Tür verschlossen? Dann geht es eben durchs Fenster. Foto: Riedlinger

Dicker Rauch quillt aus dem Fenster – und keiner weiß, ob sich noch Menschen in dem brennenden Haus befinden: Schwierige Feuerwehrübung in Wellendingen-Wilflingen.

Wellendingen-Wilflingen. - Eine gemeinsame Feuerwehr-Hauptübung haben die Abteilungen Wellendingen, Wilflingen und Neufra am Samstag Nachmittag in der Wilflinger Bergstraße an einem abzureißenden Gebäude abgehalten. Die Abteilungen zeigten eine gelungene Übung und eine eingespielte Zusammenarbeit. Eine größere Ansammlung von Bürgern verfolgte das aufregende Geschehen mit viel Interesse.

Dabei wurde angenommen, dass ein Passant Rauchentwicklung aus dem Fenster im Obergeschoss meldet und die Feuerwehr alarmiert.

Zugang über ein Fenster verschafft

Nachdem die Abteilung Wilflingen innerhalb kürzester Zeit und die Abteilung Wellendingen nach nur wenige Minuten vor Ort war, blieb zunächst unklar, ob und wie viele Personen im Haus sind. Die Zugangstür war verschlossen, auf Klingeln reagierte niemand.

Als erste Maßnahmen verschaffte sich die Feuerwehr daher Zugang über ein Fenster links neben der Eingangstür. Damit gelangten die Feuerwehrleute in das Gebäude und konnten die Eingangstüre von innen öffnen.

Abteilung Neufra greift ein

Durch zwei Trupps wurde einerseits die Menschenrettung und andererseits die Brandbekämpfung in Angriff genommen, während die Abteilungen draußen die Löschwasserversorgung aus zwei getrennten Kreisläufen aufbauten.

Während innen der Brand im Treppenhaus bekämpft wurde, erfolgte von außen ein dritter Angriff durch die ebenfalls alarmierte Feuerwehr-Abteilung Neufra, deren Feuerwehrleute mit einer Steckleiter in den ersten Stock gelangten. Nach kurzer Zeit konnten zwei Personen auf Tragen und zwei weitere stehend durch das inzwischen gelöschte Treppenhaus gerettet werden. Die beiden Kinder hatten sich laut der Annahme im hinteren Teil des Gebäudes befunden, der noch nicht vom Brand erfasst worden war. Draußen wurden sie sofort durch die ebenfalls alarmierten Mitglieder des Roten Kreuzes (DRK) versorgt und behandelt.

Vorgehen anschaulich kommentiert

Unter den aufmerksamen Augen der Schaulustigen sowie von Rottweils Stadtbrandmeister Frank Müller zeigten die Abteilungen ein lückenloses und professionelles Vorgehen Hand in Hand.

Alexander Selig von der Abteilung Wilflingen kommentierte über Lautsprecher die einzelnen Schritte der Vorgehensweise der Floriansjünger sehr anschaulich für die Zuschauer.

Alles muss abgesucht werden

Abteilungskommandant Tobias Bucher führte aus, dass die Situation im Ernstfall nicht ganz ohne wäre: Die Feuerwehrleute müssen in einem solchen Fall das gesamte Haus absuchen, wenn nicht klar ist, ob oder wie viele Personen im Haus sind. Hier hat Menschenrettung immer oberste Priorität.

Zur Sicherheit wurde die Löschwasserversorgung bei der Wilflinger Übung aus einer Niederdruckzone und gleichzeitig aus einer Hochdruckzone aufgebaut. Damit wäre im Ernstfall gesichert, dass das Löschwasser nicht ausgeht.

Besonders gut funktionierte auch die Übergabe der geretteten Personen, die von Mitgliedern der Jugendfeuerwehr dargestellt wurden, an die Mitglieder des DRK, das unter der Leitung von Michael Häring an der Übung beteiligt war.