Die mobilen Fahrradständer sollen Radlern helfen, die Events besuchen wollen, sei es im Stadtzentrum oder im Bürgerpark. Foto: Maier

Die Lahrer Verwaltung will bei Großveranstaltungen im Stadtzentrum mobile Fahrradabstellanlagen einrichten, etwa am Rathausplatz.

Ausgangspunkt der verwaltungsinternen Überlegungen waren offenbar Probleme beim Blumenfestival im Vorjahr. Da seien die Fahrradabstellanlagen in der Innenstadt teils überlastet gewesen – mit dem Resultat, dass manche Radler ihre Velos dort stehen ließen, wo sie nicht hingehörten, etwa auf Straßen. Das habe dem Stadtbild geschadet, heißt es aus dem Rathaus.

 

Falsch abgestellte Räder seien auch ein Sicherheitsrisiko, betont die Verwaltung in ihrer Vorlage für die Gemeinderatssitzung am Montag ab 17.30 Uhr. Dort will sich die Stadt das Okay des Gremiums für den Kauf mobiler Fahrradabstellanlagen holen.

Konkret geht es um acht flexible Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, die bei Großveranstaltungen in der Innenstadt platziert werden sollen. Ideal für Radler, die ein Event im Zentrum besuchen wollen. Der Clou daran ist, dass die Fahrradständer nicht fest verbaut werden, so dass sie auch an anderen Standorten eingesetzt werden können, wenn sie dort gebraucht werden, etwa bei Sportanlagen oder Schulen.

Es geht darum, ganz konkret Radlern zu helfen, die ihr Gefährt etwa beim Stadtfest oder der Chrysanthema sicher abstellen wollen. Darüber hinaus hat man im Rathaus auch das große Ganze im Blick, nämlich „die Akzeptanz nachhaltiger Mobilitätsformen“ zu fördern, ist der Ratsvorlage zu entnehmen. Tatsächlich hat die Stadt in den vergangenen Jahres einiges für den Radverkehr getan. Zu etlichen bereits verwirklichten Maßnahmen – siehe Info-Box – sollen nun noch die mobilen Fahrradständer hinzukommen.

Fahrradständer sollen auf Auto-Parkplätzen eingerichtet werden

Die Standorte stehen im Zusammenhang mit dem Zufahrtschutz bei Großveranstaltungen, die Amokfahrten mit Autos verhindern sollen. Für diese Sperren muss ohnehin Platz im Straßenraum freigemacht werden – dort kann dann man die mobilen Fahrradabstellanlagen hinstellen, so die Überlegung der Verwaltung.

Unter den vorgeschlagenen Standorten ist etwa der Rathausplatz. Hier sollen zwei Kfz-Längsparkplätze in der Lotzbeckstraße vor dem Rathausplatz 7 wegfallen, so dass Platz entsteht für 24 Fahrradabstellmöglichkeiten. Die Verwendung eines weiteren Kfz-Stellplatzes am Rathausplatz (vor der Tiergartenstraße 1) ermöglicht laut Verwaltung zwölf zusätzliche Fahrradabstellplätze.

Auch an den Marktplatz denkt man im Rathaus, dort sollen durch die Erweiterung der bestehenden Fahrradbügel vor dem Marktplatz 15 (hinter dem Café Burger) weitere zwölf Velos bei innerstädtischen Veranstaltungen sicher abgestellt werden können.

In der Kaiserstraße soll sich ebenfalls etwas tun, hier könnten im Bereich der Bushaltestelle Lammstraße (vor dem Modehaus Zinser) 24 Fahrräder abgestellt werden. Wohlgemerkt nur bei Großveranstaltungen, bei denen der Urteilsplatz für Autos und Linienbusse gesperrt ist.

Ähnliches gilt für die Bismarckstraße: Darf der Rathausplatz wegen einer Großveranstaltung von Autos und Linienbussen nicht befahren werden, ergibt sich am Beginn der Bushaltestelle „Rathausplatz“ (vor der Bismarckstraße 3) eine Freifläche. Die kann man dann für eine Fahrradabstellanlage nutzen, in der 24 Räder sicher untergebracht werden, so die Verwaltung.

Doch auch bei Veranstaltungen ohne Zufahrtschutz, etwa im Bürger- oder Seepark, wären die temporären Fahrradabstellanlagen eine echte Hilfe, ist man im Rathaus überzeugt. Die genauen Standorte müssten dann vor Ort ausgewählt werden.

Das Ganze ist für die Stadt bezahlbar, ist der Ratsvorlage zu entnehmen. Demnach können die acht Fahrradabstellanlagen im Haushaltsplan 2026 unter dem Investitionsposten Bau von Radwegen verbucht werden. Sie kosten 8000 Euro.

Das hat die Fahrradstadt Lahr sonst zu bieten

Die Förderung des Fuß- und Radverkehrs in Lahr sei an vielen Stellen deutlich zu sehen, hebt die Stadt auf ihrer Internetseite hervor. Beispiele seien abgesenkte Bordsteine an Einmündungen sowie die Verlagerung von Stellplätzen von Gehwegen auf die Fahrbahn. Außerdem seien Schutzstreifen am Fahrbahnrand und Aufstellflächen vor Ampeln entlang der B 415 markiert worden.

Man habe Radweglücken geschlossen, etwa in der Dr.-Georg-Schaeffler-Straße, und die erste Fahrradstraße im Klostermattenweg eingerichtet. Hinzu kämen komfortable und sichere Fahrradabstellanlagen am Bahnhof und in der Innenstadt sowie ein Mietradsystem, das in der ganze Stadt und weiteren Orten im Ortenaukreis zur Verfügung stehe.