Im Zuge des Ausbaus der Rheintalbahn wird es nach Schuttern eine Umfahrung geben bis das neue Brückenwerk steht Foto: Bohnert-Seidel

Die Planungen für die Rheintalbahn werden konkreter. Bei den Ratssitzungen von Schuttern und Oberschopfheim hat Friesenheims Bauamtsleiter über die angedachten Maßnahmen informiert.

In Friesenheim verläuft sie durch unterschiedliche Gemarkungen wie Oberschopfheim, Friesenheim und Schuttern. Vor allem Brückenbauwerke sind betroffen. Bei den Sitzungen der Ortschaftsräte von Oberschopfheim und Schuttern stellte Bauamtsleiter Markus Reinbold die betroffenen Brücken und Flächen vor. Eine der Brücken führt über die Autobahn und ist die Verbindung zum Oberschopfheimer Baggersee. Sowohl diese als auch die Leutkirchbrücke über die Bahngleise soll durch einen Neubau an der selben Stelle ersetzt werden. Während die Rad- und Fußwegbrücke über die Rheintalbahn nicht mehr für Autos befahrbar ist, soll die künftige Überquerung eine Fahrbahnbreite von vier Metern bekommen und bis zu 40 Tonnen Schwerlast tragen. Dafür wird sie weder einen Fuß- noch einen Radverkehr gesondert ausweisen. Alle sollen die Brücke mit gegenseitiger Rücksichtnahme passieren. Die Brücke über die Autobahn soll breiter werden. Zur Fahrbahnbreite von vier Metern soll eine Bankette von jeweils 1,5 Metern hinzu kommen. Auch diese soll ebenfalls eine Tragkraft von bis zu 40 Tonnen aushalten.

 

In Schuttern tangiere die Brücke über den Bahnhof von der L 118 zwar nicht die Gemarkungsgrenze, diese Brücke könne jedoch nicht parallel erneuert werden, sondern müsse an Ort und Stelle abgebrochen und wieder aufgebaut werden. Für Schuttern bedeutet dies, dass der Ort umfahren werden müsste. Eine weitere Brücke führt die L 118 weiter und verlaufe über die Autobahn nach Kürzell.

Wer die Kosten für die Maßnahmen trägt, ist noch unklar

Am Baggersee soll maximal 30 Quadratmeter vom Gewässer für den Ausbau aufgefüllt und das Sanitärhaus müsse um etwas 20 Meter Richtung Osten versetzt werden. Eine weitere Brücke verbindet Schutterzell und Schuttern. Auch diese über die Autobahn wird erneuert.

Wer die Kosten für den Brückenabbruch und anschließenden Neubau tragen wird, bleibt bis heute eine offene Frage. „Verlässliche Aussagen können noch nicht getroffen werden“, so Reinbold. Voraussichtlich ist die Gemeinde bei der Beteiligung von Kosten betroffen. Im Raum steht das Eisenbahnkreuzungsgesetz. Über die gesamte Planung entscheidet das Bundeseisenbahnamt sowie der Bundestag. Brücken sollten in jedem Fall so gebaut werden, wie sie der Gesetzgeber vorsehe. Bestehe eine Kommune auf Spuren für Radfahrer, sei sie allein Kostenträger. Wie hoch eine Kostenbeteiligung der Gemeinde beim Brückenbau sein wird, teilt die Bahn bislang nicht mit, so Reinbold. Aktuell gebe es ein Übereinkommen und ein Brief von einigen Bürgermeistern, dass die Kommunen Kosten an den Brückenbauten nicht tragen könnten. Es soll das Prinzip greifen: Wer bestellt, bezahlt auch. Zum möglichen Zeitpunkt einer Realisierung meinte Reinbold: „Im März werde ich 58 Jahre alt. Ich denke nicht, dass ich diese Umsetzung noch in meiner Dienstzeit erleben werde.“

Die beiden Ortschaftsräte haben den Planungsstand zur Kenntnis genommen und werden aus technischer Sicht keine negativen Stellungnahmen abgeben.

Rheintalbahn

Im Jahr 2023 hat die Deutsche Bahn ihr Vorhaben in der Sternenberghalle vorgestellt. Zwei zusätzliche Gleise entlang der Bundesautobahn 5 sollen die Rheintalbahn entlasten. Aktuell fahren täglich gut 200 Güterzüge auf der Rheintalstrecke, die später an die Autobahn verlegt werden sollen. Bis im Jahr 2042 soll der Streckenabschnitt 7 zwischen Hohberg und Kenzingen ausgebaut sein.