Der Gesangverein Eichen mit seinem scheidenden Dirigenten Martin Angell Foto: Gudrun Gehr

Der Gesangverein Eichen hat unter dem Motto „Vocals und Cello“ Abschied von seinem Dirigenten Martin Angell genommen.

Der in Hasel wohnende Brite führte den Taktstock seit knapp drei Jahren. Aus persönlichen Gründen tritt Angell von seinem Dirigat zurück. Der Vorsitzende Christian Zimara sagte im Gespräch, dass eine definitive Entscheidung für eine Nachfolge bislang noch nicht getroffen wurde. „Es gibt zwei Gesprächspartner für die Nachfolge von Angell, aber eine feste Zusage kann noch nicht getroffen werden.“

 

Zum Abschied von Angell hatte sich der Gesangverein ein unterhaltsames Programm mit einem hohen Anteil englischsprachigen Liedern ausgesucht, was wohl auch als Hommage an den scheidenden Dirigenten gesehen werden kann. Moderator Wolfgang Bühler führte informativ und unterhaltsam durch das fast zweistündige Programm.

Das Eröffnungslied „Spanish Ladies“ ist ein traditionelles englisches Seemannslied als Abschied von den liebenden spanischen Ladies für Seeleute, die zurück in die englische Heimat segelten. Die 24 Aktiven des gemischten Chors auf der Bühne der evangelischen Kirche präsentierten den Konzertstart temperamentvoll und mit großer Sangesfreude. Es folgte das anspruchsvolle „Frühlingslied“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy aus seinem Liederzyklus „Lieder ohne Worte“.

Nach dem Ausflug in die Klassik präsentierte der Chor den Popsong der Beatles „Good Day Sunshine“ aus dem Jahr 1966, begleitet von Martin Angell auf dem Piano. Weiter ging es mit „Die Rose“ aus dem gleichnamigen Film von 1979, das Lied wurde durch die Interpretation von Bette Midler bekannt.

Mit Eigenkompositionen

Im Zwischenstück des ersten Konzertteils präsentierte Angell als studierter Cellist in einigen Solis seine bemerkenswerten Kompositionen und seine Virtuosität. Er präsentierte Eigenkompositionen, die den Namen „Rhythmus“ oder „Spiel“ tragen. Mit seiner besonderen Spieltechnik und seinem hohen kunstvollen Niveau beeindruckte er das Publikum mit den Stücken mit einer bemerkenswerten jazzigen Note. Das Stück „Frühlingswiese“ komponierte er an seinem ehemaligen Wohnort in Ibach, es erinnert ihn an die umliegenden blühenden Wiesen. Die farbigen und stimmungsvollen Klangimpressionen begeisterten das Publikum. Er schmunzelte: „Man muss schon die Erlaubnis des Publikums haben, so lange zu spielen“.

Der erste Konzertteil wurde vom Chor mit der irischen Ballade „County Down“, auch bekannt als „The Star of the County Down“ , beendet. Es wurde temperamentvoll auf Englisch präsentiert. Das Spiritual „Joshua Fit the Battle of Jericho“ , begleitet von Martin Angell am Klavier, ist schwungvoll vorgetragen worden.

Der zweite Konzertteil

Im zweiten Konzertteil folgte das getragene und gefühlvolle „Dona Nobis“ als sehr beliebter lateinischer Kanon für ein Friedensgebet. Weitere englischsprachige Stücke folgten.

Cellist Angell rundete das Programm mit weiteren Solis ab. Er trug drei sehr lebendige und unterschiedliche Cappricci des im 18. Jahrhundert lebenden Italieners Joseph Dall’Abaca vor. Der Chor ergänzte das Programm mit dem auf Suaheli vorgetragenen „Siyahamba“, was bedeutet „Wir brechen auf, um im Licht des Königs zu gehen“. Zum Abschluss des genussreichen Konzerts gab es die Zugabe „Heaven is a wonderful place“. Langer Applaus belohnte die Akteure.