Die Ortsverwaltung tut sich schwer, weiterhin das Angebot eines kostenlosen Fahrdienstes für den Seniorennachmittag anzubieten, wenn die Nachfrage nicht besser wird. Foto: Herzog

Dem vom Krankenpflegeförderverein angebotenen kostenfreien Fahrdienst droht das Aus, wenn das Angebot nicht besser angenommen wird.

In der Einwohnerfragestunde der Ortschaftsratssitzung erinnerte Krankenpflegeförderverein-Vorsitzende Elli Werkmeister an die Vorstellung eines kostenfreien Fahrdienstes für die Seniorennachmittage im Sommer 2021.

 

Damals habe man es sich nicht träumen lassen, dass es ganze drei Jahre dauere, um endlich im August 2024 an den Start zu gehen. Das im Gemeindeblatt veröffentlichte Angebot werde zwar gelesen, allerdings nicht richtig verstanden, begründete Werkmeister die bisher eher spärliche Resonanz. Nach rund einem halben Jahr sei es noch zu früh, um zu bilanzieren, denn so etwas brauche mehr Zeit.

Der Fahrdienst bedeute ein Stück Unabhängigkeit und Teilhabe für Menschen, die nicht mehr mobil seien. Das Fahrzeug und ein Dutzend ehrenamtliche Fahrer seien vorhanden. Deshalb müsse im Gemeindeblatt regelmäßig und öfters dafür geworben werden. „Bitte lassen Sie das Angebot weiter bestehen, der Bedarf ist sicherlich vorhanden. Es gibt nicht nur ältere Menschen, die nicht mehr mit dem Auto fahren wollen und sollen, sondern auch Jüngere“, forderte die Vorsitzende Durchhaltevermögen.

Probleme bei der Buchung

Auch Inge Keller wusste von Personen im Ort, die sich nicht mehr ans Steuer eines Fahrzeugs setzen wollen. In der vergangenen Woche habe bei ihr eine Frau aufgeregt angerufen und erzählt, dass sie bei der Ortsverwaltung einen Termin für einen Fahrdienst im Februar haben wollte. Ihr sei dann mitgeteilt worden, dass es das Angebot bis dahin nicht mehr gebe. Verwirrend sei gewesen, weil im Gemeindeblatt „eventuell“ gestanden habe.

Ältere Menschen seien nicht so einfach von einem Angebot zu überzeugen. Da müsse öfters dafür geworben und drangeblieben werden. Werbung könne auch der Ortschaftsrat betreiben, „aber lasst das Projekt nicht sterben“, bat Keller.

Unter diesen Bedingungen geht es weiter

Der Appell, versicherte Ortsvorsteher Reiner Ullrich, sei bei ihm angekommen. Er habe kein Problem damit, das Angebot weiterhin aufrecht zu erhalten. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die Lebenshilfe das Fahrzeug weiterhin kostenfrei bereitstelle und es für die Einrichtung einen Tag lang abkömmlich sei. Er bedauere es äußerst, dass die Nachfrage bisher so verhalten gewesen sei.

Die Ortsverwaltung habe sich deshalb Gedanken darüber gemacht, wie es weitergehen soll. Sie werde das Angebot in den Wintermonaten weiterhin anbieten, wenn die Nachfrage vorhanden sei. „Verwandtenbesuche sind möglich. Wir können aber keine Ausflugs- und Vergnügungsfahrten anbieten, dann bekommen wir Probleme mit gewerblichen Taxiunternehmen. Wir wollen aber auch kein Angebot ins Leere anbieten“, bat der Ortsvorsteher um Verständnis.