Bild als vergangenen Tagen: die Münsterwieber feierten 2016 ihren MüWi-Fastnachtsball. (Archivbild) Foto: Birgit Heinig

Die närrischen Frauen der Villinger Münstergemeinde beenden ihr Engagement an der Fasnet. Am Samstag bieten sie ihre Requisiten und Kostüme gegen eine Spende an.

„Es wird keine Münsterwieber-Fasnet mehr geben“ – diese Nachricht lässt die Villinger Damenwelt trauern. „Es tut uns allen leid“, sagt die Vorsitzende der Münsterfrauen, eine Ortsgruppe der bundesweit organisierten Katholischen Frauengemeinschaft (KFG), Uschi Schwert.

 

Doch das fortschreitende Alter der Vereinsfrauen, die sich an der Fasnet als „Münsterwieber“ engagieren und für ein attraktives Bühnenprogramm samt Ball-Organisation nicht im genügenden Maße nachrückende Jugend machen diesen Schritt notwendig.

Die „MüWis“, die diesen Namen ausschließlich an der Fasnet tragen, blicken auf ihre Gründung 1972 zurück. Damals stellten fastnachtsverliebte Frauen aus der Gemeinde im Münsterzentrum den ersten Ball auf die Beine, bei dem vom Programm über die Küche bis hin zur Bedienung alles aus eigener Kraft gestemmt wurde.

Was anfangs jährlich stattfand, wechselte später in einen Zwei-Jahresrhythmus, nicht, weil es den Damen zu viel geworden wäre, sondern weil es mit den ebenso fastnachtsaktiven Frauen der Fidelis- und der Bruder-Klaus-Gemeinde genug Frauenveranstaltungen gab. Das ging so bis 2020, als kurz vor der Corona-Pandemie noch einmal ausgiebig gefeiert werden konnte.

Der Ball 2022 fiel pandemiebedingt aus, und das Programm für 2024 war bereits im Kasten, als ein wesentlicher Teil der Akteurinnen krankheitsbedingt ausfiel und man den Ball absagen musste. Zum Ball am Montagabend und einer zweiten Ausgabe am Mittwochnachmittag kam es aus besagten Gründen in diesem Jahr nun gar nicht mehr.

Erlös dient der Jugend

Dafür bieten die Münsterwieber am Samstag, 7. März, im kleinen Saal des Münsterzentrums gegen eine Spende ihre Kostüme und Requisiten an, die sich seit dem Brand des Münsterzentrums 2009, der den gesamten Fundus vernichtete, wieder angesammelt haben. Der Erlös solle der Jugend in der Pfarrei zu Gute kommen, sagt Uschi Schwert.

Sie selbst hat nur gute Erinnerungen an die MüWi-Fasnetsbälle, die sie häufig gemeinsam mit Christina Storz moderierte, die zwar jedes Mal unter einem anderen Motto standen, aber deren fester Bestandteil der „Münstertratsch“ war und die hier und da auch externe Tanzgruppen zu Gast hatten.

Monatliche Treffen

Das ist nun Vergangenheit. Uschi Schwert, Kopf eines siebenköpfigen Teams von Vorstandsfrauen, hofft, dass die Münsterfrauen nicht eines Tages das gleiche Schicksal ereilt und wirbt um Mitglieder. Die Münsterfrauen treffen sich monatlich zu Vorträgen, Film- oder Grillabenden, besichtigen interessante Einrichtungen und feiern kleine Feste.

Am Freitag, 6. März, dem Weltgebetstag, nehmen sie an einer Veranstaltung der Paulusgemeinde an der Lorettokapelle teil.