Für Orhan Ipekcioglu ist Dubai die perfekte Umgebung, um seine Ziele zu verfolgen. Foto: Ipekcioglu

Er hat sein Leben in Sulz hinter sich gelassen, um in der Weltmetropole Dubai richtig durchzustarten: Orhan Ipekcioglu. Wie es dazu kam, und warum es mittlerweile nicht nur viele Prominente nach Nahost zieht, erzählt er uns im Gespräch.

Wüste, Luxus, Wolkenkratzer – und mittendrin Orhan Ipekcioglu. Dass er eines Tages in Dubai leben und Immobilien vermarkten würde, hätte der 34-Jährige früher wohl nie gedacht. Denn sein Weg begann vollkommen anders.

 

Geboren wurde er in Horb. In Sulz besuchte er die Realschule – und machte sich als Fußballer unter anderem beim FC Holzhausen einen Namen. Nach der Schule absolvierte Ipekcioglu eine Lehre als Zerspanungsmechaniker. Anschließend studierte er Maschinenbau in Esslingen.

Vertrauen ist wichtig

Doch bald schon bestätigte ein Bekannter, was ihm ebenfalls klar geworden war: „Du musst mit Menschen arbeiten“. In den Folgejahren arbeitete Ipekcioglu im medizintechnischen Vertrieb und stand in ganz Baden-Württemberg mit Ärzten und Universitätskliniken in Kontakt. Schon da habe er gemerkt: Am wichtigsten sei Authentizität. Der soziale Aspekt und Vertrauen zu schaffen, sei ihm wichtig gewesen, erzählt er im Gespräch.

Lange Fahrzeiten im Außendienst führten dazu, dass der 34-Jährige nach einer neuen Herausforderung suchte – und schließlich das Thema Immobilien für sich entdeckte.

Das Interesse fürs Bauwesen liegt dem Sulzer im Blut, wie er erzählt. Der Onkel hat eine Baufirma, sein Vater ist gelernter Maurer mit einer Leidenschaft für Immobilien.

Erste Erfahrungen in Berlin

Ipekcioglu sammelte Erfahrungen auf dem Immobilienmarkt in Berlin, ehe er alles auf eine Karte setzte: Er bewarb sich bei der Immobilienagentur Engel&Völkers in Dubai. Seit er dort einen Urlaub verbracht hatte, war er fasziniert von der Megacity, die einen Hotspot beim Thema Immobilien darstellt.

Sein Bewerbungsgespräch habe gerade einmal 90 Sekunden gedauert, erinnert sich der Sulzer. Und es klappte tatsächlich. Ipekcioglu zog allein nach Dubai und merkte schnell: „Der Markt hier ist gigantisch.“

Aufgebrochen war er aus Sulz mit den Worten „Ich probier das mal“. Nach zwei Monaten merkte er, dass er hier genau richtig war, wie er sagt.

Nach zwei Jahren habe er alle Rekorde in der 48-jährigen Geschichte des Unternehmens gebrochen und sei in die Makler-Elitegruppe von Engel&Völkers aufgestiegen, berichtet er stolz.

Nächstes Wagnis: Selbstständigkeit

Der nächste große Step: Ipekcioglu machte sich selbstständig und gründete das Unternehmen Ipek & Partners Real Estate. Sein Fokus liegt dabei vor allem auf deutschen Kunden, die in Dubai investieren wollen. Sie begleitet er auf der Suche nach dem passenden Objekt. „Ich bin der, der bei 40 Grad rumspringt, um alles zu regeln, und der immer erreichbar ist“, sagt er lachend. Vertrauen sei dabei das Wichtigste.

Unter seinen Kunden seien Erstinvestoren mit einer Anzahlung von 30 000 Euro bei einem Gesamtbudget von 150 000 Euro ebenso wie Multimillionäre. Ein gutes Netzwerk sei da das A und O, sagt Ipekcioglu.

Auch Promis gehören zu den Kunden

Und ja, auch so mancher Prominenter zählt zu seinen Kunden, zum Beispiel ein Spieler des FC Bayern und ein deutscher Fußballnationalspieler. Da Ipekcoiglu es in seiner eigenen Fußballkarriere bis zur Oberliga geschafft hat, hat er auch in diesem Bereich noch den einen oder anderen Kontakt.

Aber was zieht Prominente und andere Bürger aus Deutschland nach Nahost? Wie erklärt Orhan Ipekcioglu den Dubai-Boom? „Erst einmal stellt man sich alles hier sehr konservativ vor“, weiß er. Aber Dubai sei sehr europäisch. „Hier leben nur etwa acht Prozent Einheimische. Dubai ist multikulturell und sehr divers.“

Lifestyle und Sicherheit

Natürlich sei das schillernde Leben hier reizvoll und biete viele Möglichkeiten. Der Lifestyle ziehe viele Menschen an – und der Fortschritt. „In Dubai läuft die Zeit zehnmal schneller.“ Neben gutem Essen und Bling-Bling finde man hier aber auch viele zufriedene, freundliche Menschen.

Ein großer Pluspunkt für den Sulzer ist aber auch das Thema Sicherheit. „Hier kann man abends bedenkenlos raus. Die Gesetze sind viel strenger. Gewalt auf offener Straße sieht man hier nicht“, erzählt er. Das sei in Großstädten wie Hamburg, in denen sich manche Eltern nicht trauen würden, ihre Kinder mit der U-Bahn fahren zu lassen, anders. Viele seien in Deutschland mit der aktuellen Situation unzufrieden, sagt er.

Immobilie auf der Palme

Sein größter Erfolg, seit er in Dubai arbeitet, war übrigens der Verkauf einer Penthouse-Wohnung im Luxus-Gebäudekomplex „Royal Atlantis“ für zehn Millionen Euro, wie er sagt. „So eine Villa auf der Palme zu verkaufen, wäre aber auch noch nett“, sagt er lachend.

So gut es Orhan Ipekcoiglu auch in Dubai gefällt, seine Heimat bleibe der Schwarzwald, sagt er. Gern würde er in der Zukunft auch in Deutschland ein Büro eröffnen.

Große Dankbarkeit empfindet er für seine Eltern, die ihm alles ermöglicht hätten. Er habe als Erster in der Familie studiert. Vor allem sein Vater Halit habe ihn inspiriert. Nun wolle er ein Vorbild für seine jüngeren Verwandten sein, ebenfalls nach guter Bildung zu streben. Was er gelernt habe: Auch wenn manches unmöglich erscheine – man müsse Schritt für Schritt vorangehen. „Vertraut auf den Prozess.“