Noch steht das Gerüst, der Großteil der Sanierung des ehemaligen Kindergartens ist aber angeschlossen. Foto: Thomas Fritsch

Zum neuen Schuljahr wird eine Zweigstelle der Karl-Georg-Haldenwang-Schule in einen ehemaligen Kindergarten in Neuweiler einziehen. Dass das gelingt, war nicht selbstverständlich.

Als im Dezember vergangenen Jahres der Plan auf dem Tisch lag, waren die Unsicherheiten noch zahlreich. Den ehemaligen Kindergarten in der Nagolder Straße in Neuweiler in nur etwa neun Monaten sanieren? „Ein extrem enger Rahmen“, räumte Architekt Michael Pfeifle damals im Gemeinderat ein.

 

Zumal sich vieles zu jener Zeit noch nicht voraussehen ließ. Etwa wie schnell Handwerker zur Verfügung stehen würden. Ob Denkmal- und Brandschutz oder auch das Wetter dem straffen Zeitplan einen Strich durch die Rechnung machen würden.

Und nicht zuletzt stand die Frage im Raum, ob noch „Überraschungen aus dem Gebäude selber“ kommen, meinte Pfeifle Ende 2024 – etwa hinsichtlich der Bausubstanz, die in alten Gebäuden mitunter schlechter aussieht als erhofft.

Massives Platzproblem

Doch die Blitz-Sanierung war mit ihrem Zeitplan im Grunde alternativlos. Denn nach den Sommerferien sollte hier eine Zweigstelle der Karl-Georg-Haldenwang-Schule entstehen. Das Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung hat ein massives Platzproblem an seinem Standort in Sommenhardt. Der Landkreis Calw, der für die Einrichtung verantwortlich ist, braucht daher eine Interimslösung, bis dereinst ein Neubau Abhilfe schaffen könnte.

Inzwischen steht fest: Das Vorhaben war und ist erfolgreich. Wie Bernd Günthner, Bautechniker bei der Gemeinde Neuweiler, auf Nachfrage unserer Redaktion erklärte, könne der Betrieb pünktlich zum neuen Schuljahr starten – auch wenn dann möglicherweise noch kleinere Restarbeiten zu erledigen seien.

Das Projekt dürfte damit in einer Rekordzeit umgesetzt worden sein. Denn zu tun war nicht wenig. Erneuert werden mussten etwa Dach, Fenster, Sanitäranlagen, Fassade und Elektrik – und das in weniger als neun Monaten.

Rund 1,9 Millionen Euro sind als Kostenrahmen für das Projekt eingeplant, etwa 50 Prozent werden durch ein Sanierungsprogramm des Landes finanziert. Und nicht zuletzt trägt der Landkreis dazu bei, das Ganze zu bezahlen: mit einem Mietvertrag über fünf Jahre. Dieser läuft zunächst vom 1. August 2025 bis zum 31. Juli 2030, mit der Option auf eine Verlängerung. Die monatliche Warmmiete beläuft sich auf 7000 Euro.

Zudem bezahlt der Landkreis den Umbau im Innern, um das alte Gebäude als moderne Schule nutzen zu können. Dieser Umbau kostet etwa 250 000 Euro.

Bereits im Dezember hatte Bürgermeister Martin Buchwald von einer „einmaligen Chance“ gesprochen, die sich biete. Wenn die Schule wieder ausgezogen sei, habe man ein fertig saniertes, in großen Teilen bereits bezahltes Haus für die nächsten Jahrzehnte, das zudem durch kleinere Maßnahmen schnell wieder als Wohnraum weiter vermietet werden könnte.