Beim Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ in Nagold war die Altersgruppe bis 14 Jahre in der Mehrzahl. Eine Schülerinnen-Gruppe hat bei ihrem Projekt bemerkenswert bewiesen, wie sie ethisch richtig mit Tieren forschen.
84 Schüler und Schülerinnen zwischen zehn und 19 Jahren haben sich mit zahlreichen Themen aus Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Physik, Mathe, Informatik, Technik und der Arbeitswelt befasst. Ihre Ergebnisse präsentieren sie nun beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ im Nordschwarzwald unter dem Motto „Mach aus Fragen Antworten“ in der Nagolder Stadthalle. In Baden-Württemberg gibt es noch zehn weitere Wettbewerbe, bundesweit 88.
Dieses Mal waren besonders viele Mädchen am Start, wird hervorgehoben. 37 nahmen teil, das sind ungefähr 44 Prozent. 47 Teilnehmer waren männlich.
Auch waren sehr viele Teilnehmer der jüngeren Alterssparte dabei. 29 der insgesamt 42 Projekte fielen in den Bereich „Jugend forscht Junior“ (ehemals Schüler experimentieren) bis 14 Jahre – 59 Teilnehmer. In der „normalen“ Altersklasse der 15- bis 21-Jährigen waren lediglich 13 Projekte mit 25 Teilnehmern.
Alte Tests neu auf dem Prüfstand
Der Unterschied liegt auch in den Anforderungen. Die Jüngeren können etwas Neues erfinden – aber auch etwas bereits Erforschtes neu erforschen und so verstehen. So könnten bereits bestehende Tests neu überprüft werden. Bei den älteren werden schon neue Ansätze und Erfindungen erwartet.
Viele Schüler seien dabei „ihrer Zeit voraus“, meint Regionalwettbewerbsleiter Klaus Gerlinger. So hätte eine Gruppe, die sich mit der Wirkung von Laugengehalt auf das Backergebnis von Laugenbrezeln beschäftigt. „Die hatten noch keine Stunde Chemie“, staunt Gerlinger.
Die Schüler waren aus der gesamten Region gekommen, um an zwei Tagen in der Nagolder Stadthalle öffentlich ihre Forschungsprojekte – und Ergebnisse – zu präsentieren. Mit Nagold (zehn Teilnehmer), Wildberg (2), Neubulach (11), Calw (5) und Bad Wildbad (7), sowie Altensteig (9) war der Kreis Calw stark vertreten, aber auch aus dem Nachbarlandkreis, aus Freudenstadt (5) und Horb (8) waren Schüler gekommen.
Aus dem nahen Herrenberg kamen sechs Teilnehmer mit drei Projekten, aus Balingen waren elf Schüler und aus Geislingen einer mit dabei. Hechingen schickte fünf Schüler mit zwei Projekten ins Rennen. Die Tübinger waren mit drei Projekten und fünf Schülern vertreten.
Technikprojekte sind gefragt
Besonders beliebt waren Technikprojekte. Elf Projekte drehten sich darum. Auf Platz zwei stand Biologie mit neun Projekten, die Arbeitswelt interessierte acht Projektgruppen im Nordschwarzwald.
Die Schüler kommen von unterschiedlichsten Schulformen. Vor allem Gymnasien sind vertreten, aber auch gewerbliche Schulen, drei Realschulgruppen. Tobias Hentschel (10) aus Geislingen geht sogar noch auf die Grundschule. 20 Projekte entstanden an Schüler- und Jugendforschungszentren.
Auch an die Schulen gehen Preise – 250 Euro, wenn mindestens vier Projekte teilnehmen. Die bekommen das Otto-Hahn-Gymnasium Nagold, das Gymnasium Balingen und die Gemeinschaftsschule Neubulach für je fünf Projekte. Das Martin-Gerbert-Gymnasium in Horb und das Enztal-Gymnasium in Bad Wildbad schickten je vier Projekte ins Rennen.
