Der neue Dirigent der Stadtmusik Schramberg, Daniel Weißer, hat dieses Jahr übernommen und leitet nun sein erstes Jahreskonzert an.
Die Stadtmusik Schramberg hat ihren neuen Dirigenten Daniel Weißer im Laufe des vergangenen Jahres für sich eingenommen: „Die spielen auf tollem Niveau und das ist ihnen wichtig. An der Vereinsspitze stehen junge Leute in der Verantwortung. Da ist Dynamik drin“, begeisterte sich der Dirigent im Gespräch mit unserer Redaktion.
Im Januar hatte Weißer als Nachfolger von Musikdirektor Meinrad Löffler die rund 70 Stadtmusiker unter seine Fittiche genommen. Aktuell stehen der neue Dirigent und das Orchester vor ihrer bislang größten gemeinsamen Veranstaltung in diesem Jahr: dem traditionelle Weihnachtskonzert am Donnerstag.
Konzert übers Jahr hinweg
Nach vielen musikalischen Gelegenheiten im Jahresverlauf, wie beispielsweise die Konzerte zu Fronleichnam, gemeinsam mit den „Old News“ zu deren Jubiläum im Sommer oder während einer Reise in Schrambergs Partnerstadt Lachen in der Schweiz, war das erste „Beschnuppern“ von Dirigent und Orchester beendet.
„Das hat alles ganz unterschiedlich Programme erfordert und so durfte ich die Stadtmusik ganz gut kennen lernen“, so Weißer. „Nach diesem facettenreichen Einblick hatte ich das, was ich brauchte, um das Weihnachtsprogramm zusammenzustellen“, resümierte der 35-jährige Dirigent.
Nach Übernahme auf beiden Seiten sei die größte Herausforderung zunächst gewesen, eine gemeinsame Sprache sprechen zu lernen. Jeder Dirigent habe seinen eigenen Stil. Er habe verstehen müssen, was und wie viel die Musiker von ihm benötigen würden und was von selbst käme. Die Musiker wiederum, das Dirigat gut abzunehmen. Jeder Dirigent habe schließlich seinen eigenen Stil, so Weißer.
Im September begannen die Proben für „Friendly Takeover“, so das Jahreskonzertmotto. Das ist in mehrfachem Wortsinn zu verstehen. Im Gegensatz zum Begriff „feindliche Übernahme“ im Umfeld von Wirtschaftsunternehmen, ist die von der Stadtmusik nämlich ausgesprochen freundlich: „Was ich und sicher jeder Dirigent möchte, ist, das Orchester für sich auf gute Art und Weise einnehmen und die Arbeit des Vorgängers weiterführen“, sagte der Dirigent.
Spritzige Ouvertüre
„Ich bin ein Freund von roten Fäden. Und so haben wir nicht nur einen Titel „Friendly Takeover“ (Oliver Waespi) im Konzertprogramm, sondern jedes unserer Stücke hat im übertragenen Sinne in irgendeiner Form mit freundlicher Übernahme von Stadtmusik und Dirigent zu tun“, erklärte Weißer.
Er möchte mit „Viva Musica“ (von Alfred Reed) nicht nur eine spritzige Ouvertüre an den Beginn des Jahreskonzert stellen, sondern auch sein persönliches Lebensmotto. Seit 2017 ist Weißer Lehrer für die Instrumente des tiefen Blechs an der Musikschule Schramberg. Musik ziehe sich durch sein ganzes Leben, sagte er und die Freude möchte er weitergeben. „Als Dirigent ist man ja automatisch auch Pädagoge mit den Aufgaben, Musiker so zupacken, dass es schnell klick macht und so zu vermitteln, dass alles gut funktioniert“, verglich er seine Funktion an beiden Arbeitsplätzen.
„Rising to a New Era“ (von Hermann Pallhuber) und „Pinocchio“ (von Alex Poelman) gehören ebenfalls zum Reigen der größeren Werke des Programms. Der zweite Konzertteil markiert den Übergang in moderne Klangwelten.
Aktuell gilt es für Weißer und die Stadtmusiker noch zwei Proben im Bärensaal zu absolvieren. Bis dahin sei das musiktechnische Feintuning beendet und es ginge noch um Bühnengewöhnung, Spielroutine und Akustik dort. „Wir sind gut vorbereitet,“ sagt der Chef am Pult.
Tolles Probenwochenende
Dazu habe auch ein sowohl musikalisches als auch kameradschaftlich intensives Probenwochenende Ende November beigetragen. So was bringe einander immer näher und es sei eine Gelegenheit, „reinzuhören“, was Musiker und Kameraden wirklich benötigen, so Weißer.
Lampenfieber, vor seinem ersten Jahreskonzert mit den Schramberger Stadtmusikern, habe er keins: „Ich spüre aber eine gesunde Anspannung. Die braucht es für ein gutes Gelingen“, so der Dirigent.
Näheres zum Konzert
Die Stadtmusik
lädt zum Weihnachtskonzert zum Motto „Friendly Takeover“ am Donnerstag, 25. Dezember, ein. Beginn ist um 19.30 Uhr im Bärensaal (Einlass 18.45 Uhr).
Karten
an der Abendkasse gibt es zum Eintrittspreis von 15 Euro (11 Euro ermäßigt) im ersten Rang und 11 Euro (7 Euro ermäßigt) im zweiten Rang.