Die BI hat bei der Hauptversammlung ihre Position gegenüber der DB deutlich gemacht. Sie fordert pünktlicheren Nahverkehr. Die Sinnhaftigkeit weiterer Maßnahmen wurde besprochen.
Lediglich eine Handvoll Gäste kamen zur Hauptversammlung der Ringsheimer BI Bahn. Angesichts der zu erwarteten Auswirkungen des Bahnausbaus für die Gemeinde in den kommenden Jahren und einem seit Jahren sehr engagierten Vorstands, zeigte das ein eher dürftiges Bild des Bürgerinteresses. Bürgermeister Pascal Weber bezog klar die Stellung der Gemeinde, die nicht immer kompatibel mit der BI ist.
Im Rückblick auf die BI-Arbeit erinnerte Benno Heizmann an die Teilnahme an der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung der Bahn im Januar in Kenzingen mit einem Info-Stand und einem sechs Meter hohen Lärmschutzwand-Modell, bei der auch mündliche Einwendungen vorgetragen wurden.
Kritisch hinterfragt wurde auch das Modell einer geplanten sechsjährigen Vollsperrung der Bestandsstrecke während des Neubaus und dem dann gültigen Schienenersatzverkehr. Alternativ wäre eine zehnjährige Bauzeit mit eingleisigem Verkehr.
Einschränkungen durch Streckensperrungen
Welche Variante auch immer: Die Einschränkungen werden massiv sein, ist man sich bei der BI Bahn und der Gemeinde bewusst. Bei einem bundesweiten Protesttag zusammen mit der IG-Bohr wurde sehr kritisch die geplante Höchstgeschwindigkeit von bis zu 250 Stundenkilometern hinterfragt. In Ringsheim sei Tempo 250 nicht möglich, argumentiert die Ringsheimer BI. Wichtig sei der BI eher die Verlässlichkeit der Bahn. Bei einem Mahnfeuer machte die BI auf ihre Anliegen aufmerksam. Gespannt warte man auf die Erörterung des Planungsabschnittes 8.0, Kenzingen-Hecklingen (Verbindungsspange Süd), gegen den die BI schriftliche Einwendungen vorgebracht habe.
Diskussionen über Lärmschutzwände
Die möglichen Maßnahmen auf der eigenen Gemarkung standen im Fokus der Diskussion. Die Verlegung des Bahnhofs Richtung Norden (nur als Planzeichnung vorhanden), die Verlegung der „Simona-Brücke“ nach Süden zugunsten einer neuen Zufahrt zum ZAK oder mögliche Interims-Bahnhöfe Lahr und/oder Ringsheim während des Umbaus der Bestandsstrecke wurden thematisiert.
Über die Anzahl der neuen Gleise – an der Bestandsstrecke mindestens vier, an der Neubaustrecke Autobahn bis zu sechs – gibt es noch keine genauen Erkenntnisse, war zu vernehmen. Über die Zahl und Positionierung der geplanten Lärmschutzwände wurde ebenfalls informiert und deren Sinnhaftigkeit diskutiert.
Bürgermeister lobt Initiative
Ein funktionierender Nahverkehr ist für Bürgermeister Pascal Weber wichtig. Zudem werde der Ringsheimer Bahnhof für den Tourismus an Bedeutung gewinnen. Die Gemeinde habe bereits viel investiert und der weitere Ausbau von Parkplätzen ist bereits geplant. Wenn ein Interimsbahnhof an der Neubaustrecke kommt, dann nach Ringsheim, ist sich Weber sicher. Viel Lob zollte Weber indes dem engagierten Vorstandsteam der BI, mit dessen Thesen er zu „80 Prozent einverstanden“ sei. Letztlich ging es auch um Kosten, die eventuell auf die Gemeinde zukommen werden, etwa beim Neubau der Brücken. Sein Fazit: Güterzüge an die Autobahn, Personenverkehr bleibt an der Bestandsstrecke. Das sei schlicht der Auftrag des Bundes an die Bahn.
Der bisherige Vorstandsteam wurde wiedergewählt. Dieses besteht aus Benno Heitzmann, Claudia Toni, Lydia Schütte, Karla Mönch und Karina Florido Martins.