Drei Schülerinnen haben mit Pferden gearbeitet und ihr Stressverhalten erforscht. Forschung mit Tieren ist immer etwas problematisch – diese dürfen nicht geschädigt werden. Die drei Mädchen haben das „vorbildlich gemacht“, betont Gerlinger. Später am Stand erklären sie: Sie haben „natürliche Stresssituationen“, für ihre Messungen genommen, wie etwa Silvester oder ohnehin anstehende Operationen.
Der Regionalwettbewerb findet abwechselnd in Nagold und in Altensteig statt. In Altensteig können mehr Teilnehmer mitmachen. Der Grund: Es gibt mehr Platz. Erst einmal geht es aber für die diesjährigen Regionalsieger zum Landeswettbewerb nach Balingen für die Junioren, für die Älteren nach Heilbronn.
Die Sieger des diesjährigen Regionalwettbewerbs
Regionalsiege
Chemie: Nele Rathfelder, Sophia Schüle und Luis Hechler mit ihrem Projekt „Die Magie der Laugenbrezel“ von der Gemeinschaftsschule Neubulach, Geo- und Raumwissenschaften: Philip Späth und Kimi Sickinger von der Gewerblichen Schule Tübingen für das Projekt „Simulation der Sternentstehung bei Andromeda-Milchstraßen-Verschmelzung sowie an Felix Schmidtke, Lukas Schaub und Jannik Fischer vom Gymnasium Balingen mit dem Projekt „Goethebarometer digital“. Physik: Emilia Mäder vom Kepler-Gymnasium Freudenstadt mit dem Projekt „Wärme aus der Kälte“, Technik: Mathis Waidelich, Hannes Herter und Hannes Kraft von der Friedrich-Boysen-Realschule Altensteig für ihr katapultfähiges Segelflugzeug. Arbeitswelt: Josephine Seng, Sofie Fischer und Clara Schmidtke vom Gymnasium Balingen mit ihrem Projekt „Stroh-Halme – am besten aus Stroh?“ Biologie: Nils und Ronja Steiner vom Schickhardt-Gymnasium Herrenberg für ihr Projekt „Rot, gelb, grün oder blau? Wie färbt man DNA in der Schule schlau?“ sowie Merle Ahsbahs, Annabel Schmitt und Sofia C. von der Gemeinschaftsschule Neubulach mit ihrer Forschung zum „Stressverhalten bei Pferden“. Bestes interdisziplinäres Projekt: Natalie Seeger vom Martin-Gerbert-Gymnasium Horb für ihr Projekt „Moorbiotop“.
Zweite Preise
Chemie: Noah Schwenk, Elea Hühnerbein und Ferdinand Hartle vom Christophorus-Gymnasium Altensteig Geo- und Raumwissenschaften: Tiago Perelo Wessels und Dario Kreider vom Schickhard-Gymnasium Herrenberg, Mathematik/Informatik: Finley Neff, Laurin Franz und Leon Zimmermann vom Martin-Gerbert-Gymnasium Horb und an Aleksandar Vermeulen vom Maria-von-Linden-Gymnasium CalwPhysik: Julian Besch und Celine Feindt vom Otto-Hahn-Gymnasium Nagold und an Paul Pfrommer, Niclas Schaible und Benjamin Aichele von der Gemeinschaftsschule Neubulach sowie Benjamin Lohner, Adriano Di Renzo und Rudi Solleder vom Gymnasium Balingen Technik: Sophie Odin und Patricia Roth vom OHG Nagold, an Fabienne und Tabea Wentsch vom Enztalgymnasium in Bad Wildbad Arbeitswelt: Marlon Walz vom Christophorus-Gymnasium Altensteig und Paul Steiner und Felix Günther vom Schickhardt-Gymnasium Herrenberg Biologie: Laura Mach und Matthias Orendi vom Kepler-Gymnasium Freudenstadt
Dritte Preise
erreichten Milla Kübler und Anna-Lina Schuler für Biologie, Bhalla Siddarth und Jamie Nagel für Chemie, Olivia Walz für Chemie, für Technik David Hartmann,Tobias Hentschel, Jan Friedrich und Jakob Sämann, im Bereich Arbeitswelt Mika Röckl und Raphael Geiger sowie Matz Liam Grimm, Zoé Mila Ruddeck und Sophie M. J