Heike Berger will Touristen das echte Guadeloupe zeigen. Foto: Berger

Weltenbummlerin Heike Berger aus Rottweil hat auf Guadeloupe ihre neue Heimat gefunden. Uns erzählt sie von ihrem Alltag im Paradies, Trips für Touristen und ihrem Podcast.

Heike Berger hat es schon immer in die große weite Welt gezogen. Im Herzen Rottweils aufgewachsen – ihre Oma führte den Tabakladen in der Hochbrücktorstraße – machte sie sich nach dem Abitur am Droste-Hülshoff-Gymnasium, mit 19 Jahren, zunächst nach Australien auf.

 

Nach ihrem Aufenthalt dort absolvierte sie in Berlin ein duales Studium im Bereich Tourismus. 2014 zog es sie nach Brasilien, um dort bei der Fußball-Weltmeisterschaft zu arbeiten. Weitere Stationen waren Paris, Kapstadt und Lissabon, jeweils für ein bis zwei Jahre. Dort arbeitete sie mal im Kundenservice, mal für Reiseunternehmen, zuletzt als Reisespezialistin für Afrika.

Nach einer Corona bedingten Reisepause, in der Heike Berger Online-Deutschunterricht für Kinder aus der ganzen Welt gab, zog es sie 2021 nach Guadeloupe – für sie ein Traumziel, seit sie das bunte Multikulti-Leben in Paris kennengelernt hatte, erzählt sie uns. Und vor Ort sei ihr schnell klar gewesen: „Hier bleibe ich“.

Sie lernte dort ihren Partner kennen und ist inzwischen Mutter eines Dreijährigen, der „multikulti“ aufwächst, wie sie sagt.

Heike Berger schätzt den Mix aus afrikanischer und europäischer Kultur. Foto: Berger

Und wie ist der Alltag auf der Insel? „Karibisch-chaotisch“, sagt Berger lachend, aber mit einem Hauch von europäischer Ordnung, etwa, was das Schulsystem angeht. Kein Wunder, Guadeloupe liegt zwar in der Karibik, ist aber ein Überseedepartement des französischen Staates. Deshalb wird dort Französisch gesprochen, mit Euro bezahlt, und für die Einreise reicht ein Personalausweis.

Boom durch „Death in Paradise“

Insbesondere die Serie „Death in Paradise“, die auf der Insel spielt, hat für einen regelrechten Boom beim Tourismus gesorgt. Auch Kreuzfahrtschiffe legen in Guadeloupe an. Die Insel sei aber weniger für Luxustourismus bekannt als vielmehr für Abenteuer und Kultur.

Heike Berger organisiert auf der Insel nicht nur Touren, sie hilft als Reisebegleiterin vor Ort auch überwiegend deutschen Touristen, zurecht zu kommen, etwa bei der Mietwagenabholung. Denn die Bürger Guadeloupes – da sei es nicht anders als auf dem französischen Festland – seien sehr stolz und sprächen nur ungern eine andere Sprache. Viele Informationen zu Sehenswürdigkeiten gebe es ebenfalls nur auf Französisch.

Mix aus afrikanischer und europäischer Kultur

Die 36-Jährige schätzt den Mix aus afrikanischer und europäischer Kultur. Etwa, dass man pain au chocolat am Strand genießen kann, es aber auch starke Einflüsse aus der afrikanischen und auch indischen Küche gibt.

Den größten Kulturschock bekomme man als Tourist wohl im Straßenverkehr, meint sie. „Da ist viel erlaubt, und es gibt einige Grauzonen. Wer blinkt, biegt nicht unbedingt ab. Außerdem fahren alle deutlich wilder“, sagt die 36-Jährige lachend.

Für die 36-Jährige ist wichtig, dass ihr Sohn weiß, wo er herkommt. Foto: Berger

Mit ihren Touren will Heike Berger das authentische Guadeloupe näherbringen – ob über ein Barbecue am Strand, eine Tour durch die vielfältige Landschaft, mit Regenwald, aber auch einem aktiven Vulkan, über eine Musikveranstaltung oder beim gemeinsamen traditionellen Basteln eines Hutes aus Blättern. Hier könne man viel erleben, und die Bürger wüssten das Interesse an ihrer Kultur zu schätzen.

Eigener Blog und Podcast

Was es alles zu entdecken gibt, lässt Heike Berger auch in ihren Blog „Faszination Guadeloupe“ einfließen. Und seit Kurzem spricht sie auch in ihrem eigenen Podcast „Karibikgeflüster – Mein Leben in Flip-Flops“ auf allen gängigen Streaming-Plattformen über ihren Alltag in der Karibik.

So schön das Leben im Paradies aber auch ist: Jedes Jahr kommt sie zumindest einmal nach Deutschland, um Familie und Freunde zu besuchen. Und ein Teil ihres Herzens wird wohl für immer hier sein, in Rottweil.

Für alle, die mehr erfahren wollen: faszinationguadeloupe.com