsstellwände sowie interaktive Bildschirme gaben einen Einblick in die Jahre 2035 und 2041.
Sven Adam, Projektabschnittsleiter für die Ausbaustrecke zwischen Hohberg und Kenzingen, hat mit seinem Team Rede und Antwort gestanden. Bei einer Gesamtausbaustrecke zwischen Karlsruhe und Basel von 200 Kilometern erscheint der Streckenabschnitt zwischen Hohberg und Friesenheim auf 6,1 Kilometern Länge recht gering. Betroffen von dem Ausbau sind dennoch immerhin elf Brücken, die erneuert oder saniert werden und ein 8,7 Kilometer Schallschutz soll kommen. Binnen sechs Jahren will die Bahn mit dem Ausbau der jeweiligen Trasse fertig sein. Ab 2035 soll die Autobahntrasse an den Start gehen und 2041 die Rheintalbahn.
Für sechs Jahre Bauzeit erfolge zwischen Offenburg und Riegel ein Schienenersatzverkehr und eine Umleitung über die Neubaustrecke. Alle Züge des Fernverkehrs, die normalerweise über die Bestandsstrecke fahren, leitet die Bahn auf die Neubaustrecke um. Für die querenden Straßenbrücken soll es während der Bauzeit entsprechende Umleitungskonzepte geben. Teilweise entstehen direkt neben den alten Brückenbauwerken die Neubauten, damit der Verkehr weiterhin fließen könne.
An der Leutkirche ist ein Brückenbauwerk vorgesehen
Für Oberschopfheim ist an der Leutkirche ein Brückenbauwerk vorgesehen, das landwirtschaftlichen Verkehr erlaube. Zweifelsfrei bleiben die Kosten über die Hauptverkehrsachsen L 118 und K 5330. Die Kosten sind in direkter Abstimmung mit den Baulastträgern. Bei Kosten für die Brücke an der Leutkirche und über die Autobahn an den Baggersee in Oberschopfheim verweist Adam an das Eisenbahnkreuzungsgesetz, das die Kosten in einer komplizierten Berechnungsformel aufteilt. Damit werden auch Gemeinden als Baulastträger in die Finanzierung einbezogen. Die Unterhaltspflicht liege bei der Gemeinde.
Den Bahnhof in Friesenheim baut die Bahn auf vier Gleise aus. In der Mitte befinden sich die Hauptgleise für den Fernverkehr. Jeweils links und rechts davon halten nach dem Ausbau die Nahverkehrszüge. Das alte Bahnhofsgebäude sowie die alte Abfertigungshalle müssen weichen. Die neuen Bahnsteige sind über Treppen und Rampen auch barrierefrei erreichbar.
Vom Ausbau der Trassenführung an der Autobahn ist direkt der Baggersee in Schuttern betroffen. Dort dürfte es ziemlich knapp hergehen. Trotzdem versicherte Adam: „Es sind keine Sicherungsbauwerke wie Stützwände notwendig. Das ist ein Stück, das wir technisch so regeln, dass am Schluss die Strecke stabil steht. Eine Ertüchtigung des Baugrunds könnte notwendig sein. Aber die Minimierung des Sees ist minimal.“ Zwischen Autobahn und Trasse sei zwar etwas Platz, aber keine 40 Meter, zumindest bleibe so viel Platz, dass die Trasse durchführen kann. Das Naherholungsgebiet soll durch den Zugverkehr nicht gestört werden. Eine gut 1000 Meter lange und 6,5 Meter hohe Schallschutzwand soll das Gebiet vor dem Zuglärm schützen. Den Anwohnern entlang der Trasse verspricht die Deutsche Bahn Lärmschutz, der über das gesetzliche Maß hinausgehe. Dazu wurde die Bahn vom Bundestag ermächtigt. Wo Lärmschutz notwendig sei, wird dieser vorgenommen, weshalb auf einen passiven Lärmschutz in Form von Lärmschutzfenster verzichtet werden könne.
Autobahntrasse
Zum Ausbau der Bahn hat es zwischen 2009 und 2016 eine massive Bürgerbeteiligung gegeben. Mehr als 178 000 Menschen an der Zahl. Diese habe zur Lösung mit Autobahntrasse und Erneuerung der Rheintalbahn geführt. Jede Trasse bleibt zweispurig. Anfang April 2023 wurde das Projekt Ausbau der Rheintalbahn auch im Gemeinderat in Friesenheim vorgestellt. Aktuell fahren täglich 200 Güterzüge auf der Strecke, die später an die Autobahn verlegt werden sollen. Bis im Jahr 2041 soll der Streckenabschnitt sieben komplett ausgebaut sein