„Die Perle des Killertals“, das ist ein Attribut, mit dem sich die Gemeinde Jungingen gerne schmückt. Und in Anbetracht eines von einer „Aurora Borealis“ bunt gefärbten Nachthimmels ist soviel Selbstbewusstsein durchaus angebracht.
Der stärkste Sonnensturm seit 20 Jahren hat praktisch über ganz Deutschland zu einem eindrucksvollsten Lichterspektakel am Nachthimmel geführt. Sonnensturm heißt nichts anderes, als dass die Sonne massenhaft Teilchen ins All schleudert. Und wenn diese auf das Magnetfeld der Erde treffen, sind Polarlichter zu sehen. Um sie in unseren Regionen mit dem bloßen Auge jedoch gut erkennen zu können, ist allerdings eine möglichst dunkle Umgebung und eine freie Sicht auf den Himmel erforderlich.
Oliver Simmendingers Hobby ist die Fotografie
Den in tiefe Blau-, Lila- und Grün-Töne faszinierend gefärbten Himmel im Killertal hat am Wochenende Oliver Simmendinger eingefangen. Er ist nämlich seit 2020 nicht nur Bürgermeister der knapp 1400 Einwohner zählenden Gemeinde, sondern auch Hobby-Fotograf. „Immer wenn die Zeit es erlaubt, bin ich gerne mal mit dem Foto-Apparat unterwegs“, berichtet er in einer E-Mail an unsere Zeitung, „heute (Anm. d. Red.: Samstagnacht) seit langem Mal wieder über ’meinem’ Jungingen.“
Die Tochter verhalf dem Papa zu seinem Glück
Und wie kam’s dazu? Seine ne Tochter Mia (14), so schildert es der Bürgermeister, habe von der „Aurora Borealis“ gewusst und unbedingt wach bleiben wollen, um sie zu sehen. „Papa, das wird super!“, war sie fest überzeugt. Also legte man sich ab 23 Uhr im Treppenhaus Richtung Norden auf die Lauer. „Schon nach kurzer Zeit färbte sich der Himmel – unglaublich!“, schildert Simmendinger das, was er da sah. Um der Straßenbeleuchtung und dem Streulicht zu entkommen, sei er dann mit Mia, ihrer kleinen Schwester Lisa und Übernachtungsfreundin Inka einfach den Skilift rauf und habe dort mit etwas Abstand einen wirklich wunderschön gefärbten Himmel erleben können. Simmendinger: „Wir alle waren uns einig – das hat sich gelohnt!“
Simmendinger tief beeindruckt
Es freut ihn, dass er als er ambitionierter Hobbyfotograf auch mal Glück hatte. „Ich hätte nicht gedacht, dass man tatsächlich bei uns mal so schöne Polarlichter zu sehen bekommt“, ist er noch ganz beeindruckt von dem Schauspiel. Seine Kamera, so verrät er weiter, habe durch die lange Belichtungszeit den Leuchteffekt sogar etwas verstärkt.